Flexibel und wirtschaftlich auch bei kleinen Losgrössen

Redakteur: Anne Richter

>> Auf seinen Werktagen zeigte Heller mit seinen 5-Achs-Dreh-Fräszentren der neuen CP-Reihe eine Entwicklung, die vor allem auch für den Schweizer Markt interessant ist. Das Maschinenbauunternehmen aus Nürtingen sieht seine Wachstumsmöglichkeiten bei Fertigungsunternehmen, mit hoher Produktvielfalt und kleineren Losgrössen.

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Grossteileproduktion bei Heller in Nürtingen.
Grossteileproduktion bei Heller in Nürtingen.
(Bild: Heller)

ari. Während der 6. Heller Werktage vom 17. bis 19. April 2013 in Nürtingen standen in diesem Jahr Qualität, Spannung, Produktivität und Vielfalt im Mittelpunkt. Mit sieben Bearbeitungszentren, live unter Span, Werksführungen und begleitenden Kundenvorträgen zeigte das Maschinenbauunternehmen seine Kompetenzen. Mit der Auswahl fokussierte Heller unter anderem auch auf eine wirtschaftliche Fertigung bei kleineren Losgrössen und einer hohen Vielfalt an Produkten. Damit konzentriert sich Heller auf Kunden ausserhalb der Fahrzeugindustrie, die rund zwei Drittel seines Umsatzes ausmacht. Diese Ausrichtung zeigt Heller unter anderem mit der Entwicklung der 5-Achs-Dreh-Fräszentren der CP-Reihe. Wobei das Unternehmen weitere Entwicklungen im 5-Achs-Bereich plant.

Starker Franken zwingt zu Wirtschaftlichkeit

Diese Ausrichtung auf Wirtschaftlichkeit zeigten auch die Erfahrungsberichte von Fertigungsexperten aus der Praxis. Ein Beispiel kam auch von einem Heller-Kunden aus der Schweiz, der Spühl AG aus Wittenbach. Die Kunden des Maschinenbauunternehmens reagieren aufgrund des starken Frankens mit Zurückhaltung bei Neuinvestitionen, der Wettbewerbsdruck aus Billiglohnländern wird stärker und die Erträge sinken, berichtete Martin Wagegg, Leiter kubische Fertigung bei der Spühl AG während des Vortrages. Deshalb war die Vorgabe, diesen Nachteil durch eine höhere Wirtschaftlichkeit zu kompensieren. Einen wesentlichen Ansatz sah man in der Investition in ein neues Bearbeitungszentrum, mit dem man die Bearbeitungszeiten um mindestens 30 Prozent senken wollte.

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Bearbeitungszeiten um 40 Prozent gesenkt

Mit aussergewöhnlich kurzen Span-zu-Span-Zeiten und dem Doppelantrieb in der Z-Achse, der für eine Reduzierung der Tischverformung und des Verschleisses steht, wurde man mit dem Heller-Bearbeitungszentrum H 2000 fündig. Der niedrige Anschlusswert von 34 kVA, die 409 Werkzeugplätze sowie die grossen Führungsabstände in der X-, Y- und Z-Achse kamen zusätzlich entgegen. Mit dem Bearbeitungszentrum H 2000 ersetzt man in Wittenbach mittlerweile zwei ältere Maschinen. In Ergänzung mit moderner Werkzeug- und Produktionstechnologie konnten so inzwischen die Bearbeitungszeiten um 40% gesenkt werden. Eine Einsparung, die zu einer Kompensation des Wechselkurses führt, die Spühl AG im Wettbewerb mit Billiglohnländern stärkt und inzwischen auch zu einer weiteren Investition in eine H 2000 geführt hat, die man verkettet installieren will.

Besucherrekord

Mit über 600 Gästen aus insgesamt 18 Ländern meldete Heller ein neues Rekordergebnis. Dabei kamen 60 Prozent der Gäste aus Deutschland, 40 Prozent beispielsweise aus der Schweiz, Italien, Spanien oder auch Russland, den USA und China. Neben einer Delegation der ETH Zürich organisierte auch Springmann, die Schweizer Vertretung der Heller-Maschinen, eine Reise zu den Werktagen.

Erfolgreichstes Geschäftsjahr überhaupt

Das Geschäftsjahr 2012 war für Heller das erfolgreichste in seiner Geschichte. Mit einem Umsatz vom 592 Millionen Euro erzielte das Unternehmen eine Steigerung von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 20 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Nach den rasanten Steigerungen seit 2010 hat sich inzwischen eine gewisse Beruhigung und erwarte Normalisierung ergeben. Die Auftragseingänge beliefen sich im gleichen Zeitraum auf 544 Millionen Euro. Dabei hat sich die geografische Gewichtung der Auftragseingänge aufgrund eines starken Projektgeschäftes weiterhin Richtung China verschoben. <<

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