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EOS: 3D-Druck für die Serie Industriell in Serien 3D-drucken

| Redakteur: Konrad Mücke

Das aktuell von EOS vorgestellte, als Option automatisierbare 3D-Drucksystem P500 verarbeitet höchstproduktiv Kunststoffe bei bis 300 °C Temperatur. Somit kann es industriell auch mittlere und grössere Serien produzieren.

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Für 3D-Druck in Serien: Mit dem Drucksystem P500 von EOS lassen sich Bauteile aus hochwertigen ­Polymeren prozesssicher ­herstellen.
Für 3D-Druck in Serien: Mit dem Drucksystem P500 von EOS lassen sich Bauteile aus hochwertigen ­Polymeren prozesssicher ­herstellen.
(Bild: EOS GmbH)

Das System EOS P500 ist zur additiven Fertigung von Kunststoffbauteilen in Serien ausgelegt. Es arbeitet sehr effizient. Das minimiert die Kosten pro gefertigtem Bauteil. Verglichen mit dem derzeit schnellsten Laser-Sinter-System für Polymere (EOS P396), erreicht das EOS P500 eine doppelt so hohe Aufbaurate. Dazu tragen zum einen zwei Laser mit 70 Watt Leistung bei. Zum anderen sorgt dafür der exakt steuerbare Beschichter, der bei 600 mm/s Geschwindigkeit die Kunststoffschichten auf die Bauplattform aufträgt. Ebenso wurde der Materialfluss innerhalb des Systems optimiert. Anders als bisherige EOS-Systeme bringt der 3D-Drucker P500 den Werkstoff bereits beim Auftragen auf optimale Verarbeitungstemperatur und verkürzt damit das Beschichten und Belichten.

Fertigung digital steuern

Die 3D-Druckanlage von EOS überwacht umfassend die Fertigungsprozesse. Dazu wertet sie zahlreiche Sensoren aus und erfasst optische und thermische Merkmale mit Kameras. Anwender erhalten so wichtige Systeminformationen, beispielsweise zum Rest-Sauerstoffgehalt oder zur Temperatur im Bauraum. In Verbindung mit der Software EOSCONNECT lassen sich die Maschinen- und Produktionsdaten sammeln, in Echtzeit abrufen und in vorhandene IT-Infrastrukturen integrieren. Der Hersteller bietet zudem eine intuitiv bedienbare App, um die Daten in einem Dashboard zu zeigen. Dies ermöglicht, den Maschinenpark umfassend und benutzerfreundlich zu überwachen. Ebenso vereinfacht die Software-­Integration, einen Fertigungsauftrag vorzubereiten.

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Als Erster unter den 3D-Druckern vonEOS wird die Anlage P500 vom intuitiv bedienbaren, offenen und produktiven CAM-Tool EOSPRINT 2 unterstützt. Diese Software ist bisher für zahlreiche 3D-Drucker verfügbar, die Metalle sintern. Sie ermöglicht Ingenieuren, die CAD-Daten zu optimieren. Durch die Konnektivität vor, während und nach dem AM-Bauprozess lassen sich die 3D-Drucker für Kunststoffe besonders einfach und effizient in ein automatisiertes Fertigungsumfeld integrieren. Sie ermöglichen künftig automatisierte Produktionsketten beim Fertigen aus Polymeren.

Bauteile aus hochwertigen Polymeren

Der 3D-Drucker P500 kann Kunststoffe bis 300 °C Betriebstemperatur verarbeiten. Deshalb lassen sich Bauteile aus speziellen Polymeren herstellen. Das betrifft beispielsweise PA6, PBT, PET, PPS und PEKK. Das erweitert das Anwendungsspektrum für den 3D-Druck, zum Beispiel in der Automobilindus trie und in der Elektronik.

Als erstes Hochleistungspolymer für den 3D-­Drucker P500 wird PEKK verfügbar sein. Der Werkstoff ist besonders beständig gegen hohe Temperaturen und flammhemmend. Er kann deshalb häufig alternativ zu Metallen eingesetzt werden. Der Hersteller EOS beabsichtigt, weitere vergleichbare Werkstoffe zu verwirklichen. Aus diesen sollen sich wirtschaftlich und effizient im 3D-Druck Kunststoffteile anstelle metallischer Bauteile herstellen lassen. Dabei arbeitet EOS mit dem französischen Chemikalien- und Werkstoffhersteller Arkema zusammen. Da der 3D-Drucker P500 als offenes System ebenso andere Werkstoffe verarbeiten kann, kooperiert der Hersteller auch mit Evonik und BASF.

EOS P500

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Erster Anwender rechnet mit höherer Produktivität

Der Dienstleister Materialise GmbH in Gilching, der seit 1990 Bauteile und Konstruktionen für die Medizintechnik, die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie für Kunst und Design im 3D-Druck herstellt, hat bereits in eine 3D-Druckanlage P500 investiert. Dazu sagt Bart Van Der Schueren, Technology Officer: «Wir freuen uns auf die Produktivitätssteigerung, die wir mit der P500 erzielen werden, sowie die neuen Möglichkeiten zur Serienfertigung, die wir dank der automatisierbaren Schnittstellen des Systems haben. Die reduzierten Zyk­luszeiten werden uns dabei helfen, die immer kürzer werdenden Lieferfristen halten zu können, während die Nachfrage nach additiv gefertigten Kunststoffteilen im industriellen Umfeld weiter zunimmt. Wir schätzen ebenso die 300 °C-Fähigkeit des Systems, weil sich dadurch eine hohe Materialvielfalt ergibt und neue Anwendungsfelder erschlossen werden können.»

Dr. Tobias Abeln, Geschäftsführer für Technik und Entwicklung (CTO) bei EOS GmbH, ergänzt: «Wir freuen uns ebenso, dass mit Materialise ein Unternehmen auf unser aktuelles System setzt, das sehr erfolgreich die zahlreichen Möglichkeiten der additiven Fertigung ausschöpft. Unser neues System vereint knapp 25 Jahre Erfahrung unseres Unternehmens auf dem Gebiet des Laser-Sinterns. Wir haben das System auf Produktivität und Qualität hin optimiert und die Technologie klar auf eine automatisierte Serienfertigung ausgerichtet. Dass Materialise bereits vor der offiziellen Einführung in das System P500 investiert, macht uns sehr stolz. Es zeigt, dass wir die richtigen Spezifikationen bieten und uns klar am Bedarf im Markt orientieren». SMM

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