Werkzeugmaschinenhersteller Willemin-Macodel positioniert sich für die Zukunft «Happy Tech Days» bei Willemin-Macodel

Von Matthias Böhm 11 min Lesedauer

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Vom 14. bis 16. November 2023 veranstaltete der Werkzeugmaschinenhersteller Willemin-Macodel seine ersten «Happy Tech Days», an denen Anwender und Kunden Einblick in das Produktionsgelände und Technologiezentrum des Unternehmens bekamen. Patrick Haegeli (Co-Direktor), der das Unternehmen zusammen mit seinem Bruder Olivier leitet, und Marc Bloch (Leiter Verkauf und Marketing) sprachen mit der MSM- und SMM-Redaktion über die neu lancierte Veranstaltung, die aktuellen Entwicklungen und Ziele.

Patrick Haegeli, Co-Direktor, Willemin-Macodel SA: «Wir konnten uns bei den «Happy Tech Days» zu 100 Prozent auf unsere Kunden konzentrieren und Ihnen Neuheiten aus den Bereichen, Maschinen, Automation, Software und Peripherie präsentieren.»(Bild:  Matthias Böhm)
Patrick Haegeli, Co-Direktor, Willemin-Macodel SA: «Wir konnten uns bei den «Happy Tech Days» zu 100 Prozent auf unsere Kunden konzentrieren und Ihnen Neuheiten aus den Bereichen, Maschinen, Automation, Software und Peripherie präsentieren.»
(Bild: Matthias Böhm)

Margaux Pontieu: Wie kam es zu dem Open-House-Projekt?

Patrick Haegeli: Bisher fehlten uns die Räumlichkeiten und die Infrastruktur, um solche Events bei uns zu organisieren. Jetzt, mit der Erweiterung des Unternehmens, haben wir die Möglichkeit, unsere Besucher unter sehr guten Bedingungen zu empfangen. Während der «Happy Tech Days» haben unsere Kunden die Möglichkeit, mit Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen zu sprechen, sei es aus dem technischen Büro, der Automatisierung, dem Kundendienst oder dem Projektmanagement. Sie alle sind wertvolle Ansprechpartner für unsere Kunden. Dieses Jahr haben vier technische Partner– Blaser, Louis Bélet, Productec und Société Générale – an unserer Veranstaltung teilgenommen.

Aus welchen Regionen kamen die Kunden?

P. Haegeli: Die Besucher kommen hauptsächlich aus der Schweiz. Wir hatten aber auch einige ausländische Kunden aus den USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und von den britischen Inseln.

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Beabsichtigen Sie, die «Happy Tech Days» zu wiederholen?

P. Haegeli: Ja, denn die Veranstaltung hat einen ergänzenden Charakter zu Messen. Wir konnten uns bei unseren «Happy Tech Days» zu 100 Prozent auf unsere Kunden konzentrieren und Ihnen Neuheiten aus den Bereichen Maschinen, Automation, Software und Peripherie präsentieren.

M. Bloch: Während der «Happy Tech Days» konnten wir unseren Kunden unser Unternehmen und seine Organisation vorstellen. Wir nahmen uns Zeit für den Austausch mit unseren Kunden. Unsere technischen Spezialisten sowie unser Kundenservice standen für gezielte Gespräche zur Verfügung und konnten im Tech-Center unseren Kunden über unsere Werkzeugmaschinenlösungen diskutieren.

Wie waren diese drei Tage der offenen Tür organisiert?

P. Haegeli: 200 Besucher haben wir an den drei Tagen empfangen, die je einen Vor- oder Nachmittag vor Ort waren. Dadurch konnten wir mit jedem Kunden einen technisch vertieften Austausch realisieren.

M. Bloch: Während des Rundgangs durch die Produktion konnten die Kunden verschiedene Stände der folgenden Bereiche besuchen: Kundendienst, Engineering, Automatisierung, Qualitätssicherung, um sich ein umfassendes Bild von unseren Arbeitsmethoden zu machen und mit unseren Spezialisten zu sprechen. Ziel war es, die Kundenbindungen zu optimieren und die Beziehungen zwischen den verschiedenen Ansprechpartnern zu stärken.

Welche Werkzeugmaschinen standen am Open House im Fokus?

