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Technologiestandort Schweiz 2020: Hydro Exploition SA Kompetenzfeld Wasserkraft: vom Engineering bis zur Fertigung

Redakteur: Matthias Böhm

Die HYDRO Exploitation SA ist ein Service-Dienstleister und betreibt und unterhält – im Auftrag der Besitzer der Anlagen – 45 Wasserkraftwerke. Das Unternehmen mit 430 Mitarbeitenden vereinigt sämtliche Kompetenzen, die für den Betrieb, Unterhalt und die Instandsetzung im Bereich der Wasserkraft benötigt werden. Von Unterwasserinspektionen bis hin zur Prüfung, Bearbeitung und Instandhaltung grosser Wasserkraft-Komponenten im hochgradig diversifizierten Maschinenpark.

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Blick in das neue Fräs-Drehzentrum Correa Axia mit zwei Bearbeitungstischen, wo einer als Rundtisch ausgeführt und für Fräs-Drehbearbeitungen ausgelegt ist.
Blick in das neue Fräs-Drehzentrum Correa Axia mit zwei Bearbeitungstischen, wo einer als Rundtisch ausgeführt und für Fräs-Drehbearbeitungen ausgelegt ist.
(Bild: lindaphoto.ch)

Das Unternehmen HYDRO Exploitation SA verfügt über die komplette Expertise im Bereich der Wasserkraft, die sie nicht zuletzt aus einem umfangreichen Erfahrungsschatz von 45 betreuten Wasserkraftanlagen bezieht. Mit 80 Ingenieuren verfügt das Unternehmen über hervorragend ausgebildete Fachspezialisten.

Die Kompetenzfelder des Unternehmens gehen von bathymetrischen Vermessungen (Geländeaufzeichnungen der unter Wasser liegenden Teile von Seen) über Bauteilprüfungen bis hin zur mechanischen Instandsetzung von wasserkraftspezifischen Werkstücken:

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  • Staumauerüberwachung
  • Analyse der Sedimente und Sedimentmanagement
  • Prüfung, Instandhaltung der kompletten wasserführenden Kraftwerksstruktur
  • Geodätischen Messungen u. a. von Staumauern
  • Entwicklung, Prüfung, Instandhaltung der gesamten energieelektrischen Systeme
  • Betriebstechnische Analyse inklusive Risikoanalysen der Gesamtanlagen
  • Instandsetzungsstudien aller Einrichtungen von Wasserkraftwerken wie Turbinen, Generatoren, Transformatoren usw.

Instandhaltung von Turbinen, Pumpen und Laufrädern

Im Folgenden fokussieren wir uns auf die Instandsetzung und Herstellung von wasserkraftspezifischen Bauteilen. HYDRO Exploitation erbringt dabei alle Leistungen, die für die Erneuerung und Reparatur von Lauf- und Pumpenrädern (Francis, Pelton, Kaplan) oder grossen Abschlussorganen und Düsen notwendig sind. Diese Arbeiten werden in den zentralen Werkstätten in Martigny ausgeführt, wo 45 Mitarbeitende und 25 Auszubildende die Wasserkraft-Komponenten instand setzen. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Auszubildenden im firmeneigenen Ausbildungszentrum an die anspruchsvollen Aufgabengebiete systematisch herangeführt werden.

Aufarbeitungsstrategie zusammen mit dem Auftraggeber

Kommen Komponenten zur Wiederaufbereitung in die Werkstätten, werden sie demontiert, einer Grundreinigung und einer zerstörungsfreien Prüfung (Prüfverfahren VT-PT-MT-UT) unterzogen. Schliesslich wird zusammen mit dem Auftraggeber vor Ort eine Strategie zu Wiederaufbereitung erarbeitet, von Materialauftragsverfahren (Schweiss-Auftragsverfahren MIG/MAG, TIG) bis hin zu spanabhebenden Verfahren, messtechnische Endkontrolle inklusive.

Elmar Kämpfen, CEO: «Bei der Instandhaltung der Wasserkraft-Komponenten ist zu betonen, dass unser fachtechnischer Umgang mit den Komponenten geprägt ist durch unsere langjährige Erfahrung, die wir bei Bau, Wartung und Instandhaltung von Wasserkraftanlagen gesammelt haben. Überhaupt verfügt unsere Engineering-Abteilung über eine breite und langjährige Expertise. So besteht beispielsweise die Möglichkeit des 3D-Scannens von Grossbauteilen, die Rückführung der Daten in ein CAD-System und deren Übernahme auf unsere Fertigungsmaschinen in den Werkstätten.»

Diversifizierter Maschinenpark

Der diversifizierte Maschinenparkt ist perfekt zugeschnitten auf die Bearbeitung und Fertigung grossvolumiger Wasserkraft-Komponenten. Zum einen von der Grösse, aber auch seitens der Präzision und Flexibilität, die gewährleistet sein müssen.

Eric Lèger, Werkstattleiter: «Wir müssen in der Lage sein, extrem schnell reagieren zu können. Es kann im Bereich der Wasserkraft immer ein unerwarteter Schaden auftreten, der besser gestern als heute behoben sein muss. Jede Nichtverfügbarkeit kostet den Eigentümer der Anlage viel Geld auf dem angespannten Energiemarkt. Hier kommen unsere Kundennähe und unsere Flexibilität zum Tragen. Ich möchte nochmals unsere Erfahrung hervorheben, die wir über Jahrzehnte im Bereich der Instandsetzung von Wasserkraft-Komponenten gewonnen haben. Alle Fertigungsoperationen werden entsprechend den hohen Anforderungen fachgerecht und effizient durchgeführt. Dabei können wir eine umfassende Dienstleistung unter Einbezug unseres Engineerings anbieten.»

Millionen-Investitionen in Maschinenpark

Das Fertigungszentrum in Martigny wird laufend modernisiert, zuletzt mit einer Vertikaldrehmaschine Puma VTS und einem Fährständer-BAZ Correa Axia 70. Auf der Correa Axia können bis zu 3500 mm Durchmesser grosse Dreh-Fräs- und bis zu sieben Meter lange Bauteile fertig bearbeitet werden. Bei solchen Investitionen stehen Flexibilität, Qualität und Präzision im Vordergrund.


Autor: Matthias Böhm, Chefredaktor

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