Effizienter Schlammsauger dank Schneider Electric

Keine Schlammschlacht dank MudMaster

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Automatisiertes Meisterwerk

Eine Ausschreibung aus Baden-Württemberg gab den Anstoss für die konkrete Umsetzung. Dabei ging es um rund 3700 Kubikmeter Schlamm, die abgepumpt und entsorgt werden mussten. Die Aquarius Water Management AG kalkulierte ihre Kosten, gab ein Angebot ab und erhielt den Zuschlag. Nur gab es die Maschine, den neuen MudMaster, natürlich noch gar nicht; vielmehr musste dieser nun umgehend definitiv konzipiert und gebaut werden. Er besteht aus drei Komponenten: dem Saugboot, dem Modul aus Separator, Reaktor sowie Sedimenter (SRS-Modul) und der Entwässerungsanlage. Herzstück der weltweit einzigartigen Schlammaufbereitungsanlage ist das SRS-Modul, das erstaunlicherweise in einem 40-Fuss-Container Platz findet. «Zuerst gelangt der Schlamm in ein Trommelsieb, wo er von Blättern und Zweigen befreit wird», erklärt Bruno Felskowsky. Dann folgt eine erste Sedimentationsstufe, in der der Sand ausgeschieden wird. Nun verbleiben nur noch die Fein- und Feinstanteile im Wasser, die sich mit einem auf den lokal vorhandenen Schlamm abgestimmten Fällungshilfsmittel zu Flocken zusammenballen und so ebenfalls sedimentieren. Übrig bleibt das Wasser, das im SRS-Modul laufend auf fünf Kriterien hin geprüft und bei Bedarf abermals durch den Reaktor geschleust wird, bis die Qualität stimmt. Erst danach wird es ins Gewässer zurückgepumpt. Der ausgefällte Schlamm gelangt in die Entwässerungsanlage, wo er bis zu einem Trockensubstanzgehalt von 75 Prozent ausgepresst wird. Damit dies alles reibungslos klappt und einschliesslich der Besatzung des Saugboots nur zwei bis drei Personen eingesetzt werden müssen, ist eine Automation unabdingbar. Und hier kam ein weiteres Fachwissen ins Spiel, jenes von Christian Steger, der bei Schneider Electric für die Entwicklung massgeschneiderter Steuerungen zuständig ist. «Ich habe alle Pumpen, Antriebe und Rührwerke angegeben sowie meine Zielvorstellung formuliert und für die Steuerung selbst dann den Fachleuten von Schneider Electric freie Hand gelassen», sagt Bruno Felskowsky. «Herausgekommen ist eine perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Lösung mit einer umfassenden und doch einfachen Bedienung per Touchpanel.»

Es geht noch besser

Der MudMaster stand damit bereit und hatte auch alle Probeläufe erfolgreich absolviert, doch da meldete sich der Auftraggeber aus Deutschland und teilte mit, der abzusaugende Schlamm enthalte nach neusten Erkenntnissen auch Schwermetalle, die nicht ins Gewässer zurückgelangen dürften. Da Schwermetalle aus dem aufgewirbelten Schlamm auch wasserlösliche Hydroxide bilden, mussten diese ebenfalls gebunden werden. Nur reichte der so schon knappe Platz auf dem 40-Fuss-Container nicht mehr aus, um das zusätzliche Material aufzunehmen, das wegen der längeren Verweilzeit aufgrund der Ausfällung der Schwermetalle anfiel. Das war eine Herausforderung wie geschaffen für Bruno Felskowsky. Er brauchte denn auch gerade einmal ein Wochenende, um das SRS-Modul so abzuändern, dass es zusätzlich auch Schwermetalle aus dem Wasser löst. Angesichts der Vorteile des MudMaster gegenüber der herkömmlichen Lösung mit ausgelegten Schläuchen erstaunt es nicht, dass schon weitere Aufträge anstehen. Der MudMaster braucht wenig Platz, und der Trockenschlamm fällt sofort und nicht erst nach langer Trocknung an. Die abzutransportierende Masse ist bescheiden und das gravimetrisch gereinigte Wasser wird dem Gewässer umgehend zurückgegeben. Und dies alles bei hoher Leistung, verarbeitet der MudMaster, entsprechend der Schlammkonsistenz, pro Tag doch 1000 Kubikmeter eines Schlamm-Wasser-Gemisches zu nur 40 Kubikmetern Trockenmasse. <<

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