P. Haegeli: Unser Kerngeschäft ist die Mikrofertigung. In unserem Tech-Center konzentrierten wir uns auf vier Maschinen.

Erstens: Die 408MTS, die im letzten Jahr vorgestellt wurde, ermöglicht die Komplett-Bearbeitung ab Stange. Sie verfügt über eine zweite Fräseinheit. Generell ist Simultanbearbeitung machbar. Mit der 408MTS wird eine maximale Produktivität pro Quadratmeter erreicht. Ab Stange kann bis zu einem Durchmesser von 36 mm gefertigt werden. Dieses Bearbeitungszentrum ermöglicht Zeitersparnisse von mehr als 40 Prozent bei bestimmten Teiletypen dank der zwei Hochgeschwindigkeits-Frässpindeln. Jede der Spindeln wird von ihrem eigenen Werkzeugmagazin bedient.

Zweitens: Die 508MT2 ist unsere «Rennmaschine», sie ist dank Linearantrieben hochdynamisch. Eine Wärmekompensation macht sie extrem prozesssicher für mannlose Fertigung. Das BAZ kann mit einem Schwenkkopf mit drei nutzbaren Positionen (Gegenspindel, Präzisionsspannstock und Gegenspitze) für die Rückseitenbearbeitung ausgerüstet werden. Sie arbeitet ab Stange (optional bis D = 65 mm) oder mit Futterteilen. Sie ermöglicht die Bearbeitung verschiedenster komplexer Teiletypen. Für Kleinserien ist sie perfekt ausgelegt, als das Einrichten sehr einfach und schnell ist. Sie verfügt über ein grosses Werkzeugmagazin, das die Verwaltung von Fräsern ermöglicht.

Drittens: Die 508MT2X1000 ist ein Multitask-Bearbeitungszentrum für die Bearbeitung komplexer Werkstücke ab Stange bis Ø 65 mm. Es verfügt über eine schwenkbare B-Achse sowie einen hochpräzisen Spindel-Teilapparat auf der A-Achse für Drehbearbeitungen bis zu 3 000 1/min. Das Bearbeitungszentrum 508MT2X1000 zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität und Produktivität aus. Der innovative Schwenkkopf mit zwei nutzbaren Positionen umfasst eine Gegenspindel und einen Präzisionsspannstock für sämtliche Rückseitenbearbeitungen. Die 508MT2X1000 hebt sich durch ihren Drehrevolver mit zwölf motorisierten Positionen ab. Wir können ab Stange bis zu 65 mm arbeiten, es ist ein sehr robustes, stabiles Bearbeitungszentrum, mit hoher Produktivität.

Viertens: Die 701S, die neben dieser Maschine präsentiert wird, ist eine Mikro-Maschine mit Parall-Kinematik. Es ist eine äusserst robuste und kompakte Maschine. Wir sprechen von einer Positioniergenauigkeit im Bereich des Mikrometers und einer extrem hohen Dynamik mit einer Spindel bis 80 000 1/min. Sie nimmt weniger als 1 m2 Platz ein, mit Roboter weniger als 2 m2. Diese Maschine wurde vor etwas mehr als zehn Jahren entwickelt, und wir haben festgestellt, dass die Grösse der Maschine an die Grösse der bearbeiteten Teile angepasst werden muss. Wir haben also die Werkzeughalter auf dieser Maschine aus Präzisions- und Platzgründen entfernt. Die 701S unterscheidet nicht zwischen einer Geraden und einer Kurve, die Achsen bewegen sich immer zusammen. In Bezug auf ihr Verhalten ist sie äusserst robust, insbesondere aufgrund ihrer perfekt symmetrischen Kinematik.

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Werkzeugmaschinen der Spitzenklasse

