Infrarot-Wärme Ganz gezielt erwärmen

Redakteur: Luca Meister

Fussmatten und Teppiche sollten im Auto nicht herumrutschen und einen guten Halt für die Füsse bieten. Dafür müssen sie passgenau sitzen, in allen Ecken und Winkeln des Innenraums. Die Matten bestehen meist aus einer rutschfesten Unterseite und einer teppichartigen Oberfläche. Sie werden im Grossformat produziert und dann in Form geschnitten. Damit die Ränder im Auto später nicht unschön ausfransen, ist es nötig, sie mit Hilfe von Wärme zu verpressen. Exakt konturangepasste Infrarot-Strahler von Heraeus Noblelight ermöglichen automatisierbare Wärmeprozesse mit effizientem Energieeinsatz.

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(Bild: Wisag)

Autoteppiche bestehen oft aus Polyestervlies mit Gummiunterseite, die dank Noppen und anderen Strukturen rutschfest ist. Das Vlies auf der Oberseite könnte nach dem Zuschneiden der Matten ausfransen. Herkömmlich wird es daher an den Rändern mit einem erwärmten Werkzeug verpresst. Beim Einsatz von Infrarot-Strahlern ist es nicht mehr nötig, das Werkzeug vorzuwärmen. Ein Strahler, der exakt den Teppichkanten nachgebogen ist, erhitzt diese innerhalb von Sekunden – danach werden die Kanten direkt vom Werkzeug verpresst. Durch die kontaktfreie Infrarot-Erwärmung können Taktzeiten auf insgesamt 15 bis 20 Sekunden verkürzt werden. Möglich wird das durch konturangepasste Strahler aus Quarzglas. Diese lassen sich dem Verlauf von Kanten oder Rändern nachformen und erwärmen genau dort, wo es nötig ist, ohne die ganze Matte mit zu erwärmen. Das minimiert Hitzeschäden und spart Energie.

Kontaktfrei, sekundenschnell

Die verschiedensten Prozesse bei der Kunststoffverarbeitung werden mittlerweile mit Infrarot-Wärmetechnologie verwirklicht. Infrarot-Strahler sind bewährt bei der raschen homogenen Erwärmung grosser, planer Oberflächen. Eine echte Herausforderung sind jedoch Fertigungsprozesse, bei denen nur kleine oder gekrümmte Flächen, Ränder, Kanten oder Konturen Wärme benötigen.

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Durch die kontaktfreie Infrarot-Erwärmung können Kunststoffteile ohne zusätzlichen Kleber oder andere Hilfsmittel verbunden werden. Die Strahlung schmilzt in kurzer Zeit eine dünne Oberflächenschicht der Kunststoffeinzelteile. Diese werden dann durch einfaches Zusammendrücken etwa zu Behältern für Wischwasser oder Bremsflüssigkeit verbunden. Im Gegensatz zum Kontaktschweissen mit heissen Platten bleibt kein Material an der Wärmequelle hängen, der Erwärmungsschritt erfolgt im Sekundentakt jederzeit reproduzierbar.

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