Höhere Effizienz und Flexibilität

Redakteur: Silvano Böni

>> Die Swiss Steel AG ist innerhalb des Schmolz + Bickenbach-Konzerns das Kompetenzzentrum für die Herstellung hochwertiger Qualitäts-, Edelbau- und Automatenstähle für die Automobil-, Maschinen- und Apparateindustrie. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde Ende 2012 eine der bestehenden Stabstahllagerhallen verlängert. Die Marti-Dytan AG lieferte dafür einen Zweiträgerlaufkran mit einer maximalen Tragfähigkeit von 12 Tonnen.

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Der Zweiträgerlaufkran hat eine Tragfähigkeit von 12 t und ist zusätzlich mit einem Hilfshubwerk mit 10 t Tragfähigkeit ausgestattet.
Der Zweiträgerlaufkran hat eine Tragfähigkeit von 12 t und ist zusätzlich mit einem Hilfshubwerk mit 10 t Tragfähigkeit ausgestattet.
(Bild: Marti-Dytan)

Die Swiss Steel AG, ein Unternehmen der Schmolz + Bickenbach-Gruppe mit Sitz in Emmenbrücke, produziert und vermarktet mit nahezu 470 Mitarbeitern circa 600 000 Tonnen Spezialitäten im Bereich der Qualitäts-, Edel- und Automatenstähle (QEA). Zu den Kernkompetenzen zählt die Entwicklung von Produkten, die auf spezifische Kundenbedürfnisse abgestimmt sind. Mit einer mehr als 150-jährigen Tradition hat sich das Werk eine breite Erfahrung in der Stahlproduktion erarbeitet. Seit den strukturellen Änderungen in der Schweizer Stahlindustrie Mitte der 90er Jahre konzentriert sich die Swiss Steel AG ganz auf die Herstellung hochwertiger QEA-Stähle. Produkte sind Walzdraht und Stabstahl aus etwa 200 unterschiedlichen Stahlgüten mit Durchmessern von 5,5 bis 66 mm. Insbesondere in der wettbewerbsintensiven Stahlindustrie zeichnet sich das Unternehmen neben der hohen Flexibilität auch durch seine engen Kundenbeziehungen und schlanken Strukturen aus. Zum Kundenkreis gehören die Automobil-, Maschinen- und Apparateindustrie beziehungsweise Verarbeiter wie Schmieden, Kaltstaucher/Kaltfliesspresser, Kettenhersteller sowie Blankstahlhersteller. Ein Hauptabnehmer in der Schweiz ist die Schwesterfirma Steeltec AG, die den gewalzten Stahl in ihren Ziehereien zu Blankstahl weiterverarbeitet.

Hallenerweiterung

Die stark gestiegene Nachfrage nach geprüftem Stabstahl, verbunden mit dem Trend zu flexibleren Auftragsgrössen führte zu einer Engpasssituation im Bereich der Stabstahladjustage und -lagerung sowie des Stabstahlversandes. Die Stabstahlmenge ist in vier Jahren von rund 160 000 Tonnen um 30 Prozent auf über 200 000 Tonnen angestiegen. Gleichzeitig verringerten sich die jeweiligen Kunden-Auftragsmengen bei Verschiebung der Lagermengen hin zum Stahlhersteller. Der Bedarf an zusätzlichen Lagerflächen musste abgedeckt werden. Die Geschäftsleitung entschloss sich 2011 zu einer Hallenerweiterung mit einer Lagerkapazitätserweiterung im Stabstahl von circa 20 Prozent.

Variable Magnettraverse

Der Verlad auf Eisenbahnwagon oder Camion im Warenausgang wird vom neuen Zweiträgerlaufkran mit einer Tragfähigkeit von maximal 12 Tonnen ausgeführt. Der Kranführer sitzt in einer klimatisierten Kabine und nimmt die Steuerung über Joystick vor. Stabstahl in den Längen von 5,6 bis 30 Meter wird umgeschlagen und verladen. Die Spannweite des Kranes beträgt 34,2 Meter. Zur Aufnahme des Langgutmaterials steht eine Magnettraverse im Einsatz. Diese kann automatisch an verschiedene Stabstahllängen angepasst werden. Die maximale Traglast an den Magneten beträgt 12 Tonnen. Die Magnettraverse hat ein Eigengewicht von 9300 Kilogramm. Die Magnetisierung wird dem Kranführer mit einer Lampe angezeigt. Die maximale Krantragfähigkeit an den Seilen beträgt 22 Tonnen. Zusätzlich wurde am Zweiträger-Brückenkran noch ein Hilfszug mit 10 Tonnen maximaler Tragfähigkeit montiert. Die Hubgeschwindigkeit mit Last (bei 50 Hz) beträgt 15 m/min. Die Kranbahn hat eine Länge von 165 Metern. Mit 130 m/min wird eine beachtliche Kranfahrgeschwindigkeit (bei 87 Hz) erreicht.

Überzeugende Technologie

Besonders zu schätzen weiss der Kranführer das sanfte und präzise Anfahren mit Hilfe der Frequenzumformer-Technologie. Die Verantwortlichen loben die hohe Verfügbarkeit der eingesetzten Krane. Dies ist besonders wichtig, da den Anlagen bei der Produktionsabnahme und im Warenausgang eine Schlüsselfunktion zukommt. Fällt ein Kran aus, muss die Produktion umgestellt und die Verladetätigkeit heruntergefahren werden. Dank des neuen Zwischenlagers besitzt das Walzwerk eine erhöhte Flexibilität in der Logistik, bei verbesserter Effizienz bei der Produktionsabnahme und im Camion-Verlad. <<

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