Elektronikkarten Elektronikkarten in der Proportionaltechnik

Redakteur: Silvano Böni

Der Einsatz von Elektronikkarten in der industriellen Proportionaltechnik ist sehr vielfältig. Jede Anwendung hat eigene Anforderungen und Vorgaben. Zwischen Low-End- und High-End-Seite gibt es eine Vielzahl von Variationen.

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Die SD7 Enhanced (links) und die SD7 Basic.
Die SD7 Enhanced (links) und die SD7 Basic.
(Bild: Wandfluh)

Auf der Low-End-Seite will der Kunde eine einfache, leicht zu bedienende Elektronik, die zum Beispiel ein Druckbegrenzungsventil ansteuert. Bei diesen Anwendungen sind vielfach keine Zusatzspezifikationen wie Rampen oder Festsollwerte gefordert. Dazu reicht eine Elektronikkarte, die entsprechend einem Sollwert den Magnetstrom zum Ventil ausgibt.

Auf der High-End-Seite stehen Anwendungen, die beispielsweise eine Position einer Achse mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit anfahren und dann die erreichte Position halten, egal welche Störgrössen wirken. Dazu wird eine Elektronikkarte gebraucht, die zusätzlich zum Sollwert auch noch den Istwert einlesen kann und diese zwei Signale nach regelungstechnischen Vorgaben miteinander verrechnet.

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Dazwischen gibt es viele Anwendungen mit mehr oder weniger Anforderungen an eine Elektronikkarte. Wird ein weiches Umschalten des Ventils verlangt, kann dies über eine Rampenfunktion realisiert werden. Müssen immer wiederkehrend die gleichen Drucksollwerte vorgegeben werden, kann dies mit den Festsollwerten realisiert werden. Eine entsprechende Elektronikkarte zu entwickeln, die allen diesen Umständen Rechnung trägt, ist eine grosse Herausforderung. Wandfluh hat Produkte im Angebot, die den Grossteil der Anforderungen abdecken. Eines davon ist die SD7-Schaltschrank-Elektronik.

SD7-Elektronik

Die SD7-Elektronik ist für den Einbau in einen Schaltschrank geeignet. Es gibt sie in den Ausführungen Verstärker (Open loop, ohne Istwertsignal) und Regler (Closed loop, mit Istwertsignal). Bei beiden Ausführungen wurde eine Basic- und eine Enhanced-Version entwickelt. Ein grosser Vorteil gegenüber früheren Karten ist die flexible Zuordnung der Ein- und Ausgänge. Die Basic-Version besitzt zwei Analog- und zwei Digitaleingänge sowie zwei Digitalausgänge. Die Enhanced-Version besitzt vier Analog- und acht Digitaleingänge sowie einen Analog- und vier Digitalausgänge. Beide Versionen besitzen zwei Magnetausgänge. Früher war nun jedem Ein- beziehungsweise Ausgang eine fixe Funktion zugeordnet. So war beispielsweise die Gerätefreigabe immer auf dem Digitaleingang 1. Wenn jemand diese Freigabe fest auf «Ein» gesetzt hatte, stand der Digitaleingang 1 nicht für eine andere Funktion zu Verfügung. Neu kann der Anwender selber bestimmen, welche Ein- beziehungsweise Ausgänge für welche Funktion benutzt werden sollen. Somit sind keine Ein- oder Ausgänge nutzlos vergeben, und der Anwender kann diejenigen Funktionen anwählen, die er in seiner Anwendung braucht.

Der Soll- oder Istwert kann wahlweise als Spannungssignal, als Stromsignal, als PWM-Signal oder als Frequenzsignal vorgegeben werden (als PWM- oder Frequenzsignal nur bei der Enhanced-Version). Beim Istwert können auch direkt digitale Sensoren vom Typ SSI (Synchron-Serial-Interface) angeschlossen werden. Diese Signalart ist bei Anwendungen, bei denen eine sehr hohe Genauigkeit gefordert ist, zu empfehlen.

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