ISEM XXI Fertigung: über die Zerspanung hinaus

Von Anne Richter

Vom 14. bis 16. Juni wird die 21. CIRP-Konferenz nichtkonventioneller Bearbeitungsverfahren unter dem Namen ISEM XXI in Zürich stattfinden. Die Konferenz bietet die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch zwischen Forschern, Anwendern und Anbietern aus der Wissenschaft und der Industrie.

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Nichtkonventionelles Fertigungsverfahren: Laserablation zur Herstellung von Werkzeugen aus ultraharten Materialien.
Nichtkonventionelles Fertigungsverfahren: Laserablation zur Herstellung von Werkzeugen aus ultraharten Materialien.
(Bild: Inspire)

Zum zweiten Mal in Folge ist es gelungen, die ISEM, internationale Konferenz nichtkonventioneller Fertigungsverfahren, als ISEM XXI wieder nach Zürich zu holen, und damit dem Technologiestandort Schweiz eine gebührende Bedeutung für die in dieser Konferenz im Zentrum stehenden nichtmechanischen Fertigungstechnologien einzuräumen. Während die Fertigung heute überwiegend durch mechanische Technologien wie Zerspanen und Umformen geprägt ist, kommen die nichtmechanischen Technologien, z. B. Elektroerosion, Laserschneiden und additive Fertigung, häufig dann zum Einsatz, wenn die mechanischen Technologien am Ende sind. Solche Situationen treten beispielsweise auf, wenn die Werkstückmaterialien zu hart, die zu fertigenden Geometrien zu kompliziert sind oder wenn die nichtmechanische Bearbeitung in der jeweiligen Losgrösse ökonomisch interessanter ist. Damit haben sie Alleinstellungsmerkmale an der vordersten Front der Fertigung und ein extrem hohes Innovationspotenzial.

Kontakt- und kraftfreie Bearbeitung

Die Verfahren arbeiten zumeist kontakt- und kraftfrei, und es ist nicht ein geometrisches Werkzeug, das die Werkstückgeometrie bestimmt, sondern ein Energiefeld. Damit kann das Prinzip Härte gegen Härte, Diamant gegen Diamant, Material gegen Materie aufgehoben und durch das Prinzip Energie gegen Materie ersetzt werden, das ganz anderen Gesetzmässigkeiten und Randbedingungen unterliegt. So können Bauteile erstellt werden, die völlig neue Eigenschaften haben und damit neue Konstruktionsprinzipe umsetzen. Die Kenntnis und Beherrschung dieser Verfahren entscheidet somit häufig nicht nur über die Wirtschaftlichkeit einer Fertigung, sondern über die Wettbewerbsfähigkeit eines Produkts am Markt bzw. des Unternehmens insgesamt. Auch der Sammelbegriff nichtkonventionelle Fertigungsverfahren zeigt, dass diese Verfahren noch relativ junge Fertigungsverfahren sind, deren Grenzen noch bei Weitem nicht erreicht sind.

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Die Schweiz spielte und spielt in der Entwicklung und Umsetzung dieser Verfahren international eine wichtige Rolle. Gerade die Werkzeugmaschinenindustrie ist in der Lasertechnik, der Elektroerosion, dem thermischen Spritzen führend. Die wesentlichen Entwicklungen zur Industrialisierung der Elektroerosion fanden in der Schweiz statt. Und so ist es eine Freude, eine Verankerung dieser Konferenz in der Schweiz zu sehen.

Innovation braucht Wissensaustausch

Die ISEM XXI wird vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung (IWF) der ETH Zürich im Namen der Internationalen Akademie für Produktionstechnik (CIRP) in Zürich organisiert und vom 14. bis 16. Juni 2022 stattfinden. Nachdem die vorangegangene Konferenz ganz im Online-Format durchgeführt wurde, soll die ISEM XXI wieder einen wesentlichen Präsenzanteil haben, da Innovation Wissens- und Erfahrungsaustausch braucht. Die CIRP besteht aus Mitgliedern, welche Excellence in der Forschung gezeigt haben, und umfasst 500 akademische und industrielle Mitglieder aus 50 industrialisierten Ländern. Das Ziel der Akademie ist es, die Forschung und Entwicklung in Akademie und Industrie zu nachhaltigem ökonomischem Wachstum und Wohlergehen der Gesellschaft zu fördern.

Die Hauptthemen der Konferenz sind Funkenerosion (EDM), Elektrochemischer Abtrag (ECM), Laserbearbeitung (LBM), chemische, Hybrid- und Plasma-Prozesse, Additive Fertigung (AM), Elektrodeposition, Ultraschallbearbeitung (USM) und Wasserstrahlschneiden (AJM). Die Konferenz bietet die Möglichkeit, dass Forscher, Benutzer und Anbieter aus der Wissenschaft und der Industrie die neusten Anwendungen, Innovationen und Visionen präsentieren und austauschen können. Die Vernetzung zwischen Akademie und Industrie, aber auch Synergien zwischen den einzelnen hier zusammengefassten Verfahren in der physikalischen Beschreibung spielen eine wesentliche Rolle, um zukünftige Forschung und Entwicklung zu fördern.

Die Konferenz wird an drei Tagen mit starker internationaler Beteiligung stattfinden. Am Abend vor der Konferenz können die Teilnehmer sich bereits bei einem Welcome-Apéro in informeller Umgebung kennenlernen. Während der drei Konferenztage werden die Beiträge der Teilnehmer und Keynote-Redner präsentiert. Ein Networking-Abend und ein Gala-Dinner sind geplant. Der Erfahrungs- und Wissensaustausch steht dabei im Vordergrund. Am Tag nach der Konferenz besteht zudem die Möglichkeit, lokale Schweizer Unternehmen und Forschungsinstitute zu besuchen, um einen Einblick zu erhalten.

Die Konferenz wird alle zwei Jahre von einem Mitglied der CIRP organisiert, die wissenschaftlichen Beiträge werden in einer Open-Access-Zeitschrift «Procedia CIRP» durch Elsevier publiziert, die für die Tagungsteilnehmer online abrufbar ist. -ari- SMM

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