Technisches Textil

Hightech-Handschuh demonstriert Potenzial elektronischer Kleidung

| Redakteur: Dorothee Quitter

Stilisierter Handschuh, der mittels Handbewegung interaktiv mit der Umgebung kommuniziert
Stilisierter Handschuh, der mittels Handbewegung interaktiv mit der Umgebung kommuniziert (Bild: Kristina Kiremidjian)

Ein "intelligenter" Handschuh, der mit der Umwelt kommuniziert, wird derzeit auf der "Technosensual" im Museumsquartier Wien präsentiert. Die Fachhochschule St. Pölten hat ihn für konkrete Anwendungen zur Sicherheit von RadfahrerInnen entwickelt.

FH-Prof. Dr. Frederick Baker und das Team des Instituts Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten haben in Kooperation mit der niederländischen Künstlerin Anouk Wipprecht und dem Robotiker Daniel Schatzmayr ein taktiles Kunstwerk geschaffen, das einen modischen Handschlag mit der Zukunft darstellt. Ein stilisierter Handschuh, der mittels Handbewegung interaktiv mit der Umgebung kommuniziert: "Nähert man sich mit der Hand dem Glove, ermöglicht dieser die Steuerung einer interaktiven Video-Installation", erläutert Projektleiter Baker. Das Ausprobieren dieser Wearables-Technologie ist bei der Ausstellung "Technosensual. Where fashion meets technology" bis 2. September 2012 im Wiener Museumsquartier möglich und erwünscht: "Wir wollten nicht einfach ein Ausstellungsobjekt, sondern eine Installation entwickeln. So kann das Publikum Forschungsergebnisse fühlen und erleben", so der austro-britische Wissenschafter Baker.

"Wearables" - Die Kombination von Technologie und Mode

Auch im Alltag könnten Wearables wie der High-Tech-Handschuh künftig zentrale Sicherheits- und Assistenzleistungen übernehmen. So arbeiten ForscherInnen am Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten an neuen Einsatzmöglichkeiten der Wearables-Technologie im Radverkehr. Das ForscherInnenteam um Jakob Doppler, MSc. konzipiert ein intelligentes Fahrrad-Outfit, das die Verkehrssicherheit entscheidend verbessern kann: "Eine Jacke kann künftig mittels integrierter Inertialsensorik den Bremsvorgang durch am Rücken getragene LEDs - für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer - sichtbar machen. Zusätzlich kann ein drahtlos dazu verbundener Handschuh - ohne dass die radfahrende Person die Hände vom Lenker nehmen muss - durch taktile Befehle ein Abbiegesignal weiterleiten", erläutert Doppler.

Menschliche Gestik als Kommunikationskanal

Die Wearables-Technologie nutzt dabei einen Kommunikationskanal zwischen Mensch, Computer und Umwelt, der bei bestehenden Informations- und Kommunikationstechnologien bisher nicht ausreichend ausgeschöpft wurde: das große Repertoire der menschlichen Gestik. Um die intelligente Kommunikation mit dem Kontext der TrägerInnen zu ermöglichen, werden Wearables-Kleidungsstücke mit unauffällig eingebetteter Elektronik wie Beuge- und Drucksensoren, leitfähigem Faden und Kommunikationsschnittstellen sowie zur Energieversorgung mit Solarpanelen ausgestattet. Somit werden Steuerungsfunktionen ohne direkte Berührung möglich. "Ziel ist es", so Doppler, "den Begriff Kleidung mittels Mikroelektronik zu erweitern, aber dennoch die Funktionalität und Stabilität der Kleidungsstücke zu erhalten." Die Einsatzmöglichkeiten sind mit den Bereichen Gesundheit, Wohnen und Arbeiten, Mobilität und Lifestyle breit gefächert. (qui)

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