Robotik Ein Muskelprotz zum Stapeln von Bierkisten
>> In der Badener Traditionsfirma Müller Bräu tragen ABB-Roboter zu einem effizienten Produktionsprozess bei. Ein 6-achsiger IRB 6600 beispielsweise greift zum Palettieren beziehungsweise Entpalettieren acht Bierharassen gleichzeitig, dank geringen Taktzeiten mit entsprechend hohem Durchsatz.
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joe. Bier brauen hat in Baden Tradition: Seit 1897 wird dort an der Dynamostrasse Hopfen und Malz mit eigenem, frischem Quellwasser vergoren, das in einer Pipeline durch die halbe Stadt transportiert wird. Neun verschiedene Biersorten, von Lager bis Urweizen und von alkoholfrei bis trüb, werden hier nach dem neuesten Stand der Technik gebraut. Längst wird das Bier in modernen Tanks fünf Wochen bei tiefen Temperaturen gelagert, aber noch immer erinnert das Sudhaus mit seinen imposant glänzenden Kupferbottichen an die alten Zeiten – Tradition und Fortschritt ist hier das Motto.
Effiziente Produktionsprozesse sind wichtig
In einem hart umkämpften Verdrängungsmarkt, der von Grosskonzernen dominiert wird, kann sich die Brauerei H. Müller AG als eine der vier grössten eigenständigen Schweizer Brauereien behaupten. «Wir haben in den letzten acht Jahren massiv in unsere Infrastruktur investiert und die Produktion modernisiert», erklärt Felix Meier, Geschäftsführer der Müller Bräu. In diesem Prozess musste auch die Kistenstapelanlage erneuert werden.
Allerdings gab es dort ein Platzproblem: Mitten in dem engen Raum steht eine tragende Säule, die man nicht herausreissen konnte.
Hohe Leistung bei geringem Platzbedarf
Da die herkömmlichen Trockenplatzbewirtschaftungsanlagen viel zu gross für diese Platzverhältnisse waren, kam man schnell auf eine Roboterlösung. Denn Roboter sind effizient, robust, sehr beweglich und brauchen wenig Standfläche. Verschiedene Anbieter wurden angefragt, ein Systemintegrator, der ABB-Roboter einsetzt, bekam schliesslich den Zuschlag. «Uns hat die individuell angepasste Lösung mit dem ABB-Roboter am besten zugesagt», erinnert sich Meier. Denn statt eines beim Palettieren üblichen 4-Achs-Roboters wurde hier ein 6-achsiger IRB 6600 eingesetzt. Dieser deckt dank seines gelenkigen Arms einen grossen Arbeitsbereich ab und bewegt sich um Zentimeterbreite an der Säule entlang. Im Roboter sind zahlreiche Softwarefunktionen wie Kollisionserkennung und elektronische Bahnstabilisierung integriert, die geringe Taktzeit ermöglicht einen hohen Durchsatz – und damit eine optimal geregelte Leistungsfähigkeit pro Quadratmeter.
Der Roboter macht zudem zwei Jobs gleichzeitig: Einerseits greift er links in die angelieferte Palette mit den leeren, ungewaschenen Bierflaschen und stellt immer acht Harasse zusammen gleichzeitig auf das Förderband, das zur Wasch- und Abfüllanlage führt. Andererseits nimmt er rechts die fertigen vollen Harasse wieder vom Tisch herunter und stapelt sie für die Auslieferung auf das Palett. Bei dieser Arbeit muss er bis zu 270 Kilogramm Gewicht heben. Früher leisteten drei Mitarbeitende diese Schwerarbeit. Sie gehen jetzt anderen, körperlich weniger anstrengenden Aufgaben nach.
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