Schweizer Qualitätszulieferer 2021: Lastech AG Dynamische Macher

Von Matthias Böhm

Die 50 Mitarbeiter starke Lastech AG verfügt über ausgezeichnete Kompetenzen in der Blechbearbeitung. Das Spektrum reicht von einzelnen Blechkomponenten bis hin zu komplexesten Baugruppen. Für über 300 bestehende Kunden fertigt das Unternehmen seit über drei Jahrzehnten kundenspezifische Komponenten für unterschiedlichste Branchen. Das Kundenspektrum reicht von der Bauindustrie bis hin zur Medizintechnik.

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Dank der neuen 3D-Laseranlage können, wie im Bild ersichtlich, komplexe 3D-Laserstrukturen hocheffizient bearbeitet werden.
Dank der neuen 3D-Laseranlage können, wie im Bild ersichtlich, komplexe 3D-Laserstrukturen hocheffizient bearbeitet werden.
(Bild: Lastech AG)

Die Lastech AG verfügt über 800 Kunden mit wiederkehrenden Aufträgen. Konrad Herzog (Inhaber und Geschäftsleiter) weiss die Kundentreue und Vielfalt einzuordnen: «Wir sind auf Einzelkomponenten wie auch relativ kleine Serien fokussiert. Die hohe Kundenzahl bringt uns eine hohe Stabilität und Sicherheit. Aber: Um solche Aufträge wirtschaftlich abzuwickeln, müssen die Prozesse perfekt aufeinander abgestimmt sein. Das ist anspruchsvoll und von den Organisationsabläufen aufwendiger, als wenn wir Grossserien fertigen würden. Entsprechend müssen die Prozesse eingespielt und durchgetaktet sein.»

Virtuelle Fabrik: 100 Prozent Swiss made

Ein wichtiges Element ist darüber hinaus die Kooperation mit Technologiepartnern. Aus diesem Grund ist die Lastech AG Mitglied der Virtuellen Fabrik, ein Technologieverbund mit über 20 Schweizer Unternehmen unterschiedlicher Kompetenzen. K. Herzog: «Dank dieses Netzwerkes besteht für Kunden die Möglichkeit, selbst komplexeste mechatronische Systeme über einen der Technologiepartner, der als Generalunternehmer fungiert, in Auftrag zu geben. Das alles zu 100 Prozent Swiss made.»

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Stark diversifiziertes Kundensegment

Zurück zu Lastech AG: Das Kundenspektrum kommt aus allen Branchen. Hier ist als Erstes die Baubranche zu nennen, gleich danach folgen der Maschinenbau und die Möbelindustrie. Aus technologischer Sicht ist die Medizintechnik äusserst anspruchsvoll. Die Branchen verfügen über ihre spezifischen Heraus­forderungen, im Möbel-Bereich spielt das Design und Finishing die entscheidende Rolle. Im allgemeinen Maschinenbau steht Funktionalität – zunehmend auch Design – im Vordergrund, im Medizin-Bereich ist Perfektion in allen Belangen gefordert. Der Vorteil, der sich aus den diversifizierten Kundensegmenten für die Lastech ergibt, ist, dass sich beispielsweise eine Maschinenbaukrise weniger auf die allgemeine Auftragslage der Lastech auswirkt.

Susanne Herzog: «Unsere Branchen-Diversifizierung trägt massgeblich dazu bei, dass wir in den letzten drei Jahrzehnten bisher alle Krisen gemeistert haben.»

Investitionen in die Zukunft

Ohne Investitionen keine Zukunft. Und genau aus diesem Grund werden bei der Lastech AG Investitionen konsequent langfristig geplant, wie K. Herzog betont: «Wir planen unsere Investitionen fünf Jahre im Voraus. Dank innovativen Fertigungsmitteln sind wir am Standort Schweiz international konkurrenzfähig. Das war übrigens auch unsere Leitidee, als wir die Lastech gegründet haben und die damals noch junge Lasertechnologie für die Blechbearbeitung angewendet haben.» Im 2D-Bereich wurde 2019 in eine voll automatisierte 10-kW-Flachbett-Lasermaschine investiert (Blechformat 4 m x 2 m). Im Jahr 2018 wurde die Abteilung Rohr- und Profilbiegen bei der Lastech integriert. Dies erweitert die Produkte-Palette und weitere Syner­gien mit Partnerfirmen sind möglich.

Neue 3D-Laseranlage für Grosskomponenten

Die jüngste Anlage ist ein 3D-Laser-Schneidroboter. K. Herzog: «Hierbei handelt es sich um eine kompromisslose High-End-Laser-Schneidanlage, mit der kubische Bauteile bis maximal 4360 x 2400 x 930 mm per Laser geschnitten werden können. Eine 10-Tonnen-Maschine, mit einem Hochleistungs-Faserlaser, mit dem wir komplexe 3D-Komponenten mit bis zu 14 mm dickem Blech schneiden können. Die Auftragslage in diesem Segment zieht kontinuierlich an. Dank zweier 3D-Anlagen können wir im 3D-Lasern unsere Kapazität jederzeit nach oben fahren.»

Nachfolgeregelung in 2022 geplant

Weitsichtig planen Susanne und Konrad Herzog auch die Nachfolgeregelung. Sie ziehen sich im nächsten Jahr aus der Geschäftsleitung zurück, um im Verwaltungsrat die Lastech strategisch in die Zukunft zu führen. Reto Sägesser – bisher Leiter Verkaufsinnendienst/Technik – wird die Geschäftsleitung des Unternehmens übernehmen.

Pascal Herzog und Andreas Seiler werden Mitglied der Geschäftsleitung. Mit Nicolas haben die Herzogs ein weiteres Familienmitglied im Unternehmen integrieren können, womit sichergestellt ist, dass die Lastech AG auch langfristig als Familienunternehmen agieren kann.

S. Herzog: «Gerade in KMU muss die Nachfolgeregelung langfristig geplant werden. Wir beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit der Thematik, konnten zwei unserer drei Söhne in das Unternehmen integrieren. Das ist natürlich ein Glücksgriff. Und mit Reto Sägesser verfügen wir über eine Persönlichkeit mit hervorragenden Kompetenzen, die das Unternehmen sicher in die Zukunft führen wird.»

Ausbildung und Mitarbeiter

Qualifizierte und langjährige Mitarbeiter sind entscheidend, dass das Unternehmen Lastech sich exzellent entwickelt hat. S. Herzog: «Wir bauen auf unsere Mitarbeiter und sind ihnen zu Dank verpflichtet. Im Endeffekt ist es eine Symbiose zwischen modernen Fertigungsmitteln und motivierten Spezialisten, die die neuen Technologien ausreizen wollen. Nur dann, wenn wir die Produktivität unseres Maschinenparks voll nutzen, können wir wirtschaftlich agieren. Das hat in den letzten 33 Jahren sehr gut zusammengespielt und wir sind sicher, dass wir uns in den kommenden Jahren ausgezeichnet weiterentwickeln werden.»

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