InnovationsForum Automation Efficiency Engineering: besser geht immer

Redakteur: Silvano Böni

«Das Bessere ist der Feind des Guten» – dieser Aussage wohnt unbestritten ein hoher Wahrheitsgehalt inne. Doch was bedeutet das für ein Unternehmen wie Wittenstein, das seit Jahrzehnten mit den besseren Lösungen in vielen Märkten zu einer Qualitäts-Marke geworden ist? Gibt es überhaupt noch Steigerungspotenziale? Und wenn ja, wo?

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Die Servoaktuatoren der Baureihe premo stehen schon durch ihr modulares Konstruktionsprinzip für applikationsfokussierte Flexibilität, für konsequente Leistungsdichte und Produktivität sowie für energieeffizientes Downsizing.
Die Servoaktuatoren der Baureihe premo stehen schon durch ihr modulares Konstruktionsprinzip für applikationsfokussierte Flexibilität, für konsequente Leistungsdichte und Produktivität sowie für energieeffizientes Downsizing.
(Bild: WITTENSTEIN)

Die Märkte von Wittenstein sind global, viele Kunden ebenfalls. Sie erwarten kompetente Partner, die neben dem passenden technischen Portfolio auch weltweite Präsenz, Ansprechbarkeit, Support und Service anbieten. Es geht dabei nicht nur um innovative und leistungsfähige Produkte wie premo, sondern auch um Verbesserungen, die Maschinenkonzepte beeinflussen oder wie bei INIRA pinning Montage- und Retrofitprozesse vereinfachen. In diesem Sinne interpretiert Wittenstein «efficiency engineering» als das Streben nach Effizienz auf allen Ebenen: Bei den Produkten, Systemen und Lösungen, bei Technologien sowie in der Beratung von Kunden und Bedienung vielfältigster Anforderungen. Was «efficiency engineering» in der Praxis bedeutet, sei nachfolgend exemplarisch an der Produktinnovation premo und der Prozessinnovation INIRA pinning dargestellt.

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Wann: Dienstag, 10. September 2019
Wo: Messe Bern
Informationen: www.smm-innovationsforum-automation.ch

premo-Servoaktuatoren: Bestleistung aus dem Baukasten

Die voll skalierbare Servoaktuatoren-Plattform premo von Wittenstein bietet mit ihrem modularen Konstruktions- und Konfigurationsprinzip hohe applikationsbezogene Vielseitigkeit bei konsequenter Leistungsdichte: Servomotoren mit bis zu 92 Prozent Wirkungsgrad und verdrehsteife Präzisionsgetriebe mit bis zu 97 Prozent Wirkungsgrad können extrem flexibel und effizient zu individuellen Servoaktuatoren konfiguriert werden. Der kupplungsfreie Aufbau sorgt dabei für verkürzte Baulängen mit höchster Leistungsdichte. Das bedeutet bestmögliche Dynamik und Präzision auch in beengten Montagesituationen. Bei der Auslegung fliessen antriebstechnische Kenngrössen wie Beschleunigung, Geschwindigkeit, Positioniergenauigkeit und Abtriebsgeometrien ebenso mit ein wie zusätzliche Ausstattungsmerkmale oder unterschiedliche Geberausführungen und Konnektivitätsoptionen bis hin zur digitalen Einkabeltechnologie. Hieraus hat Wittenstein abgestufte Leistungsklassen abgeleitet.

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Skalierte Performance

Die beste technologische und anwendungstechnische Performance bietet premo in der Extraklasse – der premo XP Line. Die hohen maximalen Abtriebsmomente der Servoaktuatoren bis 450 Nm und ihre besondere Kippsteifigkeit gewährleisten in Werkzeugmaschinen höchste Produktivität und Vielseitigkeit. Diese Leistungsklasse setzt zudem mit ihrer voll digitalen Geber- und Einkabeltechnologie konsequent auf Edge-Computing mit Industrie 4.0-Konnektivität. Zusätzlich bietet die premo XP line zertifizierte Sicherheit: Die digitalen Rückführsysteme sind sicherheitstechnisch für Applikationen bis SIL2 nach IEC61508 zertifiziert. Die Dynamikklasse premo TP Line erfüllt mit ihrem Verdrehspiel von weniger als einer Winkelminute und ihrer hohen Verdrehsteifigkeit erhöhte Anforderungen an die Präzision beim Positionieren sowie an Dynamik und Kräfte – und überzeugt so durch eine leistungsstarke Gesamtperformance. Die Einstiegsklasse premo SP Line bietet hinsichtlich Abtriebsmoment und Verdrehspiel hohe anwendungstechnische Effizienz – auch in anspruchsvollen Applikationen.

