Mikron Tool hat sich in den letzten 25 Jahren hervorragend entwickelt. Von damals knapp 25 zu einem führenden Schweizer Werkzeughersteller mit heute 350 Mitarbeitenden. Die SMM-Redaktion fragte bei Elio Lupica (COO der Division Mikron Tool) nach, welche Rolle u.a. die Forschung und Entwicklung bei dieser Erfolgsgeschichte gespielt hat und in welche Richtung sich der Werkzeugspezialist zukünftig entwickeln will.
Elio Lupica, COO der Division Mikron Tool: «Sie entscheiden sich für uns, weil wir ihre Herausforderungen und Vorstellungen verstehen und ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen.»
(Bild: Mikron Tool)
In den letzten 25 Jahren hat sich Mikron-Tool zu einem der Top-Player im Bereich der Mikrowerkzeuge entwickelt. Welche Rolle spielte dabei die Technologieentwicklung?
Elio Lupica: Die Technologieentwicklung ist für uns eine Firmenphilosophie. Nur dank systematischer und kontinuierlicher Suche nach den neuesten Bearbeitungstrends und der Entwicklung von neuen Werkzeuglösungen sind wir heute in der Lage, einzigartige und hochqualifizierte Zerspanungslösungen anzubieten.
Sie haben kontinuierlich das Technologiezentrum aufgebaut, das mittlerweile zu einem der modernsten Technologiezentren in der Werkzeugentwicklung gehört. Über welches Kompetenzgefüge verfügt euer Technologiezentrum?
E. Lupica: Die Basis unseres erfolgreichen Technologiezentrums sind Mitarbeitende mit einzigartigen Fähigkeiten. Und ein hochmoderner Maschinenpark, der laufend erneuert und erweitert wird. Das ganze Mikron Tool Team – nicht nur im Technologiezentrum – verfügt über fundiertes Fachwissen in Schlüsselbereichen wie Zerspanung, Werkzeugbau und CAD-CAM-Programmierung, sodass wir in jeder Phase der Produktion Spitzenleistungen erbringen können.
Die Mikron-Tool-Werkzeuge bringen zum Teil die dreifache Standzeit bei doppelten Zeitspanvolumen gegenüber hervorragenden Mitbewerbern. Was sind die technologischen Faktoren, um solche Leistungssprünge zu realisieren?
E. Lupica: Um Quantensprünge in der Leistung zu erzielen, sind aussergewöhnliche Kompetenzen in Verbindung mit den weltweit fortschrittlichsten Technologien erforderlich. Aber das allein genügt nicht. Erfolg entsteht, wenn diese Stärken mit ausgeprägter Kundenorientierung eingesetzt und «crazy» Lösungen auf spezifische Anwendungen zugeschnitten werden – selbst wenn, oder gerade dann, wenn es unmöglich erscheint.
Mikron-Tool kommt ursprünglich aus dem Sonderwerkzeug-Bereich in den 90er-Jahren, um dann in den Standardbereich bis 6 mm Durchmesser im Bohren und Fräsen zu erweitern. Eure jüngsten Entwicklungen gehen vermehrt in die Entwicklung von Zerspanungsprozessen auch komplexester Bauteile. Wie würden Sie das Mikron-Tool Kompetenz-Portfolio heute umschreiben?
E. Lupica: Wichtig ist für uns eine hohe Kompetenz in allem, was wir tun, um eine weltweite Spitzenposition einzunehmen, wenn es um höchste Präzision und Performance in der Zerspanung geht. Unsere Stärke sind kleine Dimensionen mit Fokus auf schwierigen Materialien wie rostfreiem Stahl, Superlegierungen, Titan und CoCr-Legierungen. Dieses Know-how ist einer der Hauptgründe, warum führende Unternehmen aus der Medizin-, Uhren- und Automobilindustrie uns als ihren vertrauenswürdigen Partner wählen.
Medizintechnische Fertigung gehört zu einem ihrer Kernkompetenzen. Wie schafft es Mikron-Tool im Bereich der Medizintechnik Fuss zu fassen, da die Fertigungsprozesse immer auch neu zertifiziert werden müssen?
E. Lupica: Das ist richtig, diese Branche ist hart umkämpft, anspruchsvoll und selektiv: Vertrauen zu gewinnen ist keine leichte Aufgabe. Nach Jahren engagierter Forschung und harter Arbeit wird Mikron Tool heute von führenden Orthopädieherstellern weltweit als wichtiger Lieferant anerkannt. Sie entscheiden sich für uns, weil wir ihre Herausforderungen und Vorstellungen verstehen und ihnen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen.
Ihre jüngste Werkzeug- und Strategieentwicklung ist die Fertigung von Kniegelenken aus Cobalt-Chrom-Legierungen. Welche Herausforderungen gab es bei dieser Prozessentwicklung und wie lange dauert ein solcher Entwicklungsprozess und was versprechen Sie sich von diesen hoch komplexen Prozessstrategien?
E. Lupica: Kobalt-Chrom ist das ideale Material für Implantate von hochbelasteten Gelenkflächen, wie dem Knie, und bekanntermassen schwer zu bearbeiten (grosse Härte). Durch einen umfassenden Ansatz und nach knapp einer einjährigen Entwicklungsphase haben wir ein spezielles Fräswerkzeugpaket für Tibia- und Femur Komponenten entwickelt, das hochwertige Werkzeuge mit aussergewöhnlichem Know-how in der Bearbeitung kombiniert. Das Ergebnis? Ein Durchbruch, der bereits die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich zieht und neue Massstäbe in Sachen Präzision und Zuverlässigkeit setzt.
Wie schätzen Sie den Standort Schweiz als Produktionsstandort ein - aus technologischer und wirtschaftlicher Sicht?
E. Lupica: Die Schweiz ist nach wie vor ein globaler Knotenpunkt für Präzisionstechnik, hochwertige Fertigung und Innovation. Das Label «Swiss made» ist weltweit als Symbol für Spitzenqualität anerkannt, und wir sind stolz darauf, ein Teil davon zu sein.
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Stand vom 30.10.2020
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