Stanzprozesse müssen wirtschaftlich sein. Dabei spielen die Digitalisierung, die Prozessgeschwindigkeit, Energieeffizienz und der Trend zu kleineren Serien eine wichtige Rolle. Auf der Euroblech präsentieren Unternehmen Lösungen auf dem neuesten Stand.
Lösungen zur Digitalisierung und Vernetzung erhöhen in der Umform- und Stanztechnik nicht nur zur Prozesssicherheit, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion.
(Bild: Schuler)
Neuigkeiten im Fertigungsbereich Stanzen gibt es nicht nur mit Blick auf die Digitalisierung, auch verschiedene technische Umsetzungen sollen die Effizienz in der Prozesskette erhöhen. Die Schuler AG aus Göppingen zeigt in Hannover beispielsweise, wie sich durch Lösungen zur Digitalisierung und Vernetzung in der Umformtechnik nicht nur die Prozesssicherheit, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion erhöhen lässt. Dazu tragen vernetzte Maschinen wie etwa Servo-Pressenlinien oder Platinenschneidanlagen mit Laser genauso bei wie die Optimierung von Abläufen am Computer und die zielführende Auswertung der gesammelten Daten, beispielsweise für eine zustandsbasierte Wartung.
Breite Zielgruppe für Angebote im Bereich Stanzen
«Die Schuler-Lösungskonzepte dafür lauten Connected Forming Systems, Process Simulation und Intelligent Data Solutions. Auf der Euroblech präsentieren wir Beispiele dafür und erklären, wie diese ineinander greifen», macht der Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert neugierig.
Mit den vorgestellten Lösungen im Bereich Stanzen möchte Schuler auch in diesem Jahr wieder eine breite Zielgruppe ansprechen und lädt Geschäftsführer, Produktionsleiter, Presswerksleiter, Instandhaltungsleiter, Einkäufer und Konstruktionsleiter von Automobilherstellern und -zulieferern als auch Unternehmen aus der Schmiede-, Hausgeräte-, Verpackungs-, Energie-, Eisenbahn- und Grossrohrindustrie sowie aus der Luft- und Raumfahrt ein. «Wir möchten den Kontakt zu unseren Bestandskunden pflegen, aber auch viele neue Kontakte in neue Märkte knüpfen», so Klebert zu den Erwartungen an die diesjährige Euroblech.
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Mit Blick auf Trends, die sich in der Stanztechnik abzeichnen, sagt er: «Auch für die Stanztechnik wird die zunehmende Digitalisierung der Prozesse und die Vernetzung der Anlagen weitreichende Folgen haben. Pressen von Schuler verfügen bereits über die dafür nötigen Schnittstellen.»
Bandangetriebene Rotationsstanze
Das Highlight am Stand von Baust Stanztechnologie aus Langenfeld wird das Thema Stanzen ohne Motor sein. «In diesem Jahr bringt Baust die bandangetriebene Rotationsstanze BRV735 mit auf den Stand in Halle 27. Hier kann der Besucher selbst Hand anlegen und in Realität erleben, wie die rotierenden Werkzeuge auf einfache Art und Weise den Bandzug in ein exzellentes Stanzergebnis verwandeln. Durch ihren Öffnungsmechanismus erlaubt die Stanze ausserdem extrem schnelle Werkzeug- und Bandwechsel. Dank des kompakten und zu 100 % mechanischen Aufbaus lässt sich die Rotationsstanze ganz einfach in Profilier-Anlagen integrieren», beschreibt Martin Plate, Leiter des Bereiches Rotationstanztechnik bei Baust, im Vorfeld die Technik, die den Besuchern auf der Messe präsentiert wird.
Das Unternehmen wendet sich mit seinem Portfolio im Bereich Stanzen in erster Linie an die Hersteller gelochter Profile, die Betreiber und Hersteller von Walzprofilieranlagen und Bandanlagen, denen konventionelle Verfahren wie das Hubstanzen zu langsam sind, und natürlich auch an Anwender anderer, kontinuierlicher Verfahren wie Extrusion oder Pulltrusion, die bewusst auf ein kontinuierliches Verfahren setzen.
«Beim schnellen, automatisierten Rüsten tut sich im Bereich des Walzprofilierens sehr viel und die verbundenen Stanzverfahren werden ebenfalls mit kleineren Losgrössen konfrontiert. Präzision, Variabilität und Schnelligkeit beim Rotationsstanzen entwickeln sich enorm, ganz besonders vorangetrieben durch leistungsfähige Servoantriebe sowie Steuerungen und Sensorik mit präziser Mechanik und natürlich auch durch neue Werkstoffe», schätzt Plate die Entwicklungen im Bereich Rotationsstanzen ein.
Optimierungspotenziale identifizieren
«Wir erwarten einen spannenden Austausch mit Besuchern, die das grosse Wirtschaftlichkeitspotenzial des Rotationsstanzens für sich nutzen möchten. Gerade in vielen Ländern ausserhalb des deutschsprachigen Raumes ist das Rotationsstanzen oft noch wenig bekannt», erklärt Plate. Neben Anwendungsbeispielen zum Rotationsstanzen für Bleche im Dickenbereich bis 3 mm wird Baust auf der Euroblech auch neue Lösungen für das Lochen leichter Profile im Baubereich präsentieren.
Natürlich wird die Thematik Industrie 4.0 bei vielen Anlagenpräsentationen in Hannover eine Rolle spielen. Mit einem Performance Cockpit will zum Beispiel der Werkzeugmaschinen- und Laserhersteller Trumpf mehr Transparenz vermitteln und es dem Blechbearbeiter damit ermöglichen, auf einen Blick die Optimierungspotenziale in der Fertigung zu identifizieren. Die Software stellt unter anderem beim Stanzen die Anzahl der Hübe eines Stanzwerkzeugs in einem gewählten Zeitraum dar. Dadurch kann die Nutzung verfolgt und ein notwendiger Austausch des Werkzeugs geplant werden.
Stand vom 30.10.2020
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* Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde ist Fachjournalistin für Wirtschaft und Technik in 99094 Erfurt