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In Hamburg sind es vor allem die grösseren Langstreckenflugzeuge wie die Baureihen von Airbus A330, A340 und Boeing 747, die überholt werden. Während der A-Check, eine Wartung mit routinemässiger Überprüfung von technischen Systemen, die für den sicheren Flugbetrieb wichtig sind, über Nacht im Hangar durchgeführt werden kann, dauern Überholungen wesentlich länger. Sie sind – je nach Flugzeugtyp – alle fünf bis sechs Jahre fällig. Dazu wird das Flugzeug entsprechend dem Arbeitsaufwand zwischen 23 und 30 Tagen aus dem Verkehr gezogen. In dieser Zeit werden in Hamburg in einem Dock, dem Dock 10, alle Kabinenteile wie Sitze, Küchen, Toiletten, Gepäckfächer, innere Wandverkleidungen und das Ladesystem im unteren Deck ausgebaut, auf Rollpaletten (LHT-Paletten) verladen und auf diesen unter tatkräftiger Mithilfe eines Fahrerlosen Transportsystems (FTS) von MLR in ein Zwischenlager, das bei LHT Hochregallager heisst, mit 260 Plätzen gebracht. Hier lagern auch Ersatzteile, Vorrichtungen und Werkzeuge. Die drei fahrerlosen Fahrzeuge (FTF) sind es auch, die das Material an sieben Tagen in der Woche in drei Schichten in die richtigen Werkstätten auf Anforderung der dort tätigen Mitarbeiter transportieren. In den Werkstätten wird jedes einzelne Teil gründlich untersucht, gegebenenfalls repariert und wenn nötig ausgetauscht. Sind diese Arbeiten erfolgreich abgeschlossen, kehren die Komponenten auf den Rollpaletten auf Geheiss der Werker im Arbeitsbereich mittels FTS zurück in das Zwischenlager und stehen dort mit dem Status «serviceable» solange bereit, bis sie von einem Dock 10-Mitarbeiter zum Einbau in das Flugzeug abgerufen werden.
Frei navigierende Radarmstapler auf Tour
Bei den batterie-elektrisch angetriebenen Transportfahrzeugen vom Typ Phoenix R-0,3 MR handelt es sich um Gabelhubfahrzeuge in Dreirad-Ausführung, die automatisch mit einer Geschwindigkeit von maximal 1,5 m/s vorwärts- und rückwärtsfahren können. Sie haben eine Hubplattform als Lastaufnahmemittel mit 0,3 Tonnen Tragfähigkeit. Die Lastaufnahme und -abgabe erfolgt bodeneben und – im Zwischenlager – bis zu einer Höhe von 5400 mm. Die Fahrzeuge navigieren frei, das heisst, sie finden ihren Weg ohne Leitdraht im Boden. Anhand der Informationen aus dem Magnet-Navigationssystem bestimmt der Fahrzeugrechner die aktuelle Position und steuert die Fahrzeuge entlang der per CAD-System generierten Fahrstrecken. Die Länge des gesamten FTS-Fahrkurses beträgt rund 500 Meter. Jedes Fahrzeug ist komplett mit allen Sicherheitseinrichtungen, nämlich je ein Laserscanner vorn und hinten sowie seitliche Schaltleisten, ausgestattet. Für die Energieversorgung der Fahrzeuge sorgen Panzerplatten-Blei-Batterien PzS 48 Volt / 270 Ah. Die Batteriekapazität ist auf das geforderte Transportaufkommen während einer Betriebszeit von 16 Stunden ausgelegt. Dadurch ist innerhalb der Hauptbetriebszeit keine Batterieladung vonnöten. Nach Ende der Spätschicht fahren die FTF selbsttätig eine automatische Batterieladestation an. Das Nachladen der Batterien dauert weniger als acht Stunden. Um die Transportleistung im LHT-Zentrum zu einhundert Prozent zu erreichen, hätten auch zwei automatische Gabelhubfahrzeuge ausgereicht. Daher betrachtet man das dritte Gerät als Reservefahrzeug, das aber immer in den täglichen Ablauf mit eingebunden ist.
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