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Firmenjubiläum Hundert Jahre Präzisionsmechanik

| Redakteur: Anne Richter

>> Die Faes AG, Dienstleister im Maschinenbau, begeht in diesem Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum. Die Firmengeschichte ist typisch für die Entwicklung vieler Schweizer Zulieferbetriebe in der Metallverarbeitung. Mit 120 Mitarbeitern ist das Unternehmen heute weltweit tätig, gehört zu den grössten Industriedienstleistern in der Schweiz und entwickelt eigene Maschinen.

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Baugruppenmontage.
Baugruppenmontage.
(Bild: Faes)

ari. Aus bescheidenen Anfängen im Jahre 1912 hat sich das Unternehmen des Mechanikers und Werkzeugmachers Jakob Faes in Richterswil zu einem Präzisionsbetrieb entwickelt mit einem vielseitigen Maschinenpark und einem breiten Leistungsangebot im Bereich Stanzwerkzeuge, Vorrichtungen, Präzisionsteile, Zahnräder, Getriebe und Sondermaschinen. Jakob Faes liebte die Herausforderung und die Lösung schwieriger Probleme. Tagsüber leitete er den Werkstattbetrieb und abends, bis spät in die Nacht, stand er mit seinen Konstruktionsideen am Zeichenbrett. In den Entwicklungs- und Produktionsabteilungen vieler Textilmaschinen- und Haushaltapparatefirmen sowie in den Betrieben der Elektro- und Wehrtechnik kannte man den eigenwilligen Jakob Faes als Problemlöser. Aber auch bei den ETH-Professoren der Abteilungen Maschinenbau und Industrielle Forschung stand er hoch im Kurs.

Aufschwung durch Flugbahnvermessung

Einen bemerkenswerten Aufschwung erlebte das Unternehmen gegen Ende der 30er Jahre im wehrtechnischen Bereich mit der Fertigung und Montage von Theodoliten für Flugbahnvermessungen. Die Entwicklung der Faes AG über die vergangenen Jahrzehnte ist nicht nur eine Firmengeschichte, sie ist auch eine Familiengeschichte. Dank einer soliden Bilanz, einem ausgewogenen Fabrikationsprogramm, polyvalenten Mitarbeitern und einer verantwortungsvollen Firmenpolitik konnten im Kreise der Aktionäre immer wieder vernünftige Lösungen gefunden und damit Arbeitsplätze erhalten werden. Hunderte von Mitarbeitern kamen und gingen in den vergangenen Jahrzehnten. Für manche bedeutete Faes einen interessanten, abwechslungsreichen Arbeitsplatz, wo anspruchsvolle Aufgaben ideale Weiterbildungsmöglichkeiten boten oder gar zum Sprungbrett in eine eigenständige Karriere wurden.

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Neue Inhaber

Mit den wachsenden Ansprüchen der Kundenfirmen und dem Trend zu Wertschöpfungspartnerschaften zwischen Kunde und Zulieferant wurden auch bei Faes in den 70er und 80er Jahren neue Akzente gesetzt unter anderem mit der wachstumsbedingten Verlegung des Betriebs nach Wollerau. Im Bewusstsein, dass Eigenständigkeit im unternehmerischen Sinn keine Tugend ist, haben sich die Aktionäre der Familie Faes von ihren Aktien getrennt und im Sinne einer Nachfolgeregelung diese an zwei mit der Firma vertraute qualifizierte Fachleute, Herbert Reinfried und Paul Schwob, übertragen. Nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit erfolgte dann die Übernahme durch ein junges, fähiges Unternehmerteam. Die neuen Firmeninhaber, Matthias Weibel und Philippe Morf, sind beide aktiv im Unternehmen tätig.

Weltmarktführer bei Thermotransferfolien

Heute spielt die Firma Faes AG eindeutig in einer höheren Liga. Sie gehört zu den drei grössten industriellen Schweizer Dienstleistern im Maschinenbau und sie ist ein dynamisches, weltweit tätiges Unternehmen mit 120 Mitarbeitern und einer Lehrlingsabteilung. Im Auftrag von Technologieunternehmen aller Branchen stellt das Unternehmen Präzisionsteile, Baugruppen und ganze Maschinen her und übernimmt dabei für seine Kunden sämtliche Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette: von der Bedarfsanalyse über die Beschaffung, die Produktion und Montage bis hin zur Vertriebslogistik. Faes entwickelt auch eigene Maschinen. Im Bereich Schneide- und Wickeltechnik für Folien und Filme hat sich das Unternehmen weltweit als einer der führenden Anbieter einen Namen gemacht. Im Segment der Thermotransferfolien (TTR) ist Faes weltweit die Nummer 1. <<

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