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Tests liefern eindeutige Ergebnisse
Aus der Kooperation der beiden SNCF-Abteilungen für Instandhaltung und Forschung ist ein Testwaggon hervorgegangen, der in einer ersten Testreihe auf einer vielbefahrenen Strecke zwischen dem Pariser Bahnhof Austerlitz und der Station Les Aubrais, einem wichtigen Schienen-Knotenpunkt in der zentralfranzösischen Region Orléans, eingesetzt wurde. Geschützt in einem speziellen Gehäuse, das an einem Testwaggon befestigt war, welcher mit einer konstanten Geschwindigkeit von 120 km/h fuhr, hat eine fest montierte Kamera der A-Serie von FLIR Systems die Kettenfahrleitungen aufgenommen. Im Waggoninneren war ein PC mit der Software «FLIR Researcher» zur Speicherung der Bilder ausgerüstet. «Die Kamera musste robust genug sein, um die Fahrt ausserhalb des Zugs in einem Gehäuse zu überstehen, und ihre Bildwechselfrequenz musste ausreichen, um die Oberleitungen bei dieser Geschwindigkeit darstellen zu können», sagt Millot. Die A-Serie mit 320 x 240 Bildpunkten, einer Bildwechselfrequenz von 60 Hz und ausgelegt für eine Umgebungstemperatur zwischen –15 und +55 °C, erfüllte diese Kriterien. Um die heissen Stellen auf den Leitungen geographisch genau lokalisieren zu können, wurden ein Kilometerzähler und eine zusätzliche CCTV-Videokamera installiert. Die Videokamera zeigte auch an, ob heisse Stellen an den Kettenfahrleitungen durch naheliegende Wärmequellen wie Signale oder Lichter beeinflusst wurden.
Die Ergebnisse waren eindeutig: «Wir schickten Wartungsteams an die Stellen, die sich durch die Bildanalyse ergeben hatten. An manchen Stellen waren Teile der Leitungen kurz davor zu schmelzen und hätten jeden Moment reissen können», erinnert sich Millot. Die riesigen Mengen an Infrarotbildern müssen am PC analysiert werden. «500 km Schienenstrecke entsprechen 21 DVDs mit Bildern», sagt Millot. Die SNCF-Experten müssen geeignete Dringlichkeitskriterien für die Wärmeentwicklung bei Oberleitungen festlegen. Ist eine Temperaturabweichung von 5 °C zulässig? Ist der Leitungsbruch eine Frage von Tagen oder Monaten? Als nächsten Schritt werden die SNCF-Ingenieure ein Werkzeug zu entwickeln haben, mit dessen Hilfe sich die Wärmebilder schnell analysieren und die gesuchten heissen Stellen lokalisieren lassen.
Experiment war ein voller Erfolg
Die SNCF hat der Entwicklung eines speziellen Testwaggons zugestimmt, mit dem die Kettenfahrleitungen ihres landesweiten elektrischen Streckennetzes untersucht werden sollen. Damit ist die französische Eisenbahngesellschaft die erste, die diese Inspektionstechnik einsetzt. <<
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