Armaturenfertigung Hohe Verfügbarkeit und Flexibilität

Redakteur: Anne Richter

Die Hansgrohe SE zählt zu den führenden Armaturen- und Brauseherstellern weltweit. Die Vielfalt in der Gestaltung der Produkte verlangt von den Bearbeitungszentren hohe Flexibilität. Waren es am Standort Schiltach 1995 noch unterschiedliche 60 Varianten an Armaturen, sind es heute 250. Bewältigt wird diese Vielfalt mit 13 Bearbeitungszentren, 11 davon von Heller. Besonders überzeugen hier vor allem die 6 Bearbeitungszentren der Baureihe H.

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Eine Armatur lässt innerhalb von nur 30 Minuten rüsten, meist arbeitet man mit einer Mehrfach-Spannung.
Eine Armatur lässt innerhalb von nur 30 Minuten rüsten, meist arbeitet man mit einer Mehrfach-Spannung.
( Heller)

Vor jeder Investition in eine neue Maschine wird das Produktportfolio überprüft, neue Strategien überdacht und ein intensives Benchmark durchgeführt. So kam es, dass Hansgrohe 1994 erstmals in eine Heller MCA investierte. Schnell stiess Hansgrohe mit der Maschine aber an die Grenzen, da die Losgrössen auf 130 000 Teile stiegen. Die Folge war der Invest in ein zweispindliges Bearbeitungszentrum eines anderen Herstellers. Hier wurde aber der Rüstaufwand bei den häufig wechselnden Varianten der Armaturen mit Zwei-Spindler einfach zu gross. Daher entschieden sich die Planer bei Hansgrohe für ein Bearbeitungszentrum MC 16 von Heller. «Wir standen vor der Herausforderung, kleinere Losgrössen mit einer hohen Variantenvielfalt zu produzieren, die vor allem Produkte unserer Designmarke Axor betrafen», sagte Alfred Dieterle, Leiter Technik mechanische Bearbeitung bei Hansgrohe SE. «Die MC 16 hat mich sehr überzeugt. Die Flexibilität und Verfügbarkeit waren hervorragend. Das ist der Grund, warum wir weiter investiert haben in das Nachfolgemodell H 2000.»

Höhere Vielfalt und geringere Losgrössen erfordern Flexibilität

Der Erfolg von Hansgrohe ist auch auf die gewachsene Innovationskultur zurückzuführen, denn rund ein Drittel des Gesamtumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Neuprodukten, die drei Jahre oder jünger sind. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt vergehen heute zwischen 12 und 18 Monate. Für die mechanische Fertigung bedeutet das, mit kurzen Reaktionszeiten flexibel zu agieren. Waren es beispielsweise 1995 noch 60 unterschiedliche Varianten an Mischern, sind es heute 250 Typen mit Losgrössen zwischen 100 bis 1500 Stück. Insgesamt stehen dafür in Schiltach mittlerweile 13 Bearbeitungszentren, 11 davon von Heller. 6 dieser Bearbeitungszentren sind vom Typ H 2000. Nun ist die Herausforderung beim Armaturen- und Brausehersteller aber nicht allein die Variantenvielfalt.

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Durch die anspruchsvollen Designs der Produkte steigt gleichzeitig die Komplexität in der Bearbeitung. Es ändern sich Konturen und unterschiedliche Bauteile müssen umfräst werden. Eine Situation, für die die Schiltach mittlerweile aber bestens gerüstet ist. Demnach sind die kompakten 4-Achs-Bearbeitungszentren in den Achsen äusserst stabil und zuverlässig, so Alfred Dieterle. Sie verfügen über einen sehr gut zugänglichen Arbeitsraum und sind auch mit den 80 Werkzeugplätzen in der Standardversion entsprechend ausgelegt. Für Christian Lang, verantwortlicher Abteilungsleiter der mechanischen Bearbeitung bei Hansgrohe, sind es aber vor allem die Palettenwechsler, die seine Planung erleichtern: «Durch die Palettenwechsler können wir selbst bei laufender Produktion eine grosse Variantenvielfalt rüsten. Das heisst, während auf der einen Palettenseite produziert wird, findet auf der anderen Seite der Rüstprozess statt. Wir erreichen bei diesen Bearbeitungszentren eine Verfügbarkeit von über 90 Prozent und beliefern alle Kunden termingerecht.» Die «Kunden» der mechanischen Bearbeitung, das sind unter anderem die Abteilungen «Schleifen und Polieren» bei Oberflächenteilen oder direkt die «Montage» bei Funktionsblöcken.

Prozesssicherheit geht vor Span-zu-Span-Zeiten

Hansgrohe benötigt nicht unbedingt die bekannten Heller-Eigenschaften wie hohe Stabilität oder Zerspanvolumen. Aufgrund der Armaturengrösse bei einem der Innovationsführer für Brausen und Armaturen bewegt man sich bei der Bearbeitung allerdings häufig in den oberen Raumwinkeln. Hier schätzen die Verantwortlichen die stabilen Verhältnisse vor allem vor dem Hintergrund, dass Prozesssicherheit wesentlich wichtiger ist als Span-zu-Span-Zeiten. Bei den Durchlaufzeiten bewegt sich der Sanitärhersteller trotzdem im wettbewerbsfähigen Bereich dank Mehrfachaktivitäten. Die reine Bearbeitungszeit eines Mischers liegt zwischen 2 und 17 Minuten. Auch die Rüstzeiten sind aufgrund der hohen Variantenvielfalt sehr wichtig. Ein Mischer lässt sich innerhalb von nur 30 Minuten rüsten. Wie bereits erwähnt, sind es in Schiltach nicht die grossen Losgrössen, die zu bewältigen sind. Bestellen Luxus-Designhotels oder die Reedereien der Luxusliner hochwertige Armaturen, geht es hauptsächlich darum, sehr kurzfristig kleine Stückzahlen durch schnelle Reaktionszeiten und eine hohe Flexibilität zu realisieren. Mit den Bearbeitungszentren der Baureihe H kann Hansgrohe nahezu jeden Kundenwunsch in kurzer Zeit und mit hoher Qualität erfüllen. <<

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