Software optimiert Energie- und Leistungseffizienz

Mit ihrer Skalierbarkeit wird die Aktuatorplattform premo somit unterschiedlichen Leistungs-, Automatisierungs- und Integrationswünschen gerecht. Die individuelle Auslegung von premo-Servoaktuatoren mit dem Softwaretool cymex 5 kann zudem durch die Nutzung erweiterter Auslegungsspielräume zusätzliche Potenziale für mehr Leistungsdichte erschliessen. Hinzu kommt ihre überzeugende Energieeffizienz, die sich zum einen aus dem Verzicht auf eine Kupplung und der dadurch minimierten Massenträgheit sowie der materialsparenden digitalen Einkabeltechnik speist. Zum anderen eröffnet die Optimizer-Funktion von cymex 5 eine weitere Verbesserung der Energie- und damit auch der Kosteneffizienz. Für die energietechnische Optimierung importiert die Software das Drehzahl- sowie Strom- bzw. Drehmomentprofil einer Maschine und bestimmt daraus den energieeffizientesten premo-Servoaktuator für die jeweilige Aufgabenstellung. Gleichzeitig ist es möglich, eine konstruktiv bereits ausgewählte Motor-Getriebe-Einheit ohne Leistungsbeeinträchtigung für die Maschine durch einen energieeffizienteren premo-Servoaktuator in einer kleineren Baugrösse zu ersetzen. Dies hilft, Montageplatz einzusparen und in bewegten Maschinenstrukturen das mitfahrende Gewicht und damit die aufzuwendende kinetische Energie zu reduzieren. Während premo ein ideales Bei- spiel für produktseitiges efficiency engineering darstellt, ….

INIRA pinning – Zahnstangen spanlos, schnell und formschlüssig fixieren

… handelt es sich bei INIRA pinning um eine Befestigungslösung für Zahnstangen, die den Montageprozess von linearen Ritzel-Zahnstange-Systemen effizienter gestaltet. Sie unterstreicht anschaulich das Denken in Systemen bei Wittenstein weit über die eigentliche Antriebslösung hinaus. Kein Bohren, keine Späne – das Verstiften mit INIRA pinning hat eine im Markt etablierte und seit Jahrzehnten bewährte Methode zum Fixieren von Zahnstangen zumindest evolutioniert – wenn nicht sogar revolutioniert. Das zweiteilige Fixierset aus Montagestift und Montagehülse ermöglicht ein formschlüssiges Fixieren der Zahnstange mit Innensechskantschlüssel und Hammer am Maschinenbett. Der Zeitaufwand für das fachgerechte Verstiften, beispielsweise einer Zahnstange mit zwei Stiftbohrungen, reduziert sich dadurch von etwa einer halben bis dreiviertel Stunde auf kaum mehr als eine Minute. Für den Maschinenbauer hat das spanlose Verstiften verschiedene Vorteile. Statt Zahnstange und Anschlusskonstruktion der Maschine während der Montage gemeinsam und zeitintensiv zu bohren und zu reiben, um einen Stift einschlagen zu können, ermöglicht die neue, zweiteilige Lösung von Wittenstein eine sichere Verbindung völlig ohne Späne. Die erforderlichen Bohrungen in der Anschlusskonstruktion können bereits bei der Bauteilfertigung auf Passmass in einer Aufspannung mit den Befestigungsbohrungen hergestellt werden. Zudem kann die Zahnstange im Instandsetzungsfall oder bei einem Maschinen-Retrofit schnell ausgetauscht werden.

Die Beispiele premo und INIRA pinning zeigen: efficiency engineering von Wittenstein vereint alle Aspekte der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Produkten, Systemen und Lösungen. SMM

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