Bosch Rexroth eröffnet für die Vernetzung von Automation und IT viele Möglichkeiten

Industrie 4.0 braucht Mehrsprachigkeit

| Redakteur: Silvano Böni

Open Core Engineering eröffnet Maschinenherstellern und Endanwendern die maximale Freiheit bei der horizontalen und vertikalen Vernetzung von Automatisierungskomponenten.
Bildergalerie: 3 Bilder
Open Core Engineering eröffnet Maschinenherstellern und Endanwendern die maximale Freiheit bei der horizontalen und vertikalen Vernetzung von Automatisierungskomponenten. (Bild: Bosch Rexroth)

Ressourceneffizienz, Qualitätssicherung oder die wirtschaftliche Produktion kleinster Losgrössen – ohne die Vernetzung von Automation und Unternehmens-IT bleibt Industrie 4.0 nur eine Vision. Bosch Rexroth kann Unternehmen dabei unterstützen, diese Visionen umzusetzen. Die Basis für die notwendige Konnektivität bilden dabei drei homogen miteinander verbundene Elemente: Open Core Engineering, multilinguale Steuerungen und offene Kommunikationsstandards wie OPC-UA.

Um die Wirtschaftlichkeit in der Produktion weiter zu steigern, suchen Maschinenanwender nach Möglichkeiten, wichtige Kennzahlen wie Zykluszeiten, Energieverbräuche und Maschinenstillstandzeiten effizient zu erfassen und auszuwerten. Parallel dazu wächst in vielen Branchen das Bestreben, die Wettbewerbsfähigkeit durch Individualisierung und kleinere Losgrössen zu erhöhen oder eine lückenlose Rückverfolgung und Qualitätssicherung zu realisieren. Ohne eine effiziente Anbindung der Automatisierung an die Unternehmens-IT lassen sich all diese Ziele jedoch kaum umsetzen.

Sind die bestehenden Produktionssysteme einmal horizontal und vertikal vernetzt, lassen sich auch kleinste Losgrössen wirtschaftlich fertigen. Denn bei jeder Produktumstellung sind eine Vielzahl von Daten oder Rezepturen von der IT an die Maschinensteuerungen zu übergeben. Um beispielsweise dies noch einfacher und Ressourcen schonender als bisher bewerkstelligen zu können, hat Bosch Rexroth mit Open Core Engineering eine Schnittstellentechnologie in seine Steuerungen implementiert, die einen einfachen und schnellen Datenaustausch mit IT-basierten Anwendungen erlaubt. Das so genannte Open Core Interface schont dabei die Rechenkapazität der Maschinensteuerungen und gewährleistet die volle Leistungsfähigkeit des Produktionssystems.

Doppelte Programmierarbeit vermeiden

Bei neuen wie bei bereits installierten Maschinen erfordert die Datenerfassung durch Systeme ausserhalb der Automatisierung bislang einen erheblichen Aufwand. Denn nach Stand der Technik müssen sowohl die auswertende Software in einem Produktionssystem wie auch das SPS-Programm erweitert werden. Weil das dafür benötigte SPS-Know-how in den wenigsten Fällen im IT-Bereich der Unternehmen zu finden ist, müssen Endanwender diese Aufgabe bislang kostenintensiv an den Maschinenhersteller oder einen externen Dienstleister auslagern.

Mit dem Open Core Interface lässt sich der hohe Aufwand für die zweifache Programmierung und den nötigen Softwareabgleich jedoch vermeiden. Unterschiedliche Unternehmensstellen können über die Schnittstelle direkt aus ihrer gewohnten Software-Umgebung per Ethernet auf die Steuerung zugreifen. Dabei geht es im Kern um Kommunikationsdienste wie OPC UA oder das mit HTML5 eingeführte WebSockets-Protokoll.

Ein typischer Anwendungsfall: Die Produktionsplanung liest im Rahmen von Excel mithilfe von VBA-Makros (Visual Basic for Applications) Fertigungsdaten aus, um sie sofort in der Tabellenkalkulation auszuwerten. Das Open Core Interface ermöglicht IT-Programmen den direkten Zugriff auf Daten der Steuerungen und Antriebe einer Maschine oder Anlage – im bekannten Sprachumfang der eingesetzten Hochsprache, gänzlich ohne SPS-Kenntnisse und unabhängig vom laufenden Maschinenprogramm. Das reduziert den Aufwand im Engineering des Gesamtsystems und steigert die Flexibilität, wenn es darum geht, bedarfsgerecht Produktionsdaten mit beliebigen Programmen ausserhalb der Maschinenautomation zu erheben und auszuwerten.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43310684 / Automation & Antrieb)