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Wie positioniert sich die BWB AG im Bereich der Fertigungstechnik?
M. Weber: Wir möchten unseren Kunden Lösungen und Funktionen für ihren Fertigungsprozess bieten. Unsere Kunden kommen mit Problemen oder Ideen und wir arbeiten individuelle Lösungen aus. Wir sind ein Lösungsanbieter für Produktionsprozesse, wir verkaufen nicht einfach eine Maschine. Wir setzen uns mit den technologischen Aufgabenstellungen des Kunden auseinander, mit dem Ziel, eine komplexe fertigungstechnische und vor allem wirtschaftliche Lösung zu entwickeln. Im Prinzip ist jede Fertigungslösung, die wir gemeinsam mit dem Kunden und unseren Technologiepartnern entwickeln, individuell zugeschnitten. Das ist eine äusserst reizvolle, aber auch anspruchsvolle Aufgabe.
Was meinen Sie mit Partnern?
M. Weber: Moderne Fertigungslösungen sind komplexe, in vielen Fällen vernetzte Systeme. Das Zusammenspiel zwischen Werkzeugmaschine, Werkzeug- und Werkstückspannung, Werkstückhandling und Subsystemen ist entscheidend. Wir agieren als Generalunternehmer und bringen das Know-how unserer Partner zu einer Gesamtlösung. Unser Kunde hat einen Ansprechpartner. Wir stehen in der Verantwortung, dass das Fertigungssystem wirtschaftlich und zuverlässig seine Werkstücke produziert. Wir sorgen dafür, dass im Projektablauf alles rund läuft.
Wird es bei der BWB AG mit Ihnen einen anderen Fokus geben als in den vergangenen Jahren?
M. Weber: Wir werden uns vermehrt auf die Lead-Produkte Biglia und OKK konzentrieren und setzen auf individualisierte kundenspezifische Lösungen, mit dem klaren Konzept, alles aus einer Hand anzubieten.
Der klassische Werkzeugmaschinenhändler vor 30 Jahren hat sich zu einem Fertigungs- und Prozessspezialisten gewandelt. Wo sehen Sie hier die Herausforderungen an die BWB AG und ihre Mitbewerber?
M. Weber: Heute ist Agilität und Flexibilität gefragt sowohl in Bezug auf das Lösungsangebot als auch auf die Lieferzeit. Das Geschäft ist generell kurzfristiger geworden. Am Thema Industrie 4.0 werden wir als Werkzeugmaschinenhändler und unsere Kunden nicht mehr vorbeikommen. Industrie 4.0 ist eine hervorragende Chance, die Prozesse zu optimieren, wirtschaftlicher zu agieren sowie die technologischen Fortschritte in der Fertigung einzubinden. Wir können helfen, die Technologien zu integrieren, um zukunftsfähig zu bleiben und eine hohe Wertschöpfung am Standort Schweiz zu erhalten. Die Anforderungen für die Mitarbeiter steigen kontinuierlich, eine stetige Weiterbildung ist deshalb unerlässlich. Damit garantieren wir unseren Kunden die bestmögliche Beratung und den entsprechenden Service.
2015 war für den gesamten Werkplatz Schweiz eine harte Prüfung. Wie hat sich das Geschäftsfeld am Werkplatz Schweiz auf die BWB AG ausgewirkt?
M. Weber: Aufgrund der neuen Ausgangslage haben wir unser Angebot sowie unsere internen Prozesse nochmals gründlich überprüft und entsprechende Massnahmen eingeleitet. Die verbesserten Einkaufsbedingungen aufgrund der Wechselkurssituation geben wir vollumfänglich an unsere Kunden weiter.
Wie hat für Sie das aktuelle Jahr begonnen und wie schätzen Sie den weiteren Verlauf ein?
M. Weber: Das Jahr hat für uns gut begonnen. Und ich persönlich schätze die Lage vorsichtig positiv ein. Vorsichtig deshalb, weil es noch einige Unsicherheiten internationaler geopolitischer wie auch wirtschaftspolitischer Natur gibt. Die Schweiz selbst ist zwar äusserst stabil, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Schweiz eine Exportnation ist. Aus meiner Sicht positiv ist, dass die Unternehmen heute dank des stabilisierten Wechselkurses eine verbesserte Planungssicherheit haben als noch vor einem Jahr. Das merken wir bereits. Unsere Kunden sind eher bereit zu investieren und müssen nicht zuwarten.
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