Vischer&Bolli: Hydraulische Nullpunktspannung

Genau spannen bei hohen Kräften

| Redakteur: Konrad Mücke

Beim Spannzangenverschluss Safe 20 umschliesst der Zylinder komplett das Profil des Spannbolzens und des Spannkolbens.
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Beim Spannzangenverschluss Safe 20 umschliesst der Zylinder komplett das Profil des Spannbolzens und des Spannkolbens. (Bild: Vischer + Bolli AG)

Die Schneeberger AG in Roggwil spannt Werkstücke mit dem Nullpunkt-Spannsystem DockLock von Vischer&Bolli. Es kombiniert hohe Einzugs- und Haltekräfte mit höchster Wiederholgenauigkeit. Zudem gibt es vom Hersteller individuelle Sonderanfertigungen.

Um flexibel und produktiv zu fertigen, beabsichtigte der Lineartechnikhersteller Schneeberger AG bereits im Jahr 2014 seine Maschinen mit einem geeigneten Spannsystem auszustatten. Man wollte vor allem die Stillstandszeiten zum Rüsten der Maschinen minimieren. Zudem sollte das System Schwingungen mindern sowie form- oder kraftschlüssig arbeiten. Nach einigen Vergleichen unterschiedlicher Produkte entschied man sich wegen der höheren Spannkraft für das hydraulische Nullpunkt-Spannsystem DockLock von Vischer & Bolli. Ein weiteres bei der Wahl entscheidendes Kriterium war der Service. In Roggwil benötigt man immer wieder spezielle Optionen und Sonderanfertigungen. Deshalb wollte man direkt mit dem Hersteller und dessen Konstrukteuren in Verbindung zu stehen.

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Sonderausrüstung kurzfristig verfügbar

Üblich fertigt der Hersteller Vischer & Bolli ein grosses Spektrum an standardisierten Nullpunkt-Spannsystemen. Dies betrifft Varianten mit Verschlussplatten unterschiedlicher Abmessungen mit zwei bis acht Spannkonen. Allerdings benötigt der Lineartechnikhersteller Schneeberger weitere Ausführungen, zum Beispiel zwei Platten mit neun Spannstellen sowie Platten mit jeweils fünf dreifach angeordneten Spannzylindern. Mittlerweile verfügt er über etwa 80 Spannzylinder für drei horizontale Bearbeitungszentren sowie über sieben Spanntürme. Für Marc Hebeisen, verantwortlich für die Programmierung, trägt das deutlich dazu bei, schneller und wirtschaftlicher zu rüsten. Zudem verwirkliche man damit einen hohe Genauigkeit. «Wir bearbeiten überwiegend Komponenten aus Aluminium für unsere Positioniersysteme in Serien, in kleiner Anzahl als Prototypen und als Einzelstücke bei Reparaturen. Üblich sind Auftragslose mit zwei bis 50 Werkstücken.»

Spannkräfte gewährleisten Genauigkeit

Beispielsweise an 700 x 700 mm messenden Platten müssen die Kanten auf 5 µm genau parallel gefertigt werden. Dabei vertrauen die Hersteller in Roggwil auf 3 µm Genauigkeit ihrer Bearbeitungszentren. Dies beim Bearbeiten der aufgespannten Werkstücken nutzen zu können, erfordert hohe Einzugskräfte beim Spannsystem. Nur so lässt sich gewähren, dass die Bauteile bei hohen Bearbeitungskräften ihre Position exakt beibehalten. Zudem vermindern und dämpfen hohe Einzugskräfte Schwingungen, die sich aus der Fräsbearbeitung ergeben können. Das trägt zu Präzision und hoher Oberflächengüte bei. Darüber hinaus verlängert es die Standzeiten der Werkzeuge, wie Marc Hebeisen bestätigt. Üblich verwirklicht das Nullpunkt-Spannsystem von Vischer & Bolli etwa 5 µm Wiederholgenauigkeit.

Hydraulik bevorzugt

Bei Schneeberger sieht man die Hydraulik mit 60 bar Druck wegen der benötigten hohen Spannkräfte als unabdingbar. Pneumatische Systeme, wie das jüngst von Vischer & Bolli vorgestellte Spannsystem DockLock AirLine, erachtet man zunächst als nur bedingt einsetzbar. Dazu erläutert Marc Gschwind, Leitung Fertigung: «Das pneumatische System ist sicher eine Überlegung wert, denn die Druckluft ist verfügbar. Das erfordert wesentlich weniger Aufwand verglichen mit den derzeit benötigten Hydraulikaggregaten. Auch beschreibt der Spannsystemhersteller die Einzugs- und die Haltekräfte mit 12000 N beziehungsweise 40000 N denjenigen des hydraulischen Systems vergleichbar. Deshalb könnte man alternativ ein pneumatisches Spannsystem einsetzen. Es liesse sich zudem systemübergreifend auf weiteren Bearbeitungszentren nutzen.»

Zuverlässig verbunden

Als besonders vorteilhaft schätzen die Fertigungstechniker in Roggwil die Verbindung der Spannplatten mit den Spannzylindern. Sie loben ausdrücklich die Prozesssicherheit des innovativen, mit Spannzangen ausgeführten Verschlusses Safe 20. Dazu berichtet Roland Wyss, der bei Vischer & Bolli für Verkauf und technische Beratung zuständig ist: «Dieser neue Zylinderverschluss umschliesst komplett das Profil des Spannbolzens und des Spannkolbens. Letztere verschleissen deshalb nur minimal oder gar nicht. Zudem schnappt der Spannbolzen in die Spannzange ein. Das hält die Vorrichtung zuverlässig horizontal und vertikal in einer Art Vorhalteposition.» - kmu -. SMM

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