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KMU Exportindikator Export: Eurokrise hinterlässt Spuren

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

>> Die Krise in Europa bereitet den Schweizer KMU zunehmend Sorgen. Hinzu kommt, dass die bisherigen Wachstumsimpulse aus Asien und den USA nachlassen und den Nachfragerückgang in Europa nicht kompensieren können. Entsprechend hat sich die Exportstimmung im Quartalsverlauf spürbar abgekühlt. Das ist der Befund des KMU Exportindikators der Credit Suisse und der Osec.

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Die Exportstimmung bei den Schweizer KMU trübt sich weiter ein.
Die Exportstimmung bei den Schweizer KMU trübt sich weiter ein.
(Bild: Seco)

Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, notiert zurzeit bei -0.92 (im Vorquartal: -0.33). Damit liegt es nur noch marginal über der Wachstumsschwelle von -1. Das Schweizer Exportwachstum dürfte somit im nächsten Quartal zum Stillstand kommen.

Exportlage verdüstert sich

Gleichzeitig zeigen die KMU-Exportperspektiven der Osec eine Verdüsterung der Exportstimmung: Aktuell wird ein Wert von 55,2 Punkten erreicht, gegenüber 60,2 Punkten im Vorquartal. Dieser Wert errechnet sich aus der Exportstimmung der KMU für das 3. Quartal 2012 sowie den effektiven Exporten im Vorquartal. Trotz dem Rückgang gegenüber dem Vorquartal deuten die KMU-Exportperspektiven noch auf leicht steigende Exporte hin, liegt doch die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten auf der von 0 bis 100 reichenden Skala. 34,5% der Schweizer KMU erwarten für das kommende Quartal einen Exportzuwachs, gegenüber 38,0% im Vorquartal. 45,9% gehen von einer Stagnation ihres Exportvolumens aus, im Vergleich zu 50,5% zu Beginn des 2. Quartals 2012. Und mittlerweile jedes fünfte KMU (19,6%) befürchtet rückläufige Exporte, während es im Vorquartal nur gut jedes zehnte war (11,5%).

Markante Unterschiede nach Branchen

Gemäss dem Credit Suisse Exportbarometer bestehen für die Metallindustrie sowie die Elektronik- und Präzisionsinstrumente nach wie vor überdurchschnittliche Exportaussichten.Weiterhin am trübsten sehen die Exportaussichten für die Papierindustrie aus. Erwarteten bei den KMU-Exportperspektiven der Osec zu Beginn des 2. Quartals 2012 noch alle Branchen mit Ausnahme der Papierindustrie ein Exportwachstum, so sind die KMU heute erheblich pessimistischer: Nur noch drei Branchen – Dienstleistungen, Präzisionsindustrie sowie Chemie/Pharma – sehen sich weiter auf Wachstumskurs. Die übrigen Sektoren gehen für das 3. Quartal von einem Rückgang aus – allen voran der Maschinenbau; aber auch die Papierindustrie und der Konsumgütersektor erwarten deutlich rückläufige Ausfuhren.

Erhöhter Export dank Produktinnovation

Die KMU, die höhere Exporte erwarten, führen dies vor allem auf Produktinnovation zurück. Darauf entfallen 49% der Nennungen, gegenüber 52% im Vorquartal (Mehrfachnennungen möglich). 43% nennen verstärktes Marketing als Grund, während es im Vorquartal noch 49% waren. Nicht überraschend hat der Faktor Erholung des wirtschaftlichen Umfelds deutlich an Bedeutung verloren mit noch 19% der Nennungen, nach 25% im Vorquartal. Die KMU, die von rückläufigen Ausfuhren ausgehen, schreiben dies neu primär dem konjunkturellen Abschwung zu: 56% nennen diesen Faktor, gegenüber 42% im Vorquartal. Dadurch wurde der Faktor Konkurrenzdruck auf den zweiten Platz verdrängt mit nur noch 44% der Nennungen, nachdem es im Vorquartal noch 54% gewesen waren.

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