Automation und Antriebstechnik

Kollmorgen SA: Mehr Dynamik beim Tiefdruck

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Lösungspaket mit leichter Implementierbarkeit

Jörg Ralfs, Support-Elektrotechnik, Tiefdruck-Rotation, bei Prinovis, erläutert: «Entscheidend für die Auswahl war, dass Kollmorgen nicht nur Produkte bereithält, welche die alten Komponenten einfach ersetzen, sondern ein Lösungspaket, in dem sich die Komponenten hervorragend ergänzen, sodass die Druckmaschine noch leistungsfähiger wird. Sehr wichtig war uns zudem, dass die alten Motoren mit den neuen Reglern weiterbetrieben und so nicht in einem Schritt, sondern sukzessive ausgetauscht werden können. Bei anderen Anbietern ist das oft nicht möglich.» Darüber hinaus punktete Kollmorgen mit leichter Implementierbarkeit. Prinovis musste lediglich den Schaltschrank auf die neuen Komponenten umbauen und nicht weiter konstruktiv tätig werden. Auch die hohe Benutzer- und Servicefreundlichkeit sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis konnten überzeugen.

Das nun realisierte Kollmorgen-Lösungspaket besteht aus acht hochdynamischen, flexiblen Servoverstärkern der AKD-Serie sowie acht leistungsstarken, kompakten AKM-Motoren. Ebenso zählt dazu ein Industrie-PC mit der Maschinenautomationslösung Kollmorgen Automation Suite, die sich dank grafischer Programmierumgebung mit Drag-and-Drop-Symbolen für die verschiedenen Maschinenfunktionen durch besonders einfache Programmierbarkeit und Bedienung auszeichnet. Ein RS422-Buswandlersystem rundet das Paket ab. Mit dem individuell angepassten Produkte-Set lassen sich die bis zu 40 000 Stellbefehle pro Stunde, die bei der Registersteuerung üblich sind, problemlos bewältigen.

Rascher Umbau dank minutiöser Vorbereitung

Der Austausch der Regler und des Industrie-PCs erfolgte dank umfassender Vorbereitungen in weniger als einem Tag. Unter anderem war der neue Schaltschrank vorab schon aufgebaut und getestet, die Automation Suite bereits auf dem Industrie-PC aufgespielt und anwendungsspezifisch zugeschnitten worden. Noch vor dem Umbau wurden ausserdem Test- und Optimierungsläufe mit allen acht Servoverstärkern durchgeführt, was möglich war, da die Automation Suite neben einfacher und schneller Programmierung auch eine vollständige virtuelle Simulation erlaubt. Als Clou übertrug das Kollmorgen-Team die auf dem Industrie-PC angezeigten Begriffe noch in die branchenspezifische Sprache. «Schliesslich muss der Drucker an der Maschine sicher mit der Steuerung umgehen können», so Jörg Ralfs.

Neben dem Industrie-PC und den Reglern wurde bei der Umstellung auch schon einer der alten Motoren gegen einen AKM-Motor ausgetauscht, um später bei laufendem Betrieb seine Parameter zu erfassen und hinterlegen zu können. Dadurch wird die sukzessive Einführung der restlichen AKM-Motoren des Pakets vereinfacht. Bei der Umstellung auf diesen Motor kamen die grosse Vielfalt dieser Baureihe und die umfangreichen Ausstattungsoptionen positiv zum Tragen.

Udo Wildenblanck, Key Account Manager Industrial Automation bei Kollmorgen Europe: «Wir konnten nicht nur einen Servomotor liefern, der leistungsfähiger ist als die alten Motoren, sondern auch einen, der physikalisch exakt passte. Dadurch musste der Anwender keine aufwändigen Anpassungen in der Mechanik vornehmen. Zeit und Kosten wurden zudem gespart, da wir den AKM-Motor einfach mit kurzen Kabeladapterstücken an die vorhandene Steuerleitung anschliessen konnten. Ohne diese Möglichkeit hätte noch ein meterlanges neues Kabel verlegt werden müssen.» Schliesslich hatte Kollmorgen den Motor bereits ab Werk kundenspezifisch ausgerüstet, was die Montage vor Ort sehr vereinfachte.

Qualität und Durchsatz gesteigert

Nach Abschluss der Umrüstung führte ein unabhängiges Unternehmen Aufzeichnungen durch. Das Ergebnis war beeindruckend: Mit der Kollmorgen Automation Suite und den AKD-Servoverstärkern lässt sich die Makulatur bei einem Rollenwechsel um mindestens 11 % reduzieren. Zudem kann der Durchsatz, auch beim Abbremsen und Hochfahren der Maschine, während des Druckvorgangs um mindestens 13 % gesteigert werden.

Udo Wildenblank erläutert: «Die jetzigen Regler sind dynamischer, die Telegramme werden schneller abgearbeitet als beim alten System. Dort konnte bei sehr hoher Maschinengeschwindigkeit nur etwa jeder dritte oder vierte Regelschritt durchgeführt werden. Heute lässt sich jede Abweichung erfassen und sofort korrigieren. Dadurch wird die Passergenauigkeit erheblich schneller erreicht, was dazu führt, dass rascher hochwertiges Material entsteht und weniger Makulatur anfällt. Qualität und Durchsatz steigen.» Und er sieht noch einen weiteren positiven Effekt: «Dadurch, dass jeder Regelzyklus erfassbar ist, müssen die Korrekturen auch weniger hart ausfallen. Das schont die Mechanik der Walze.»

Fazit

Positiv fällt auch das Résumé von Jörg Ralfs aus: «Das alte System hat die Toleranzen zwar genauso eingehalten wie das neue System, war aber insgesamt störanfälliger. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir weniger Unterbrechungen mit entsprechenden Folgekosten haben. Uns hat ausserdem die hohe Flexibilität der Lösungen, die gute technische Beratung sowie die Kundenorientierung von Kollmorgen überzeugt. Das System wurde durchsichtig gemacht, was wichtig ist, damit jeder Servicetechniker damit umgehen kann.»

Alles in allem stehen die Zeichen bei Prinovis Itzehoe auf Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Kollmorgen. Mittlerweile ist eine weitere Maschine umgerüstet worden und weitere zwei Umrüstungen sind in Vorbereitung. Darüber hinaus sind neue Projekte in Planung. <<

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