Ausbildung zum Produktionsfachmann mit eidg. Fachausweis Interview mit Iwan Marty, Marty Formen- und Werkzeugbau

Redakteur: Lya Bartholet

>> Ein kühler Tag Ende April, Interviewtermin in Unteriberg, unweit von Einsiedeln, bei Marty Formen- und Werkzeugbau, einem Kleinbetrieb: Vater, Sohn, ein Angestellter, ein Hilfsarbeiter. Herzlicher Empfang, Herr Iwan Marty, 27, stand Rede und Antwort zu seinem eben abgeschlossenen Studium zum Produktionsfachmann in Bülach sowie zu seiner Arbeit im väterlichen Betrieb, den Hintergrund für seine Motivation.

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Iwan Marty, Marty Formen- und Werkzeugbau.
Iwan Marty, Marty Formen- und Werkzeugbau.
(Bild: Swissmechanic)

VMTW: Herr Marty, Sie haben das Studium als einer der Besten abgeschlossen, waren also hoch motiviert. Warum?

Iwan Marty: Die Firma Marty Formen- und Werkzeugbau ist ein Traditionsbetrieb, wobei heute ausschliesslich der Prototypenbau und die Teilefertigung im Vordergrund stehen. Vor einem Jahr habe ich die Drahterosionsfertigung übernommen. Die grössere Verantwortung machte vertiefte Kenntnisse nötig.

Werfen wir einen Blick aufs Studium: Was waren die Highlights?

I. Marty: Vorweg wäre das tolle Klassenklima zu nennen. Damit erweiterte ich massgeblich das berufliche Netzwerk, das für die Praxis ja enorm nützlich ist. Aber um mit dem Anfang der Ausbildung zu beginnen: Der Vorkurs Mathematik war sehr hilfreich: Er entlastete das Studium klar, daneben sind solide Mathematikkenntnisse ja auch für die Praxis wichtig. Dann haben mir die Blockwochen wie Arbeitsmethodik und Führung sehr gefallen. Weiter die Buchhaltung: Sie war in meinem Falle besonders nützlich, führe ich doch selbstständig den Bereich Drahterosionsfertigung inklusive Offertstellung und Abrechnung. Sehr interessant fand ich schliesslich die Werkstofftechnik mit Materialkunde sowie – last but not least – die speicherprogrammierte Steuerung SPS.

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Zusammenfassend?

I. Marty: Die Ausweitung und Vertiefung der Kenntnisse hat mir viel gebracht. Auch im Hinblick auf die QS-Zertifizierung, die unserem Betrieb bevorsteht, möchten die Kunden, um die Kosten zu senken, doch zunehmend die Prüfprotokolle gleich vom Fertigungsbetrieb, d. h. die Eingangskontrollen nicht mehr selbst machen.

Wir verstehen den VMTW als lernende Organisation: Wo könnten wir den Studiengang noch verbessern?

I. Marty: Was nicht nur ich, sondern auch die Kollegen so empfunden haben: Die Programmiersoftware für das Programmieren im Ausbildungszentrum Weinfelden war zu wenig bekannt. Wir würden ein gängigeres empfehlen.

... oder ein Vorgehen, das den Zugang zu gängigeren Programmen erleichtern würde?

I. Marty: Ja, das wäre auch eine Möglichkeit. Ein weiterer Punkt: Mitunter verwendeten die Dozenten im Unterricht eigene Unterlagen. In diesem Fall waren jene vom VMTW wenig sinnvoll. Hier wäre eine bessere Koordination wünschbar. Schliesslich möchte ich gezielte Betriebsbesichtigungen anregen: In dem Sinne, dass im Unterricht Aufgaben erarbeitet werden, deren konkrete Umsetzung auf einer Exkursion in einem Betrieb beobachtet werden kann.

Sie haben eben einen grossen Effort mit Bravour bewältigt. Trotzdem: Haben Sie punkto Weiterbildung bereits schon weitere Pläne?

I. Marty: In den nächsten Jahren möchte ich den väterlichen Betrieb übernehmen. Da wird die Unternehmensführung ein zentrales Thema sein. Dies hat zur Folge, dass ich bereits in der nächsten Weiterbildung, nämlich der Unternehmensschule, stecke. Denn ich lebe ganz nach dem Motto «Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück». <<

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