Swissmechanic intern Fachtagung 2013 der Sektion Zürich

Redakteur: Lya Bartholet

>> Die traditionelle Fachtagung der SWISSMECHANIC-Sektion Zürich fand dieses Jahr besonders grosses Interesse. Weit über 50 Personen folgten der Einladung. Sie fand wiederum im geräumigen Multifunktionsraum des Ausbildungszentrums Effretikon am 15. Mai 2013 statt. Mit Dr. h. c. Beat Kappeler zum Thema «Von der Eurokrise und vom Zyperncrash – Produktionsstandort Schweiz – die Aussichten» und mit lic. jur. Sven Lüscher, Rechtsanwalt, zum Thema «Rechtsberatung in der Sektion Zürich».

Firmen zum Thema

Dr. h. c. Beat Kappeler
Dr. h. c. Beat Kappeler
(Bild: Swissmechanic)

Sven Lüscher referierte nach der Begrüssung durch Sektionspräsident Fredi Keller im ersten Teil der Fachtagung über das exklusive Rechtsberatungssystem für die Mitglieder der Sektion Zürich. Diese haben jeweils die Möglichkeit, sich durch das renommierte Anwaltsbüro WerderViganò Anwälte während etwa 20 bis 30 Minuten kostenlos beraten zu lassen. Nicht nur Auskünfte über das Arbeitsrecht, sondern immer mehr allgemeine Rechtsfragen rund um den Firmenbetrieb werden eingeholt. In manchen Fällen konnte mit einer Auskunft viel Schaden oder Ärger verhindert werden.

Anhand von diversen Fallbeispielen wurde aufgezeigt, wie wichtig rechtliche Abklärungen sein können. Diese Serviceleistung erfreut sich steigender Beliebtheit. Alle Anfragen werden selbstverständlich anonym behandelt und pauschal mit der Sektion abgerechnet.

Produktionsstandort Schweiz – die Aussichten

Für den zweiten Teil ist es uns gelungen Dr. h. c. Beat Kappeler als Referent zu gewinnen. Kaum einer der Anwesenden, dem Beat Kappeler noch nicht durch seine klaren Äusserungen in Fernsehsendungen wie der ARENA oder als Publizist in der NZZ bereits bekannt gewesen wäre. Das gewählte Thema für die Fachtagung ist hochaktuell.

Bereits jetzt wird von vielen Europolitikern die Krisensituation wieder schöngeredet. Zwar wurde bei der aktuellen Eurokrise viel umgeschichtet, umverteilt, umgeschuldet und versprochen, aber laut Ökonomen ist wenig passiert. Viele Aktionen müssen nun schmerzhaft in Angriff genommen werden. Die Eurozone steckt nach wie vor in der Währungsfalle. Dabei sind die Mitglieder nicht mehr frei in ihrer Handlungsfähigkeit. Weder abwerten noch aufwerten ist mehr möglich. Die Folgen sind dramatisch, weil die Länder des Südens gegenüber dem Norden nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Seit Jahren wurde die festgelegte Höchstquote der Neuverschuldung (max. 3 % des BSP) nicht mehr eingehalten. Nach wie vor fehlt auch bei den meisten Europolitikern der Wille oder die Einsicht, dass der Euro ohne gravierende Veränderungen kaum überlebensfähig ist. Zu gross ist die Angst, den Wählern darzulegen, dass sehr viele unhaltbare Versprechungen in diesem Zusammenhang gemacht wurden. Sollte aber der Euro langfristig gesichert werden, sind massive und schmerzliche Umstrukturierungen in der Eurozone nötig. Ungeliebte Szenarios wie die Vergemeinschaftung der Schulden, Sanktionen gegen die Schuldenwirtschaft, weitere riesige Einlagen in den Hilfsfonds von 700 Milliarden (ESWM) usw. Dabei dürfte das grösste Problem darstellen, dass die Schuldenländer in der Eurozone in der Mehrheit sind und damit die Blockiermehrheit gegen alle Sanktionen besitzen. Auch Reformen zur erhöhten Leistungsfähigkeit in allen Bereichen sind in den lateinischen Ländern unabdingbar, zum Beispiel Kündigungsmöglichkeiten, Einführung von Berufslehren, erhöhte Arbeitszeit usw.

Der Erfolg der Schweizer Wirtschaft in den letzten Jahren ist eher ein Kontrastprogramm gegenüber der Eurozone. Der Kampf gegen den starken Franken brachte mit den Interventionen zu 1.20 CHF/Euro eine verbesserte Position. Aber auch eine stark erhöhte Geldmenge. Nach wie vor gibt es aber unzählige Probleme und es ist sehr wichtig, dass mit vernünftigen Reformen unser Wohlstand erhalten bleibt.

Im Anschluss konnten viele Fragen im Dialog mit Dr. h. c. Beat Kappeler erörtert werden. Mit einem kräftigen Applaus schloss die interessante Veranstaltung. <<

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