Das niederländische Unternehmen Deonet setzt auf YuMi von ABB Kollaborative Automatisierung

Redakteur: Silvano Böni

Um die Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, hat sich Deonet, ein Hersteller von Werbeartikeln, Unterstützung von ABB geholt. Genauer gesagt arbeitet bei den Niederländern ein YuMi-­Roboter Seite an Seite mit dem Fertigungspersonal.

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YuMi automatisiert beispielsweise den lasergestützten Prozess beim präzisen Anbringen von Klebepunkten auf vielfältigen Formen für USB-Memory-Sticks und Kreditkarten.
YuMi automatisiert beispielsweise den lasergestützten Prozess beim präzisen Anbringen von Klebepunkten auf vielfältigen Formen für USB-Memory-Sticks und Kreditkarten.
(Bild: ABB / Hans Nordlander)

Das florierende Fertigungsunternehmen Deonet mit Sitz im Technologie-, Industrie- und Design-Hub von Eindhoven wurde vor 25 Jahren gegründet. Heute exportiert
das Unternehmen seine Produkte in über 60 Länder weltweit und verfügt über Vertriebsbüros in Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und der Türkei.

Unter dem Motto «design, produce, deliver» stellt Deonet Werbeartikel wie personalisierte USB-Sticks, Schlüsselanhänger und Kugelschreiber her. Diese Produkte werden vom Hauptsitz und Produktionsstandort in Eindhoven aus an Kunden in der Werbegeschenkbranche, an Marketing- und Werbe­agenturen sowie an IT-Fachhändler auf der ganzen Welt geliefert.

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Kürzere Lieferzeiten dank YuMi

Dank intelligenterer Automatisierung kann sich Deonet nicht nur gegen ausländische Billiganbieter behaupten, sondern den Kunden auch kürzere Lieferfristen und stetige Produktinnovationen bieten. Dazu gehört die Nutzung von kollaborativer Automatisierung mit dem YuMi-Roboter von ABB. Mit YuMi kann Deonet Präzisionsprozesse effizient automatisieren und gleichzeitig vielfältige Produkt­varianten bearbeiten, die oft in Kleinmengen gefertigt werden.

So automatisiert YuMi beispielsweise den lasergestützten Prozess beim präzisen Anbringen von Klebepunkten auf vielfältigen Formen für USB-­Memory-Sticks und Kreditkarten. Läuft der Vorgang nicht sorgfältig ab, kann der Klebstoff Fäden ziehen, was das Produkt beschädigen oder die hohen Qualitätsstandards von Deonet gefährden kann.

Intelligentere Automatisierung zahlt sich aus

Durch die Umstellung auf kleinere Mengen und grössere Vielfalt – bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit, Qualität und Flexibilität – ist die Fertigung für Deonet heute weniger vorhersehbar und die Automatisierung komplexer. Deshalb konzentriert sich das Unternehmen darauf, alle Prozesse intelligent zu steuern. «Wir haben sämtliche Fertigungsanlagen und Druckpressen automatisiert und setzen nun für die Montage einen YuMi-Roboter ein», erklärt Rob van Berkom, CEO von Deonet.

Weil Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit immer wichtiger werden, hat Deonet die Möglichkeiten der kollaborativen Automatisierung mit YuMi, dem Zweiarm-Roboter von ABB, geprüft. Der YuMi-Roboter, dessen Name für «you and me – wir arbeiten zusammen» steht, kann mit Menschen gemeinsam sicher an einer Aufgabe arbeiten, ohne dass Einzäunungen oder Absperrungen nötig sind.

«YuMi ist unser erster Roboter», erläutert Mike Verjans, CTO. «Für uns als Kleinunternehmen war es wichtig, dass wir den Roboter selber programmieren können und nicht auf externe Integrationsexperten angewiesen sind. Auch muss dies schnell gehen, da sich unsere Produktion laufend ändert. Die wiederverwendbare Programmierung von YuMi ist wichtig für unsere Produktivität.»

Beispielsweise können bei gleichbleibenden Aufgaben wie dem Aufheben eines Behälters oder der Platzierung eines Chips neue Grössen oder Formen von USB-Sticks einfach hinzugefügt werden. Und während YuMi rasch Kreditkarten herausnehmen kann, die sich bereits in einem Behälter befinden, können die Mitarbeitenden und der Roboter bei speziellen Einzelprodukten das integrierte Visionssystem nutzen, um zufällig auf einem Tisch ausgelegte Karten zu finden.

Eine kollaborative Erfahrung

«Unsere Mitarbeitenden im Fertigungsbereich mussten sich natürlich zuerst an YuMi gewöhnen. Aber als sie dann überzeugt waren, dass der Roboter sicher ist und unsere Produktivität erhöht, hiessen sie ihn im Team willkommen», so Joanie Slegers, Assembly Department Manager. «Es ist auch klar, dass der Roboter keine Jobs ersetzen soll. Denn je mehr Roboter wir einsetzen, desto mehr Leute brauchen wir für die Planung, die Steuerung der Roboter und die Qualitätskontrolle.»

Rob van Berkom fügt hinzu: «Kollaboration ist für Deonet das Schlüsselwort der nahen Zukunft. Heute ist unsere Fertigung nicht nur wirtschaftlicher, wir können auch viel mehr Produkte herstellen als früher. Denn bisher war es zu teuer, diese in Europa zu erzeugen. Wir fertigen mit einer Installation bereits 3000 Teile pro Tag in einer Schicht. Man kann sich also ausrechnen, was in zwei oder drei Schichten alles möglich ist.

Dies wird meiner Meinung nach zu einem Wachstum führen, das mehr Leute und mehr Roboter erforderlich macht.» SMM

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