Wertschöpfungskette Elektromobilität

Elektroautos brauchen andere Produktion

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Werkzeugmaschine von morgen mit mehr Intelligenz und Flexibilität

Die „Werkzeugmaschine von morgen“ werde weiterhin die klassischen Merkmale aufweisen, allerdings mit „zunehmender Intelligenz und Flexibilität“, also mit zusätzlicher Sensorik und neuer Technik ausgestattet. Denn beispielsweise werde der Bedarf an Komponenten und funktionsintegrierten Bauteilen, die nur noch generativ oder additiv hergestellt werden können, weiter wachsen. Es müssten neue Werkstoffe und Werkstoffkombinationen bearbeitet werden.

Darauf müsse sich die Werkzeugmaschinenindustrie rechtzeitig einstellen. Gleichwohl würden die konventionellen Verfahren von der Gießereitechnik über die spanende Fertigung bis zur Fügetechnik „auch in Zukunft unverzichtbar bleiben“.

Eine eigene Fraunhofer-Entwicklung ist „Frecco“ (Fraunhofer electric car concept), wie es in der Mitteilung heißt. Darin sei marktverfügbare Technik integriert und das Zusammenspiel dieser Komponenten optimiert worden. In einer jüngeren Ausbaustufe steckten von den Fraunhofer-Wissenschaftlern neu entwickelte Komponenten.

Fraunhofer-Elektroauto mit neuartigem Radnabenmotor

Aufgebaut wurde ein funktionstüchtiges Elektroauto mit Fahrzeugkomponenten für Antrieb, Batteriesystem, Fahrzeugsteuerung und Netzintegration, wie es heißt. Der dabei verwendete Radnabenmotor, so Busse, „ist nach unserer Einschätzung die nächste bis übernächste Generation von Antrieben, die Fahrzeugkonzepte weiter nennenswert verändern können“. Durch den Wegfall eines zentralen Motors bleibe die Fahrzeugmitte frei, die Batterien könne man modular verteilen, was völlig neue Gestaltungskonzepte ermögliche. Hinzu kämen verbesserte fahrdynamische Eigenschaften, weil jedes Rad einzeln abgebremst und beschleunigt werden könne.

Zukünftige Anwendungsgebiete für Radnabenmotoren sieht der Fraunhofer-Wissenschaftler in verschiedenen Bereichen, von angetriebenen Arbeitsmaschinen bis zur Landmaschinentechnik: „Ein solcher individueller Antrieb, hochintegriert mit eingebauter Leistungselektronik, kann modular aufgebaut werden.“ Man arbeite an richtungsweisenden neuen Konzepten, „die als Impulse in die zukünftige Fahrzeugentwicklung eingehen werden“.

Elektromobilität und ihre Wertschöpfungsketten auf der EMO Hannover 2013

Auf der EMO Hannover 2013, sagt Busse, „werden Elektromobilität und Wertschöpfungsketten im elektrischen Antriebsstrang hochinteressante Expertenthemen sein“. Die Werkzeugmaschinenindustrie sei gut beraten, „jetzt strategisch vorauszudenken und Entwicklungstendenzen zu erkennen und mitzugestalten“. Dafür sei gerade die EMO Hannover 2013 genau das richtige Forum zur richtigen Zeit.

Der von Hans-Jörg Bullinger angesprochene Wandel in der Wertschöpfungskette des Automobilbaus, erläutert Priv.-Doz. Dr.-Ing. Welf-Guntram Drossel, Leiter des Chemnitzer Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), „ist in den letzten Jahren noch nicht mit der erwarteten Vehemenz spürbar geworden. Aufgrund bestehender Hürden auf dem Gebiet der Energiespeichertechnik bleibt den Werkzeugmaschinenherstellern noch Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen“.

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