SMM-Interview mit Markus Weber, Geschäftsführer der BWB AG

«Ich glaube an die Zukunft unseres Werkplatzes»

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Gibt es Branchen, wie beispielsweise die Medizintechnik, die aus Ihrer Sicht weniger stark betroffen sind vom starken Schweizer Franken?

M. Weber: Aus meiner Sicht ist das nicht einfach zu beantworten, da wir Kunden aus den verschiedensten Branchen bedienen, die ihrerseits in unterschiedliche Branchen liefern. Was man aber festhalten kann: 2015 war generell ein schwieriges Jahr für alle Beteiligten am Werkplatz Schweiz, von einigen Ausnahmen abgesehen.

Wie ist aus Ihrer Sicht der Werkplatz Schweiz aufgestellt?

M. Weber: Gerade in schwierigen Zeiten kommen die Stärken des Werkplatzes Schweiz zum Tragen. Die Unternehmen reagieren auf die sich verändernden Rahmenbedingungen. Sie passen sich an, optimieren, um dann wieder vorwärtszumachen. Wenn sich die Unternehmen am Standort technologisch weiterentwickeln, weiter in die Prozessverbesserung investieren, dann werden sie ihre Rentabilität sicher auch wieder verbessern können. Die technologische Weiterentwicklung, gepaart mit guten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen wird letztlich auch die Zukunft des Werkplatzes Schweiz garantieren. Es läuft hier in der Schweiz sicher nicht alles optimal, aber in grossen Teilen doch sehr gut.

Aktuell hat der Werkplatz Schweiz laut Swissmem 330 000 Mitarbeiter. Das ist in den letzten 15 Jahren eher eine Konstante. Wie sehen Sie diese Entwicklung in den kommenden 10 Jahren?

M. Weber: Die quantitative Entwicklung ist schwierig einzuschätzen. Wer weiss schon, was in 10 Jahren ist. Ich bin aber überzeugt, dass die Anforderungen an die Mitarbeiter laufend steigen werden, und sehe hier eine gute Chance, den Werkplatz Schweiz erfolgreich zu positionieren. Das heisst, der Bildungsaufwand in Richtung Prozessdenken und digitale Prozesse wird für die Mitarbeiter am Werkplatz Schweiz zunehmen.

Und vielleicht doch noch ein Satz zur Quantität?

M. Weber: Ich bin Optimist. Langfristig werden wir eher mehr Mitarbeiter am Werkplatz Schweiz haben. Aber die Anzahl ist nicht entscheidend, wir müssen in Zukunft kontinuierlich in einen Know-how-Transfer investieren, denn die Technologieprozesse am Werkplatz Schweiz werden sich ändern, werden komplexer. Es wird unsere Herausforderung sein, junge sowie erfahrene Berufsleute zu motivieren, sich in der Fertigungsindustrie weiterzubilden, damit unsere Industrie eine Zukunft hat.

Welches Feedback erhalten Sie aktuell von Ihren Kunden in Bezug auf potentielle Projekte und Investitionen?

M. Weber: Mehrheitlich positiv, wir haben sehr viele Projektanfragen. Das ist aus meiner Sicht eine positive Situation.

Was müssen aus Ihrer Sicht produzierende Unternehmen machen, damit sie auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben?

M. Weber: Wer heute noch sagt, «Industrie 4.0. brauche ich nicht», wird übermorgen Schwierigkeiten haben, marktfähig zu bleiben. Wenn man es pragmatisch betrachtet, müssen die Automatisierungen vorangetrieben werden und die Maschinenparks weiterentwickelt werden, die Vereinfachung der Abläufe muss im Vordergrund stehen. Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass die Anforderungen an die Mitarbeiter bezüglich Prozessdenkens anspruchsvoller werden. Für die Unternehmen ist es die grösste Herausforderung einzuschätzen, was Sinn macht und was nicht.

Abschliessende Frage: Wie schätzen Sie grundsätzlich die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?

M. Weber: Wie eingangs erwähnt, glaube ich an die Zukunft des Werkplatzes Schweiz. Er verfügt über eine enorme Innovationskraft, ist hoch flexibel und besticht durch seine Liefertreue und Qualität. Ich bin jetzt vielleicht der jüngste Geschäftsführer im Schweizer WZM-Sektor. Generell brauchen wir junge Menschen, die Bewegung und neue Ideen in den Werkplatz bringen. Und: Ich hätte nicht als Geschäftsführer eines WZM-Unternehmens begonnen, wenn ich nicht an die Zukunft des Werkplatzes Schweiz glauben würde. <<

(ID:43903026)