Siemens: Cloud Computing Feldebene mit Datencloud verbinden

Redakteur: Konrad Mücke

Die Digitalisierungsplattform Industrial Edge sorgt dafür, dass Produktionsbetriebe Daten zwischen der Feldebene und einer Datencloud austauschen können. Dazu gehören ein Backend, Edge-Geräte und Edge Apps. Letztere sorgen für ausgereifte Datenanalysen und erhöhen die Produktivität.

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Auf dem Weg zu Industrie 4.0: Feldebene und Datencloud für effiziente Datenverarbeitung verbinden.
Auf dem Weg zu Industrie 4.0: Feldebene und Datencloud für effiziente Datenverarbeitung verbinden.
(Bild: Siemens)

Automatisierungsgeräte verfügen mit der Digitalisierungsplattform Industrial Edge von Siemens über eine maschinennahe Datenverarbeitung. Denn die Plattform verwirklicht eine hoch entwickelte Analysetechnik und umfassende Rechenalgorithmen für die Fertigung. Das ermöglicht Anwendern unterschiedlich, beschreibend, diagnostisch, vorausschauend und vorschreibend Daten zu analysieren. Dabei lassen sich wahlweise Edge Apps von Siemens oder APPs von Drittanbietern oder von End­anwendern selbst erstellte Funktionen nutzen, um die Automatisierungskomponenten zur Datencloud zu verbinden. Somit schliesst Industrial Edge die Lücke zwischen der klassischen lokalen und der cloudbasierten Datenverarbeitung.

Lokale und cloudbasierte Datenverarbeitung verbinden

Mit Edge Computing lassen sich grosse Datenmengen lokal verarbeiten. Dafür gibt es vom Softwarehersteller ein breites Spektrum an Anwendungen. Das betrifft unter anderem Datenverarbeitung, Datenvisualisierung per Webserver, Datenübertragung in die Cloud- oder eine lokale IT-Infrastruktur. Zudem unterstützt die Software das kurzfristige Entwickeln von APPs.

Zudem verringern sich für Anwender die Speicher- und Übertragungskosten, da grosse Datenmengen vorverarbeitet werden und ausschliesslich relevante Daten in eine Cloud- oder IT-Infrastruktur übertragen werden. Industrial Edge von Siemens unterstützt Übertragungsprotokolle in Verbindung mit der Datencloud, unter anderem für MindSphere, dem offenen, cloudbasierten Betriebssystem von Siemens, und zukünftig auch für Message Queuing Telemetry Transport (MQTT). Das sorgt für eine sichere und effiziente Datenübertragung.

Werkzeugmaschinen arbeiten prozessstabiler und produktiver

Für Werkzeugmaschinen verwirklicht die Digitalisierungsplattform in Verbindung mit CNC-Steuerungen Sinumerik maschinennah eine Vielzahl an Softwareapplikationen, um hochfrequent Daten zu erfassen, vorzuverarbeiten und zu analysieren. Zudem können komplexe Werkzeugwege berechnet werden sowie Nebenzeiten oder die Überwachung von Arbeitsräumen optimiert werden. Das Betriebssystem und die gewünschten Applikationen für Sinumerik lassen sich über Backend-Services von dem cloudbasierten Betriebssystem MindSphere installieren und kontinuierlich aktualisieren. Die Digitalisierung mit Industrial Edge für Sinumerik ermöglicht Anwendern somit eine kontinuierlich stabile Überwachung von Prozessen und Zuständen sowie eine deutlich höhere Produktivität.

Höchst flexibel und produktiv über gesamten Lebenszyklus

In Verbindung mit Antrieben und Steuerungen Simatic lassen sich Automatisierungskomponenten wie Controller unterstützen, um grössere Datenmengen aus automatisierten Anlagen effizient und schnell zu verarbeiten. Das erhaltene Wissen über Prozesse und Anlagenkomponenten ermöglicht, die Produktivität kontinuierlich zu steigern. Einhergehend lassen sich in der klassischen Automatisierungstechnik zusätzliche Applikationen installieren und verwirklichen, zum Beispiel Condition Monitoring oder Predictive Maintenance. Darüber hinaus schafft Edge Computing eine bisher nicht zu realisierende Flexibilität. Anlagen können über funktionale, rückkopplungsfreie Updates über den üblichen Lebenszyklus stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Beim Entwickeln individueller Applikationen unterstützt der Softwarehersteller Anwender mit Frameworks sowie dem Zugriff auf integrierte Konnektivität zur Automatisierungswelt.

Management, Geräte und Applikationen integriert

Industrial Edge von Siemens umfasst das Management-System, die erforderlichen Geräte sowie eine Vielzahl an Applikationen. Mit dem Edge Management System lassen sich sämtliche verbundenen Edge-Geräte zentral steuern und die Zustände überwachen. Anwender können Softwareapplikationen (Edge Apps) aus dem Edge App Store des Back­end-Systems auf die gewünschten Geräte installieren. Die Geräte sind mit einer Runtime-Software ausgestattet. Diese verbindet die angebundene Automatisierung wie auch das Management-System für eine zuverlässige Datenkommunikation. Eine Treiber-Toolbox trägt zum einfachen Zugriff auf Gerätefunk­tionen bei. Die Runtime-Software gewährleistet eine abgesicherte App-Umgebung zum Ausführen von Funktionen auf den angebundenen Geräten. APPs für Siemens Industrial Edge gibt es zum einen vom Softwarehersteller selbst, zum anderen von zahlreichen Drittanbietern. Zudem wird es Anwendern möglich sein, selbst APPs zu entwickeln, die auf individuelle Forderungen abgestimmt sind. SMM

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