Neu im März 2021: Die neue Fertigungsmesse in Bern

Innoteq heisst die neue Industriemesse 2021 in Bern

| Redakteur: Matthias Böhm

«Die Innoteq in der Bernexpo wird die neue Leitmesse der Zulieferindustrie und Fertigungstechnik der Schweiz sein.» Pascal Blanc, Bereichsleiter Fachmessen, Bernexpo im Gespräch mit Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
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«Die Innoteq in der Bernexpo wird die neue Leitmesse der Zulieferindustrie und Fertigungstechnik der Schweiz sein.» Pascal Blanc, Bereichsleiter Fachmessen, Bernexpo im Gespräch mit Matthias Böhm, Chefredaktor SMM (Bild: Abetare Cakiqi)

Innoteq heisst die neue Fertigungs- und Zuliefermesse der Schweiz. Der SMM sprach exklusiv mit Pascal Blanc, dem Bereichsleiter Fachmessen und Verantwortlichen der erstmalig vom 02. – 05. März 2021 stattfindenden Innoteq in Bern. Pascal Blanc zeigt auf, welche Ziele die Bernexpo mit der neuen Fertigungsmesse verfolgt, wie viel Aussteller und Besucher er erwartet und wie das Messekonzept sich entwickeln soll.

SMM: Herr Blanc, das Schweizer Messeduo Swiss­tech-Prodex in Basel ist Geschichte. Sie lancieren neu die Innoteq in Bern, wie kam es zu dem Wechsel?

Pascal Blanc: Im Jahr 2018 haben die Trägerverbände des bisherigen Messeduos eine Auslegeordnung und Marktsondierung gestartet, dies aufgrund von Unzufriedenheiten mit dem bisherigen Messe-Partner. Im Zuge einer umfangreichen Ausschreibung konnte Bern­expo die Trägerverbände Tecnoswiss und Swissmechanic, sowie zum späteren Zeitpunkt Swissmem, mit der angebotenen Partnerschaft überzeugen.

Die drei wichtigsten Schweizer Industrieverbände Swissmechanic, Tecnoswiss und Swissmem stehen also hinter der neuen Messe. Welchen Stellenwert haben die Verbände bei der Lancierung einer Schweizer Fertigungsmesse?

P. Blanc: Für die Lancierung einer neuen Veranstaltung mit diesen Dimensionen sind starke Partner unentbehrlich. Der direkte Draht und Rückhalt in die Industrie sind fundamental wichtig und mit den drei Partnern gewährleistet.

Wie werden Sie die Messe grundsätzlich konzeptionell gestalten. Werden Sie sich an dem bisherigen Messemodell der Swisstech-Prodex orientieren, oder gibt es Änderungen?

P. Blanc: Wer die Veranstaltung 2019 besucht hat, kennt die Antwort: Veränderungen sind dringend notwendig. Diese haben wir in den Gesprächen mit den Verbänden explizit angesprochen. Die Entwicklung geschieht in Zusammenarbeit mit dem «Strategischen Board», in welchem die Verbände vertreten sind.

Gegenüber der Messe Basel verfügt die Messe Bern über weniger Bruttoquadratmeter Messefläche. Inwieweit kann sich das aus Ihrer Sicht als Vorteil erweisen für das Messekonzept?

P. Blanc: Das Gelände der Bernexpo bietet ideale Voraussetzungen für die neue Leitmesse der Fertigungsindustrie. Der verfügbare Raum ermöglicht neue konzeptionelle Varianten, welche für Ausstellende, Besuchende und Partner Mehrwerte bieten. Damit die Attraktivität des Messebesuchs verstärkt wird, setzen wir klar auf eine hohe Konzentration von Ausstellern und Technologie.

Die beschränkte Anzahl an Quadratmetern könnte ja in der Weise positiv genutzt werden, dass Sie die Quadratmeterzahl pro Aussteller beschränken, dafür aber eine möglichst grosse Anzahl an Unternehmen ausstellen lassen. Was würde aus Ihrer Sicht dafür respektive dagegen sprechen?

P. Blanc: Grundsätzlich reicht die Kapazität bei der Bernexpo für das Abbilden der Leitmesse ohne Einschränkungen. Zusammen mit den Trägerverbänden entwickeln wir den Inhalt. Grössenbeschränkungen sind dabei nicht vorgesehen und notwendig. Persönlich bin ich der Meinung, dass auf solche Einschnitte verzichtet werden sollte, da wir den Markt abbilden möchten. Da gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten, welchen Raum geboten werden soll. Hingegen sehe ich unsere Rolle stärker beim Aufzeigen von Lösungsansätzen zur Optimierung der Vereinbarkeit der unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Ausstellenden.

Neben Ihrer neuen Messe sind sicher die EPHJ wie auch die Siams weitere wichtige Industriemessen. Wie positionieren Sie Ihre neue Industriemesse gegenüber den beiden Westschweizer Industriemessen?

P. Blanc: Die beiden Veranstaltungen geniessen eine hohe Bekanntheit und eine starke Verwurzelung innerhalb der Branche und beim entsprechenden Zielpublikum. Wir können uns zu den bestehenden Gefässen sehr gut differenzieren via Anwenderkreise, geographisches Einzugsgebiet und Präsentationsmöglichkeiten. Zudem werden wir uns inhaltlich abheben.

