Zerspanung H.P. Müller Werkzeugmaschinen AG: 5-Achsbearbeitung bis 2500 mm Länge

Redakteur: Matthias Vogel

>> In vielen Bereichen der Technik werden die Komponenten ständig grösser. Das Mönchengladbacher Traditionsunternehmen A. Monforts Werkzeug­maschinen GmbH & Co. KG verlängert deshalb die hydrostatische Z-Achse seines 5-Achs-Dreh-/Fräszentrums «UniCen 1000» auf 2500 mm. Weitere Highlights: die Kombination «Weichzerspanen – Härten – Hartzerspanen» in einer «RNC 400 LaserTurn», die Fertigung von Blisks für Turbomaschinen auf einer «UniCen 1000» und von Wellen für Windkraftgetriebe auf einer «RNC 700».

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Auf 2500 mm Drehlänge der hydrostatischen Z-Achse erweitert Monforts Werkzeugmaschinen das 5-Achs-Dreh-/Fräszentrum «UniCen 1000», sodass sich auch grosse Achsen und Wellen problemlos bearbeiten lassen. Eine weitere «Unicen 1000» mit 1500 mm Drehlänge läuft unter Span. Die vielseitigste Maschine von Monforts kann mit bis zu 90 Werkzeugen in einem Schwenkbereich von 190° drehen, fräsen und bohren. Sie eignet sich vor allem für die Bearbeitung schwer zerspanbarer Werkstoffe wie z. B. Nickelbasislegierungen, die typischerweise für Turbinenkomponenten eingesetzt werden.

Monforts zeigt die Produktion sogenannter Blisks (Blade integrated disks) für Turbomaschinen, die besonders hohe Ansprüche an Steifigkeit und Genauigkeit der Maschine stellt.

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Komplettbearbeitung in einer Aufspannung

Das demonstrieren die Mönchengladbacher Zerspanungsspezialisten mit ihrer «RNC 400 LaserTurn». Konventionell weichzerspante Teile werden mit einem Laser, der in einer standardisierten Schnittstelle des Typs VDI-40 wie ein konventionelles Zerspanwerkzeug sitzt, gehärtet. Abschliessend wird in derselben Aufspannung hartzerspant – dank der besonders steifen und dämpfenden hydrostatischen Säulenführung ist das für die Monforts-Maschine kein Problem. Entnommen wird in der Regel ein fertiges Teil, das nicht weiter bearbeitet werden muss. Die Vorteile: kürzere Fertigungsabläufe, geringere Logistikkosten, bessere Maschinenauslastung und nicht zuletzt eine höhere Produktqualität, da alle Abläufe automatisiert ohne Aufspannungswechsel ablaufen.

Zerspanen von keramischen Werkstoffen

Der Laser lässt sich aber auch einsetzen, um sogar keramische Werkstoffe wie Siliziumnitrid, die sich bislang nur schleifen liessen, zerspanen zu können. Dabei erweicht der Laser das Bauteil direkt vor der Schneide so weit, dass sich das Material zerspanen lässt. Mit Rauigkeiten von Ra = 0,2 µm ist auch hierbei selten eine weitere Bearbeitung notwendig. Das spart gegenüber dem Schleifen erheblich Zeit und Kosten.

Einsatzgebiet: Getriebebau für Windkraftanlagen

Ein typisches Einsatzgebiet für die steifen und dauergenauen Maschinen ist der Getriebebau für Windkraftanlagen. So sind weltweit bereits mehrere Maschinen des Typs «RNC 700» im Einsatz, auf denen der belgische Windkraft-Getriebehersteller Hansen Transmissions die Lagersitze seiner Getriebewellen fertigt. Die Sitze sind so exakt, dass sie sogar als Referenzpunkte für sämtliche weiteren Bearbeitungsschritte der Wellen dienen. <<

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