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Friedrich Remmert GmbH: Hohe Effizienz dank automatischem Blechlager

Redakteur: Hermann Jörg

>> Damit ein renommierter Zentrifugenhersteller seine Blechlagerung trotz der lediglich 3,80 Meter hohen Halle automatisieren konnte, war er auf die Flexibilität eines erfahrenen Lagertechnik-Herstellers angewiesen. Die Friedrich Remmert GmbH lieferte schliesslich ein automatisches Blechlager mit besonders kompaktem Förderzeug und mit direkter Anbindung zweier Blechbearbeitungsmaschinen. So spart der Betrieb nun über 40 % Zeit bei der Materialzuführung.

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Zusätzliche manuelle Auslagerstation. (Bild: Remmert)
Zusätzliche manuelle Auslagerstation. (Bild: Remmert)

joe. Nur 3,80 Meter – so niedrig ist eine der Lager- und Produktionshallen der Andreas Hettich GmbH. Viel zu niedrig für ein Standard-Regalbediengerät. «Wir haben eine ganze Reihe von Blechlager-Anbietern angefragt, viele hatten jedoch keine Lösung für unsere geringe Hallenhöhe. Remmert hingegen bot uns ein schlüssiges Gesamtkonzept», erinnert sich Dieter Sorg, Leiter CAM bei Hettich. Vor der Integration des automatischen Blechlagers arbeitete der Betrieb mit einem selbstgebauten manuellen Lager, aus dem mittels Stapler die benötigten Bleche entnommen wurden. Diese Arbeitsweise war extrem zeitaufwendig, da benötigte Bleche oftmals im unteren Teil des Stapels lagen und zur Auslagerung längere Rangierfahrten notwendig waren.

Als die Anschaffung einer neuen Laserschneidanlage anstand, überlegten sich die Verantwortlichen deshalb, wie im Rahmen dieser Investition die Prozesse im Bereich der Blechbearbeitung effizienter gestaltet werden könnten. Das Fazit: Eine spürbare Rationalisierung der Abteilung war nur durch die Automatisierung des Blechlagers möglich. «Früher dauerte es oft 20 bis 30 Minuten, bis das gewünschte Blech an der Maschine war, jetzt benötigen wir dafür nur noch ein bis zwei Minuten», erläutert Sorg.

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Automatisches Lagersystem

Das Material wird heute in 180 Kassetten mit je drei Tonnen Nutzlast bevorratet. An das Lager angebunden sind eine Laserschneidmaschine Bystronic Byspeed 3015 und eine Amada Vipros 380 King. Eine Tafelschere wird über eine zusätzliche Auslagerstation manuell mit Blechen aus dem Automatiklager versorgt. Bei diesem Projekt kommt die Remmert-Software «Pro WMS Enterprise» zum Einsatz. Diese Lösung ist eine prozessorientierte Logistiksoftware, die alle Lager- und Bearbeitungsprozesse koordiniert. Die optimale Auslastung der CNC-Maschinen und ein perfektes Zusammenspiel aller Arbeits- und Prozessschritte sind so gewährleistet. «Letztendlich waren bei uns drei Anbieter in der engeren Auswahl. Das Gesamtkonzept, das Remmert uns vorgestellt hat, war im Hinblick auf das Raumkonzept und die problemlose Anbindung der vorhandenen Bearbeitungsmaschinen die optimale Lösung für uns», berichtet Klaus Günter Eberle, technischer Geschäftsleiter bei Hettich. Ein ebenfalls ausschlaggebender Grund für die Auswahl von Remmert: Dieser Blechbearbeitungsexperte hatte bereits umfangreiche Erfahrung mit dem eingesetzten Schachtelprogramm «ActCUT» von Alma und konnte das System somit ganz einfach über eine bestehende Standardschnittstelle an seine Software anschliessen.

Präzise Blechteile für Zentrifugen

Der Anwender produziert mit 240 Mitarbeitern und zwölf Auszubildenden am Standort Tuttlingen im Zweischichtbetrieb Zentrifugen, Kühlinkubatoren und Vakuumkonzentratoren. An den beiden Bearbeitungsmaschinen, die das Blechlager beschickt, werden hauptsächlich hochpräzise Blechteile für Zentrifugen gefertigt. Diese Produkte kommen in verschiedenen sensiblen Bereichen zum Einsatz – unter anderem in Chemie, Physik, Pharmazie, Biologie, Biotechnologie und in der Medizin. Selbst auf der Raumstation ISS ist eine Zentrifuge dieses Herstellers im Einsatz und unterstützt die Wissenschaftler bei ihren Forschungen.

Deutlich schnellere Prozesse

In dem 150 m2 grossen und nur 3,80 m hohen Lager werden 60 verschiedene Blechsorten in unterschiedlichen Qualitäten und Abmessungen bevorratet. Im Vergleich zur vorhergehenden Lagerung in manuell bedienten Regalen spart der Betrieb rund 60 % der benötigten Lagergrundfläche. Neben den klein- bis grossformatigen Blechen werden im Blechlager auch Zuschnitte in Stärken bis 20 mm zwischengelagert. Das Regalbediengerät ist auf eine Leistung von bis zu 30 Doppelspielen/Stunde ausgelegt. Es kann so problemlos die direkt angebundene Bystronic-Byspeed, die Amada-Vipros sowie die zusätzliche Auslagerstation mit Blechen versorgen, ohne dass es zu Wartezeiten kommt. Dreimal pro Woche wird in Tuttlingen ausserdem neues Material angeliefert und parallel zur laufenden Produktion in das Lagersystem eingelagert.

Laser und Stanzmaschine fordern nach Bedarf Rohmaterial für die anstehenden Produktionsprozesse an. Der Laser wird direkt aus dem Lager beschickt, die Bestückung der Stanzmaschine wird mittels einer Handlingvorrichtung von Amada umgesetzt. Bemerkenswert ist, dass die Anlage eine Redundanz von 90 % aufweist: Die Lasermaschine kann im Störungsfall dieselben Teile herstellen wie die Stanzmaschine.

«Durch die Integration des Lagers und die direkte Anbindung der Bearbeitungsmaschinen ist die Materialzufuhr heute rund 70 % schneller geworden», erläutert Dieter Sorg. Umgesetzt wurde die Integration des Lagers und die Anbindung der Blechbearbeitungsmaschinen innerhalb weniger Wochen. «Auch in der Bauphase hat uns der Lagerlieferant sehr gut unterstützt. So konnten wir mit nur einer Woche Stillstand der Maschinen die komplette Abteilung umstrukturieren», beschreibt Sorg die Realisierungsphase.

Ergebnisse im Überblick

Durch die Integration des automatischen Blechlagers erzielte der Anwender folgende Ergebnisse:

  • Implementierung eines kompakten und leistungsstarken automatischen Blechlagers trotz der geringen Hallenhöhe von nur 3,80 Meter
  • Raumoptimierte Lagerung von rund 60 verschiedenen Blechsorten in unterschiedlichen Formaten
  • 70 Prozent Zeitersparnis im Bereich Materialzufuhr zu den angeschlossenen, direkt oder auch manuell angebundenen Produktionsmaschinen
  • Schnelle Bereitstellung der Bleche an den beiden Bearbeitungsmaschinen und der zusätzlichen Auslagerstation durch das Flurförderzeug mit bis zu 30 Doppelspielen pro Stunde
  • Direkte Anbindung von CNC-Blechbearbeitungsmaschinen unterschiedlicher Hersteller an das Lager
  • Vollständige Umstrukturierung der Abteilung bei nur einer Woche Produktionsstillstand.

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