Grosse Umfrage zum Thema Digitalisierung / Industrie 4.0

Industrie 4.0 – Nullnummer oder Segen?

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Paolo Salvagno, Geschäftsführer B&R Industrie-Automation AG
Paolo Salvagno, Geschäftsführer B&R Industrie-Automation AG
(Bild: Susanne Seiler)

Paolo Salvagno, Geschäftsführer B&R Industrie-Automation AG


SMM: Das Thema Industrie 4.0 ist nun bereits seit Jahren in aller Munde. Wann kommt der Durchbruch?

Paolo Salvagno: Wir sind schon mittendrin und viele unserer Kunden sind bereits an vielversprechenden Umsetzungen. B&R bietet hierfür schon seit Jahren das notwendige Software-Rüstzeug. Was heute unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst wird, leben wir auch in der eigenen Produktion an unserem Hauptsitz in Eggelsberg. Seit 2006 ist unsere Smart Factory bereits Realität und wird laufend erweitert.

Welche neuen Geschäftsmodelle und Potenziale sind durch die 4. industrielle Revolution zu erwarten?

P. Salvagno: Neue Geschäftsmodelle wie Cloud Computing, Fog Computing oder auch Data Analysis sind nur einige davon. In Zukunft werden weltweit Milliarden von Maschinen und Anlagen miteinander kommunizieren – das ist ein riesiger Markt. Nebst genannten Modellen werden auch virtuelle Software-Lösungen immer wichtiger, damit können mögliche Unstimmigkeiten bereits frühzeitig in der Entwicklung entdeckt werden und so Kosten gespart werden.

Wenn man von Industrie 4.0 spricht, fällt oft das Schlagwort «Fabrik der Zukunft». Welche Vision haben Sie von der Fabrik 4.0?

P. Salvagno: Die Fabrik der Zukunft ist hochautomatisiert, nachhaltig, effizient, ressourcenschonend sowie sehr flexibel im Herstellungsprozess von Produkten und von überall her steuerbar. Die Losgrösse 1 wird Wirklichkeit sein auch in Bereichen, in denen wir es uns heute noch nicht vorstellen können. Die Fabrik der Zukunft wird sich selber die Rohstoffe bestellen und sich selber organisieren. Da Software mehr und mehr «lernfähig» wird, werden die Roboter und Maschinen in der Fabrik der Zukunft auch immer intelligenter werden.

Viele denken bei der «Fabrik der Zukunft» an menschenleere Werkhallen. Andere schwärmen von den Vorteilen für die Menschen durch die Digitalisierung und davon, dass diese keine Jobs kosten würde. Was sollen wir glauben?

P. Salvagno: Die Fabrik der Zukunft wird sicherlich nicht menschenleer sein. Jedoch werden einige Arbeitsschritte beispielsweise durch Roboter vereinfacht. Diese Interaktion von Robotern und Menschen wird in Zukunft sehr an Bedeutung gewinnen.

Kann durch die Digitalisierung die Produktion wieder in die Schweiz zurückgeholt werden?

P. Salvagno: Hier muss man sicherlich unterscheiden, von welcher Produktion man spricht. Massenproduktion denke ich eher nicht. Aber im Hightech-­Bereich, wo auch wichtige manuelle Arbeitsschritte notwendig sind, sehe ich grosses Potenzial.

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