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Kühlschmierstoffe Inhouse-Technologiecenter mit echtem Mehrwert

| Redakteur: Matthias Vogel

>> Das Schmiermittelunternehmen Blaser Swisslube hat sein topmodernes Technologiecenter am Hauptsitz in Hasle-Rüegsau (Schweiz) kürzlich erweitert. Seit vier Jahren werden die neu entwickelten Kühlschmierstoffe getestet und die vielfältigen Bearbeitungsoperationen der Kunden und Partner praxisnah abgebildet. Das Center ermöglicht den Zerspanungsspezialisten von Blaser, den Kunden im Hinblick auf den Kühlschmierstoff einen Mehrwert zu bieten und so deren Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Bearbeitungsqualität zu optimieren.

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Das Schmiermittelunternehmen Blaser Swisslube hat sein topmodernes Technologiecenter am Hauptsitz in Hasle-Rüegsau (Schweiz) kürzlich erweitert.
Das Schmiermittelunternehmen Blaser Swisslube hat sein topmodernes Technologiecenter am Hauptsitz in Hasle-Rüegsau (Schweiz) kürzlich erweitert.
(Bild: Blaser Swisslube)

Zwei 5-Achsen-Bearbeitungscenter, ein Dreh- und Fräscenter, eine 5-Achsen-Werkzeugschleifmaschine sowie zwei neue CAD/CAM-Arbeitsplätze: Blaser Swisslube hat in dem Ende 2008 gegründeten Technologiecenter optimale Bedingungen dafür geschaffen, die neuesten Zerspanungstechnologien simulieren und testen zu können. «Das ermöglicht uns, unsere Kunden noch besser bei der Steigerung ihrer Produktivität und bei der Verbesserung ihrer Wirtschaftlichkeit und Bearbeitungsqualität zu unterstützen», erklärt Geschäftsführer Marc Blaser.

Neben den Tests von neu entwickelten Kühlschmierstoffen für die Bearbeitung verschiedenster Materialien sowie der Simulation praxisnaher Fertigungssituationen ermöglicht die Infrastruktur auch die Austragung von Zerspanungsseminaren am Blaser-Hauptsitz in Hasle-Rüegsau. In Zusammenarbeit mit Kunden, Universitäten, Fachhochschulen oder Fachverbänden werden innovative Zerspanungstechnologien und neueste Werkstoffe mit verschiedenen Kühlschmierstoffen getestet und sowohl die Prozesse wie auch die Schmierstoffe optimiert und weiterentwickelt.

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Test 1: Tieflochbohrung 18-mal schneller

Der Einfluss von Kühlschmierstoffen auf den Zerspanungsprozess wird häufig unterschätzt, wie ein kürzlich gemeinsam mit der Technischen Hochschule Aachen durchgeführtes Projekt eindrücklich aufzeigt. Das Ziel des Projektes war es, die Bearbeitungszeit einer Tieflochbohrung in Vergütungsstahl von bislang drei Minuten bei gleichbleibender Qualität so weit als möglich zu reduzieren. Die Technische Hochschule Aachen hatte für diese Bearbeitung bis zur Zusammenarbeit mit Blaser Swisslube ein konventionelles Schneidöl verwendet.

Folgende Ausgangslage präsentierte sich bei diesem Projekt:

  • Operation: Tieflochbohrung Durchmesser 8 auf eine Tiefe von 200 mm
  • Vorbearbeitung: Pilotbohrung mit gleichem Durchmesser auf eine Tiefe von 16 mm
  • Material: 42CrMo4 + QT, Zugfestigkeit 1000 MPa
  • Maschinentyp: Mazak Variaxis 500
  • Werkzeug: Kennametal- und Titex-Bohrwerkzeuge
  • Schnittparameter: Vc = 120 m/min, f = 0,25 mm/Umdrehung

Zur Optimierung dieser anspruchsvollen Bohroperation wurden Werkzeug, Bohrstrategie, Zerspanungsparameter, Kühlmittelzuführung und Kühlmittel gründlich getestet und angepasst. Der wassermischbare Kühlschmierstoff wurde unter hohem Druck (60 bar) durch das Werkzeug gepumpt, um die Evakuierung der anfallenden Späne ohne zeitintensives Entspänen zu gewährleisten. Dabei ist es entscheidend, einen Kühlschmierstoff auszuwählen, der auch unter hohen Drücken nicht zur Schaumbildung neigt. Es muss unbedingt verhindert werden, dass Luftblasen in der Emulsion entstehen, welche sowohl die Kühlwirkung als auch den Späneabfluss behindern würden.

Von den ursprünglich drei Minuten pro Bohrung konnte so schlussendlich eine Bohrzeit von zehn Sekunden für eine Tiefe von 200 mm erzielt werden – eine 18-fache Effizienzsteigerung.

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