Die von Willemin-Macodel entwickelten Werkzeugmaschinen wurden entwickelt, um den anspruchsvollsten Anforderungen der Uhren- und Medizinindustrie gerecht zu werden. Die Maschinen ermöglichen die Herstellung hochpräziser und komplexer Teile, deren Dimensionen von der einer Stecknadelkopf- bis zur Faust-Grösse reichen. Hinsichtlich der Materialien wird der Fokus auf alle Materialien gelegt, die in diesen Segmenten verwendet werden, wie rostfreier Stahl, Chrom-Kobalt oder Titan, edle Materialien wie Gold oder Platin sowie Keramik und Verbundwerkstoffe. Die Expertise in der Werkzeug-Werkstoff-Kombination sowie in Kühlschmierstoffen hat es Willemin-Macodel ermöglicht, massgeschneiderte und hochleistungsfähige Prozesse zu entwickeln.
Hochgeschwindigkeitsfräsen ist eine gemeinsame Eigenschaft aller Willemin-Macodel-Bearbeitungszentren. Die Motorspindeln können mit Hochdruckkühlung (80 bis zu 150 bar) beaufschlagt werden. Ein Grossteil der Bearbeitung kann auf Mehrprozessmaschinen gefertigt werden, damit auch die komplexesten Teile in einem Bearbeitungszyklus fertiggestellt werden können. Die Multitask-Maschinen können sowohl ab Stange (L bis zu 3'000 mm) als auch ab Futterteil arbeiten. Technologisch gesehen wird auf Multiachsen-Technologie gesetzt, mit bis zu zehn Achsen an der Haupt- und Gegenspindel. Mehrfach-Positionierungs-Werkstückaufnahmesysteme (0°–90°-Einheit oder 3-Positionen-Revolver mit bis zu zwei Werkzeugschnittstellen und einer Gegenspindel gleichzeitig) ermöglichen die 6-Seiten-Komplettbearbeitung komplexester Teile. Die Werkzeugmaschinen zeichnen sich darüber hinaus aus, dass sie sehr schnell umgerüstet werden können, und damit einen Serienwechsel hochgradig wirtschaftlich machen, nicht zuletzt dank der Flexibilität der Werkzeug-Aufnahmesysteme. Sie tragen wesentlich zur Reduzierung der Rüstzeiten bei.
Im Bereich Automatisierung entwickelt Willemin-Macodel massgeschneiderte Robotiklösungen. Ihre Abteilung Automation arbeitet auf der Grundlage von Lastenheften, um Lösungen zu entwickeln, die nahtlos in die Produktionsabläufe der Kunden integriert werden können. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass der Integrator der Robotiklösung derselbe ist wie der Lieferant des Bearbeitungszentrums. Die robotisierte Lösung kann von einem einfachen Be- und Entladeroboter bis hin zu einer komplexen automatisierten Zelle reichen, die weit über einfaches Teilehandling hinausgeht, indem sie Wasch-, Mess-, Sicht-, automatischen Spannwechsel usw. bietet. Die interne Produktionssteuerung, die an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann, gewährleistet eine einfache Nutzung der Automationslösungen.

Welche Rolle spielt die Automation heute in der Fertigung?

M. Bloch: Heutzutage nimmt die Robotisierung einen grossen Teil unserer Aktivitäten ein und wir haben uns entsprechend stark weiterentwickelt. Die Besucher hatten die Möglichkeit, Automationslösungen zu evaluieren und sich mit unseren Automatisierungs- und Robotikspezialisten intensiv auszutauschen.

P. Haegeli: Im Rahmen der Automatisierung konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung unserer Softwarelösungen. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger. Wir müssen sicherstellen, dass die Bedienung der Maschinen sowohl ergonomischer als auch intuitiver wird. Wir präsentieren insbesondere eine neue Lösung für die automatische Werkstückreferenzierung, immer mit dem Ziel, die Arbeit der Benutzer zu vereinfachen.

M. Bloch: Auf unseren Maschinen streben wir immer nach Flexibilität. So effizient wie möglich bei der Teileumstellung zu sein, ist entscheidend. Dieses System der automatischen Werkstückreferenzierung erleichtert die Arbeit der Einrichter und ermöglicht es dem Bediener, bei der Umrüstung viel effizienter zu sein.

Wie oft werden Ihre Maschinen «customized» ausgelegt?

P. Haegeli: Unsere BAZ sind überwiegend auf die Kundenanwendung zugeschnitten. Basis sind unsere Standardmaschinen. Wir wissen, dass jeder Kunde spezifische Anforderungen hat. Daher müssen wir in der Lage sein, unsere Maschinen an diese Anforderungen anzupassen. Wir können die Bearbeitungslösungen in den Produktionsfluss zum Teil vollumfänglich integrieren. Die Werkzeugmaschine ist dabei ein zentrales Element der von uns angebotenen Komplettlösung. Hierzu gehört die komplette Automatisierung und die gesamte Peripherie. Wir können alles aus einer Hand anbieten. Dadurch haben wir einen ganzheitlichen Blick auf die gesamte Fertigungslösung.

