Europa EU will Industriesektor stärken

Redakteur: Susanne Reinshagen

Europa plant nach der Erfindung der Dampfmaschine und der maschinellen Massenproduktion die dritte industrielle Revolution: Die EU will mehr in Fabriken und Forschung investieren und so Europa wieder zu einem Kontinent der Industrie machen.

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Die EU will Europa wieder zu einem Kontinent der Industrie machen.
Die EU will Europa wieder zu einem Kontinent der Industrie machen.
(Bild: ABB)

Die Wirtschaftskrise bringt auch die EU-Kommission zum umdenken. Sie will Europa wieder zu einem Kontinent der Industrie machen und das Übergewicht der Dienstleistungsbranche abbauen. Angesichts der Wirtschaftsflaute in vielen Mitgliedsländern spricht sich die Kommission dafür aus, "die schrumpfende Rolle der Industrie umzukehren". Das geht laut Berichten der "Welt" und der "Süddeutschen Zeitung" aus einem Konzept des zuständigen Kommissars Antonio Tajani hervor. Demnach soll der Anteil der Industrie an der europäischen Wirtschaftsleistung bis 2020 auf 20 Prozent angehoben werden. Derzeit liegt der Wert bei etwa 15 Prozent.

Europa müsse sich für das 21. Jahrhundert reindustrialisieren, so Tajani. Eine starke industrielle Basis sei entscheidend für ein "wohlhabendes und wirtschaftlich erfolgreiches Europa".

Wie viel Geld die Kommission investieren will und wie die Mitgliedstaaten zu dem Plan stehen, ist offen. Laut "SZ" muss das Konzept zudem noch von Tajanis Kollegen gebilligt werden.

Laut dem Bericht der "Welt" sieht der Plan vier Pfeiler vor, mit denen der Kommissar die "Attraktivität Europas als Produktionsstandort wiederherstellen" will:

  • Mehr Investitionen in Fabriken sowie in Forschung und Entwicklung.
  • Ausbau des Binnenmarkts und die "Öffnung internationaler Märkte".
  • Kleinen und mittleren Unternehmen soll der Zugang zu internationalen Märkten eröffnet werden
  • Die EU-Kommission will sich um Aus- und Fortbildung kümmern und Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften besser abgleichen.

Mit dem Plan konkretisiert die Kommission ihr Vorhaben, die Industrie zu stärken, um Arbeitsplätze zu schaffen. Probleme könnte es aber bei der Koordinierung mit den ebenfalls ehrgeizigen Umweltzielen geben. Bisher galten die Vorgaben für die Reduktion von Treibhausgasen, für den Anteil an erneuerbaren Energien und für Energieeinsparungen als vordringlich. <<

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