Jahresbericht Giesserei-Verband Schweiz Giesserei-Verband wenig optimistisch für 2015

Redakteur: Susanne Reinshagen

Das zurückliegende Jahr schloss die Schweizer Giesserei-Industrie über alle Werkstoffgruppen hinweg gesehen bei den abgelieferten Tonnagen mit einem leichten Minus gegenüber dem Vorjahr ab. Das Jahresergebnis dokumentiert die hochsensible Situation, in der sich die Schweizer Giessereiunternehmen zur Zeit befinden. Demzufolge fallen die Prognosen für das laufende Jahr eher pessimistisch aus.

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Die Schweizer Giesserei-Industrie verzeichnete 2014 einen leichten Rückgang bei den abgelieferten Tonnagen. Für 2015 sehen die Prognosen wegen das starken Franken eher pessimistisch aus. Auf dem Bild: Giesserei Wolfensberger, Bauma.
Die Schweizer Giesserei-Industrie verzeichnete 2014 einen leichten Rückgang bei den abgelieferten Tonnagen. Für 2015 sehen die Prognosen wegen das starken Franken eher pessimistisch aus. Auf dem Bild: Giesserei Wolfensberger, Bauma.
(Bild: Anne Richter)

Über alle Werkstoffgruppen hinweg gesehen, schloss die Schweizer Gussindustrie 2014 gesamthaft mit einem leichten Minus von 1,2 Prozent auf 65530 Tonnen bei den abgelieferten Tonnagen ab .Dabei sanken bei den Eisen- und Stahlgiessereien im Vergleich zum Vorjahr die abgelieferten Tonnagen 2014 um 4,5 Prozent auf 45110 Tonnen. Bei den Schweizer Leichtmetallgiessern erhöhten sich die verarbeiteten Tonnagen in 2014 um 9,4 Prozent auf 17120 Tonnen. «Das Ergebnis kann als solches positiv gewertet werden, da sich in diesem leichten Rückgang der abgelieferten Tonnagen auch widerspiegelt, dass viele Gussteile dank innovativer Entwicklungen dünnwandiger produziert werden. Demzufolge konnten zum Teil mit weniger Materialeinsatz mehr Gussteile hergestellt werden», fasste GVS-Verbandsgeschäftsführer Marcel Menet anlässlich eines Presse-Tables bei der Benninger Guss AG in Uzwil zusammen.

Nach den einzelnen Anwendermärkten betrachtet, konnten die grössten Zuwachsraten auch 2014 durch Neuaufträge aus der Automobilindustrie erzielt werden. Hier vor allem dank der Entwicklung innovativer Leichtguss-Teile, die wesentlich zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen – eine Spezialität der Schweizer Leichtmetall-Giessereien. Während sich die Auftragslage bei LKWs eher rückläufig verhielt, sorgten auch die Schienenfahrzeuge für Produktionssteigerungen im zurückliegenden Jahr.

Frankenschock mit tiefgreifenden Folgen

Angesichts des schwachen Eurokurses herrschte bereits im letzten Jahr ein massiver Preis- und Verdrängungskampf. Dieser Faktor belastete die Rentabilität der zu 80 Prozent in den Euroraum exportierenden Schweizer Giesserei-Industrie. «Wie der Geschäftsverlauf belegt, zeigten die Anstrengungen der Mitgliedsunternehmen mit Verfahrensänderungen, Rationalisierungen und Automatisierung aber bereits erfreuliche Resultate», schilderte Markus Schmidhauser, GVS-Präsident und Geschäftsführer der Wolfensberger AG.

Die Festschreibung der Wechselkurs-Untergrenze auf CHF 1.20 gab zwar keinen Anlass zum Jubeln, aber auf dieser Basis wirkten sich die zahlreich getroffenen Massnahmen zur Erhaltung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich positiv aus. Ein Personalabbau in grösserem Stil war dadurch bislang verhindert worden. Seit Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat sich die Situation drastisch gewandelt.

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