6C Tools: Hartbearbeitung optimieren Innovation schafft neue Möglichkeiten

| Aktualisiert am 23.04.2021Redakteur: Konrad Mücke

Kleine und kleinste Produktionsunternehmen leiden besonders unter den Auswirkungen der Pandemie. Wie man trotzdem erfolgreich agieren kann, berichtet Jens Boos, Geschäftsführer der 6C Tools AG in Zürich, spezialisiert auf Entwicklung und Produktion von Zerspanungswerkzeugen für sprödharte Werkstoffe.

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Werkzeuge zur Bearbeiten kleiner Bauteile aus harten, spröden Werkstoffen erfordern innovative Schneiden- und Werkzeuggeometrien.
Werkzeuge zur Bearbeiten kleiner Bauteile aus harten, spröden Werkstoffen erfordern innovative Schneiden- und Werkzeuggeometrien.
(Bild: 6CTools AG)

SMM: Wie können Sie als produzierendes Unternehmen unter den zahlreichen Auflagen in Bezug auf Hygiene und Infektionsrisiko arbeiten?

Jens Boos: Als kleines und junges Produktionsunternehmen mit vier Mitarbeitern ist es uns nicht möglich, im Homeoffice zu arbeiten. Produktion heisst nun mal physisches Arbeiten an und mit Maschinen. Wir sind aber stets darauf bedacht, die geforderten Massnahmen zu treffen und einzuhalten. Es wird immer darauf geachtet, dass allen Mitarbeitern eine ausreichende Anzahl an Schutzmasken zur Verfügung steht und diese auch während der Arbeit getragen werden. Da unser Betrieb im Technopark Zürich angesiedelt ist, gelten hier natürlich auch die Regelungen für öffentliche Gebäude.

Wie wirken sich die Massnahmen der öffentlichen Verwaltung und der Regierung gegen die Ausbreitung des Virus auf Ihre aktuelle Geschäftstätigkeit aus?

J. Boos: Im B2B-Segment sind die Auswirkungen durch die Massnahmen der öffentlichen Verwaltung und der Regierung auf die Geschäftstätigkeiten in dem Sinne eingeschränkt, dass wir nicht mehr den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden aufrechterhalten können. Viele unserer Kunden erlauben unseren Vertriebspartnern und uns keine der bisher gewohnten persönlichen Besuche. Dies hat zur Folge, dass man sich neue Möglichkeiten schaffen muss, den Bestandskunden, aber vor allem den Neukunden gegenüber eine Beratung mit gleicher Qualität wie gewohnt anbieten zu können.

Wie reagieren Sie auf die aktuelle Situation?

J. Boos: Hier setzen wir vor allem auf Medienpräsenz mit Fokus auf Social Media. Ob LinkedIn oder Instagram, diese Kanäle werden in dieser Zeit immer wichtiger und von unseren Kunden auch gut angenommen. Bei unseren Produkten ist es wichtig zu zeigen, welche Möglichkeiten wir bei der Bearbeitung von sprödharten Werkstoffen wie Keramik und Hartmetall bieten.

Wie sorgen Sie für anhaltenden Kontakt zu Kun- den?

J. Boos: Unsere Vertriebspartner stehen hier vor den gleichen Herausforderungen. Kaum persönliche Besuche, Kontakt kann man nur via Mail und Telefon knüpfen und pflegen.

Wie agieren Sie im Marketing allgemein, um neue Kundenkontakte zu finden?

J. Boos: Auch hier gilt «Tue Gutes und rede drüber!», inzwischen eben in digitaler Form, mit Bildern und Videobeiträgen. In der Werkzeugbranche ist dies nicht so einfach. Bisher hat der Aussendienst ein Produkt beim Kunden zeigen oder sogar einen begleiteten Test durchführen können. Dies fällt bis auf weiteres weg.

Was planen Sie längerfristig im Marketing – Stichworte (Haus-)Messen, Digitalisierung, direkter Kundenkontakt per Aussendienst, Web- oder Podcast – für das laufende Jahr?

J. Boos: Zusammen mit unseren Vertriebspartnern erarbeiten wir Konzepte, um den digitalen Auftritt auszubauen. Die Herausforderung wird hier aber darin liegen, dass auch Kunden diese Konzepte mittragen. Das beinhaltet, dass die Unternehmen ihren Mitarbeitern und Ansprechpartnern ausreichend Zeit einräumen müssen, damit diese an solchen digitalen Veranstaltungen teilnehmen können.

Welche Erwartungen und Pläne haben Sie für Ihre Produktionsstätten in der Schweiz?

J. Boos: Wir sind ein wachsendes Unternehmen und schon jetzt dabei, uns räumlich und personell neu aufzustellen, und das in der Schweiz.

Wie bereiten Sie sich auf die Zeit nach den Einschränkungen vor – Stichworte Innovation, digitalisierte Prozesse extern und intern?

J. Boos: Auch wir haben die Zeit genutzt und trotz hoher Nachfrage den Bereich Forschung und Entwicklung ausgebaut. Der Fokus liegt hierbei auf der Optimierung von Abläufen und der kostenoptimierten Fertigung mit Hilfe von Automation.

Welche Erwartungen haben Sie an die allgemeine geschäftliche Entwicklung im Jahr 2021 – landesintern, international?

J. Boos: Wir erwarten sowohl im nationalen als auch im internationalen Geschäft ein Wachstum unserer Umsätze. Unsere Kunden haben die letzten Monate damit verbracht neue Technologien im Bereich der sprödharten Bearbeitung zu testen. Hieraus ergibt sich hoffentlich für uns ein neuer Kundenstamm.

Herr Boos, vielen Dank für Ihre Informationen.

Das Interview führte unser Redaktor Konrad Mücke. SMM

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