M. Bloch: Dieser Ansatz ermöglicht es uns, uns perfekt in die Fertigungslösung unserer Kunden reinzudenken. Wir entwickeln diese Komplettlösungen in engster Kooperation mit unseren Kunden und treten als Gesamtintegrator auf. Das ist auch bei zukünftigen Servicearbeiten enorm wichtig.

Wie hat sich das Spektrum der Komponenten in den letzten zehn Jahren in Bezug auf Komplexität und Bearbeitbarkeit entwickelt?

M. Bloch: Die Werkstücke unserer Kunden sind nicht nur komplexer geworden, es werden auch immer engere Toleranzen gefordert. Das heisst, die Anfragen für komplexere, präzisere und sogar multifunktionale Teile nehmen zu. Daher müssen wir unsere Werkzeugmaschinenlösungen entsprechend anpassen, das bringt uns immer wieder an unsere Grenzen, die morgen aber bereits wieder zum neuen Standard werden. Wir entwickeln uns also mit den gestiegenen Ansprüchen der Kunden kontinuierlich weiter. Im Bereich der Automation geht es immer auch um sichere, wiederholbare Prozesse über die gesamte Laufzeit einer Serie, um so effizient wie möglich zu sein.

P. Haegeli: Hinzu kommt die Vielzahl an Materialien und Werkstoffen. Einige davon sind schwierig zu bearbeiten und erfordern spezifisches Zerspanungs-Know-how. Wir leisten in diesem Zusammenhang viel Forschungsarbeit in Bezug auf deren Bearbeitung. Unsere Kunden wollen auch immer mehr auf der Maschine machen, nicht nur Fräsen oder Drehen. In Absprache mit den Kunden können wir Entgrat- und Reinigungsprozesse integrieren. Ein zunehmender Trend ist, dass die Serien kleiner werden. Deshalb werden schnelle Umrüstzeiten immer wichtiger, um von einer Serie zur anderen zu wechseln. Kurzum: Unseren Maschinenlösungen können sowohl Prototypen als auch grosse Serien fertigen. Apropos Prototypenfertigung: Das erste Teil muss ein Gutteil sein. Wir haben aus diesen Gründen sowohl viel an der Stabilität als auch am thermischen Verhalten der Maschinen gearbeitet, um eine hohe Prozessstabilität sicherzustellen.

Sie feiern 2024 Ihr 50-jähriges Bestehen. Welche Meilensteine haben die Entwicklung Ihrer Maschinen geprägt?

P. Haegeli: Der prägendste Entwicklungsschritt im WZM-Bereich war natürlich die CNC-Steuerung. In unserem Segment gab es aber eine weitere bedeutende Entwicklung, und zwar das Fräsen ab Stange. In den Neunzigerjahren waren wir Vorreiter auf diesem Gebiet und boten erstmalig eine einzigartige Flexibilität auf Fräszentren.

Das Bearbeitungszentrum 701S ist ein wahres Innovationsbündel, das unvergleichlich präzise und dynamische Mikrobearbeitungen bietet. Dank ihrer ausgezeichneten Delta-Dynamik arbeitet die Maschine im Submikrometerbereich und revolutioniert die herkömmliche Bearbeitung. Die geringe bewegte Masse in Verbindung mit einer hohen Auflösung der Massstäbe und einer ultraschnellen Regelkreisberechnung durch die CNC-Steuerung auf PC-Basis garantieren eine Oberflächengüte im Nanometerbereich. Ein weiterer bedeutender Schritt für uns war die internationale Markterschliessung im Bereich der Uhrenfertigung, der Medizintechnik und in der Luft- und Raumfahrt. So konnten wir uns in zukunftsgerichteten Branchen positionieren.

M. Bloch: Hinzu kommt der Schritt in Richtung Voll-Automation der Fertigungsprozesse. Unsere Automationslösungen haben uns viele Türen geöffnet.

