Forschung und Entwicklung - Marenco Swisshelicopter Helikopter «Swiss made»

Redakteur: Sergio Caré

Investoren sahen keine Chance für das Industrieprojekt. Doch Marenco Swisshelicopter beweist es Jahr für Jahr, dass sie falsch lagen. Fliegende Prototypen. Rund 80 Kaufabsichten. Das ambitionierte Projekt funktioniert, weil neben Technik und Know-how viel Herzblut drin steckt. Stellvertretend für das gesamte Unternehmen steht der Visionär und CEO Martin Stucki. 2009 wurde Marenco gegründet. 2017 soll der Schweizer Helikopter an den ersten Kunden Air Zermatt ausgeliefert werden – nach sieben Jahren Entwicklungszeit.

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Der SKYe SH09 soll 270 km/h erreichen und 800 km weit fliegen
Der SKYe SH09 soll 270 km/h erreichen und 800 km weit fliegen
(Bild: Marenco Swisshelicopters)

Saftig grün sind die Wiesen rund um die Pisten des ehemaligen Militärflughafens Mollis im Kanton Glarus. Beschaulich eingebettet zwischen dem Fronalpstock, Rautispitz und dem Vorder Glärnisch. Gelegentlich fährt ein Velofahrer (Radler) neben der Piste vorbei. Ein Gebäude sticht besonders hervor. Es ist der Hangar eines Aviatikdienstleisters. Daneben, eine kleinere, unscheinbare Halle. In ihr steht aber der 2. Prototyp des Schweizer Helikopters SKYe SH09 von Marenco Swisshelicopter AG. «Die bestehende Fertigungshalle platzt aus allen Nähten und soll darum von 15 auf 75 Meter vergrössert werden», sagt Martin Stucki, CEO von Marenco und Visionär des neuen Heli in der 2,5-t-Gewichtsklasse. Stucki musste von der Idee bis zum heutigen Zeitpunkt einige Hürden überwinden. «Es ist viel Herzblut dabei und das hilft bei der Umsetzung eines Projektes dieser Art», erklärt der gelernte Maschineningenieur aus Pfäffikon (ZH). Den Traum, ein Fahr- und Flugzeug zu konstruieren, hatte er schon immer. Dass es letzten Endes ein Hubschrauber wurde, hat damit zu tun, dass er einerseits einen professionellen Helikopterschein besitzt und andererseits dass die Schweiz ein Helikopterland sei. In der Tat, in der Schweiz ist die Dichte an Helis höher als in Deutschland. Im Jahr 2014 flogen laut Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt 321 Hubschrauber, während in Deutschland gemäss Luftfahrt-Bundesamt 745 in der Luft kreisten.

Ein durchaus wichtiger Erfolgsfaktor kommt noch hinzu: die Schweizer Maschineningenieure. «Die Schweiz hat Vorzüge und Stärken bei der Entwicklung von kleinen Serien mit hoher Qualität – und das zu konkurrenzfähigen Preisen», sagt Stucki.

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