Entscheidend bei der Lancierung einer Industriemesse ist es, die Akzeptanz der führenden Werkzeugmaschinenhersteller, -händler wie auch Werkzeughersteller zu haben. Inwieweit haben sich die wichtigsten Unternehmen bezüglich einer Teilnahme bereits positioniert?

P. Blanc: Das ist absolut richtig. Der Markt forderte ja eine neue Lösung und hat sich für die Bernexpo als Partner entschieden. Im ganzen Prozess bis heute – sowie zukünftig – pflegen wir mit Herstellern, Händlern, Verarbeitern und Verbänden einen regen Austausch. Wir interessieren uns vertieft für die Bedürfnisse unserer Kunden und bieten Lösungen dazu. Über den direkten oder indirekten – via Verbände – Weg stellen wir dies sicher und sind davon überzeugt, eine attraktive Plattform zu bieten, welche alle Marktteilnehmenden zusammenbringen wird. Die bisherigen Gespräche mit interessierten Unternehmen sind sehr positiv verlaufen.

Bei der bisherigen Swisstech-Prodex war oft die Problematik, Besucher für die Swisstech-Aussteller zu akquirieren. Wie wollen Sie konkret vorgehen, damit auch die Zulieferunternehmen einen entsprechenden Stellenwert bekommen und Interesse auf sich ziehen?

P. Blanc: Die Verarbeiter und Zulieferer spielen in der Wertschöpfungskette der Fertigungsindustrie der Schweiz eine wichtige Rolle. Diese gilt es dem Besuchenden aufzuzeigen und einfach einsehbar zu machen. Dies wird u. a. konzeptionell und kommunikativ geschehen. Wir sind davon überzeugt, gemeinsam mit den Partnern, Verbänden und Ausstellenden die richtigen Besucher nach Bern bewegen zu können und ihnen vor Ort unterschiedliche Lösungsansätze für ihre Bedürfnisse präsentieren zu können.

Mit Bern sind Sie geografisch perfekt zwischen der Deutsch- und der Westschweiz positioniert. Welche Vorteile sehen Sie diesbezüglich?

P. Blanc: Der Messeplatz Bern ist von allen Landesteilen aus einfach erreichbar und verkehrsträgerunabhängig gut erschlossen. Bern nimmt eine Brückenbauer-​Funktion wahr und bringt speziell die Romandie und die Deutschschweiz zusammen. Bei der Sindex beispielsweise stammen mehr als 20% der Besuchenden aus der Westschweiz. Wir sehen bei unseren Veranstaltungen in Bern, dass sich die Aussteller gut auf die französischsprechenden Besucher vorbereiten und entsprechende Angebote anbieten. Infomaterial ist mehrsprachig verfügbar, französischsprechendes Personal ist vor Ort und wir kommunizieren, informieren und beschriften konsequent mehrsprachig.

Welche Erwartungen haben die Aussteller und die Verbände an die neue Innoteq?

P. Blanc: Eine gute Frage! Die Verbände wollen Teil der Veranstaltung sein und eine kooperative, partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe mit dem Veranstalter pflegen, dabei ernst genommen werden und sich aktiv einbringen können. Zusammen mit den Ausstellenden wollen sie den Leuchtturm der Schweizer Fertigungsindustrie abbilden, welcher in einem weiterführenden, umfassenderen Ansatz integriert ist. Generell finden wir hohe, aber realistische Erwartungen vor, welche zeitgleich auch viel Freiraum für Neues lassen. Diesen wollen wir aktiv nutzen.

Welche Angebote werden Sie neben der eigentlichen Messeplattform noch anbieten, um den ausstellenden Unternehmen einen entsprechenden Nutzen zu bieten?

P. Blanc: Hierzu führen wir viele Gespräche mit verschiedensten Stakeholdern. Wir wollen die genauen Bedürfnisse der Teilnehmenden der neuen Plattform kennen und daraus entsprechende nutzenstiftende Angebote in einem dynamischen Prozess auf- und ausbauen. Es nützt beispielsweise nichts, wenn wir eine digitale Plattform anbieten nur der Digitalisierung halber. Ohne echte Mehrwerte und Nutzer verfehlen wir die eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse. So sind wir etwa bei den digitalen Hilfsmitteln auf sehr gutem Wege, die Effizienz der Ansprache und Abwicklung für Ausstellende und Besuchende stark zu optimieren.

Und als letzte Frage, wie viele Aussteller und Besucher erwarten Sie auf der neuen Innoteq?

P. Blanc: Sich über effektive Zahlen zu definieren, ist in diesem Rahmen nicht prioritär. Wir wollen Relevanz und damit verbunden eine Themenführerschaft aufbauen. Menschen und Marken über den Moment hinaus verbinden, fürs Business und Leben. Das geschieht nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit. Die Ausgangslage ist attraktiv, mit Blick nach vorne sind wir zuversichtlich, für die erste Ausgabe 550 Ausstellende und 25 000 Fachbesuchende in Bern zusammenbringen zu können. SMM

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