P. Haegeli: Aus Unternehmenssicht hat der Umzug nach Delémont im Jahr 2009 es uns ermöglicht, alle Aktivitäten an einem einzigen Standort zu bündeln. Seitdem haben wir die Organisation des Unternehmens kontinuierlich weiterentwickelt, insbesondere in Bezug auf die Infrastruktur, das Datenmanagement und das Produktionsmanagement. Die Erweiterung (2020) des Standorts ermöglichte es uns, sowohl die Montage und Produktion auszubauen und Lean-Management-Prozesse zu integrieren. Unsere sehr horizontale Lean-Management-Struktur hat zum Ziel, dass jeder Experte in seinem Bereich ist. Jeder hat gute Ideen, gute Vorschläge, und wir möchten, dass sie allen zugänglich sind. Wir sind heute über 350 Mitarbeitende, einschliesslich Lehrlinge. In den letzten zwei Jahren sind fast 70 Mitarbeitende hinzugekommen, ohne die Erweiterung unseres Gebäudekomplexes wäre das nicht möglich gewesen.

M. Bloch: Was uns extrem wichtig ist, ist, dass unsere Mitarbeitenden Ideen einbringen, die unser Unternehmen weiterbringen. Wir wollen die Menschen zukünftig noch viel stärker einbinden in unsere Prozesse.

Was sind Ihre wichtigsten Exportmärkte?

P. Haegeli: Generell sind wir sowohl in den Märkten für Luxusgüter unterwegs, wie Uhren und Schmuck, als auch in High-End-Technologiemärkten wie Medizintechnik oder Luftfahrt. Die Uhrenfertigung ist unsere DNA, sie ist ein unverzichtbarer Markt für uns. Wir haben uns über die Jahre diversifiziert, sowohl in unseren Technologiemärkten als auch unseren geografischen Märkten. Die Westschweiz bleibt unser Hauptmarkt. Unsere wichtigsten Exportmärkte sind Frankreich, Deutschland und die USA.

Das sind Märkte, die sich in den letzten Jahren für uns sehr gut entwickelt haben und mit Vertrieb und Service präsent sind. So haben wir ein Tech-Center in Indianapolis, um Kundenversuche zu fahren oder Schulungen durchzuführen. Wir haben darüber hinaus eine chinesische Tochtergesellschaft und ein Vertriebs- und Servicebüro in Indien. In allen Märkten, in denen wir tätig sind, setzen wir auf einen technischen Support. Gesamthaft decken wir heute mehr als 20 Länder ab. Diversifizierung ist zwar überlebenswichtig, aber man muss aufpassen, dass man sich nicht verzettelt. Wir gehen dorthin, wo Nachfrage und Technologie für unsere Produkte vorhanden sind.

Welche Herausforderungen sehen Sie in den kommenden Jahren?

P. Haegeli: Eine bedeutende Herausforderung ist der Umgang mit unserer Umwelt. Wie können wir sicherstellen, dass unsere Maschinen die Umwelt nicht nachhaltig negativ belasten? Das sind wesentliche Fragen für uns. Hier spielen beispielsweise Aspekte wie Produktivität pro Quadratmeter eine Rolle. Als wir die 701S entwickelten, gab es bereits breite Diskussionen im Bereich der Energieeffizienz. Mit der 701S haben wir eine der effizientesten Maschinen entwickelt, die derzeit am Markt erhältlich sind.

M. Bloch: Eine weitere grosse Herausforderung ist die fortschreitende Digitalisierung unserer Aktivitäten. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen, die sich aus der Implementierung von Industrie 4.0 ergeben, insbesondere in Bezug auf die vernetzte Fabrik.

P. Haegeli: Cybersecurity ist ein Thema, das uns zukünftig mehr beschäftigen wird. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Maschinen diesbezüglich so sicher wie möglich sind, um Cyberangriffe zu verhindern.

M. Bloch: Schliesslich ist die Fähigkeit, unsere Wartungsleistungen zu verbessern, ein Schlüsselthema. Wir wollen unsere Kunden unterstützen, indem wir ihnen Lösungen anbieten, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Unser Ziel ist es, die Verfügbarkeit unserer Maschinen zu maximieren und die Wartungskosten zu optimieren.

P. Haegeli: Wir müssen auch in der Lage sein, unsere Organisation, unser Informationsmanagement und unser Datenmanagement anzupassen. Die Arbeitswelt verändert sich, und wir müssen uns ständig anpassen, um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

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