KOF Konjunkturumfragen und -barometer Konjunkturerholung harzt

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Im Oktober sinkt das KOF Konjunkturbarometer spürbar. Es steht zwar weiterhin im Nahbereich des mittelfristigen Durchschnittswerts, aber zum ersten Mal seit Januar dieses Jahres nicht mehr über der 100er-Marke. Die Erholung der Schweizer Konjunktur verläuft sehr schleppend. Der KOF Geschäftslageindikator steigt hingegen im Oktober leicht. Die Branchenentwicklung ist jedoch so uneinheitlich, dass sich keine breit angelegte Auftriebskraft bilden kann.

KOF Konjunkturbarometer (Stand Oktober 2024: 99.48)(Bild:  ETH Zürich)
KOF Konjunkturbarometer (Stand Oktober 2024: 99.48)
(Bild: ETH Zürich)

Das KOF Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich verliert im Oktober 5.0 Punkte und sinkt damit auf einen Stand von 99.5 (nach revidiert 104.5 im September).

Die Indikatorenbündel aller in das Barometer einfliessenden entstehungsseitigen Bereiche geben im Oktober nach: die Indikatoren für das Verarbeitende Gewerbe, die Finanz- und Versicherungsdienstleister, die übrigen Dienstleistungen, das Gastgewerbe und das Baugewerbe. Die nachfrageseitigen Indikatoren, die Indikatoren für die Auslandsnachfrage und die Konsumnachfrage, folgen dieser Abwärtsbewegung allerdings nicht. Auf kräftigere Impulse lässt die Entwicklung der nachfrageseitigen Indikatoren derzeit aber nicht hoffen.

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Im Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) sind die Indikatoren für fast alle Teilaspekte der Geschäftstätigkeit unter Druck. Dies gilt insbesondere für die Exportperspektiven, die Produktionstätigkeit, die Wettbewerbssituation und den Bestellungseingang. Lediglich die Indikatoren für den Vorprodukteeinkauf und die Lagersituation federn die negative Entwicklung etwas ab.

Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes trüben sich die Perspektiven besonders für die Chemie- und Pharmaunternehmen, den Metallbereich, die Branche Holz, Glas, Steine und Erden und die Nahrungs- und Genussmittelproduzenten ein. Leicht günstigere Perspektiven deuten sich für die Textil- und Bekleidungsfirmen an.

Konjunkturumfragen: Schweizer Wirtschaft findet keinen stabilen Aufwind

Der KOF Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft, der aus den KOF Konjunkturumfragen berechnet wird, steigt im Oktober leicht. Damit macht er einen Teil des Rückgangs im September wett. Insgesamt bewegt sich der Geschäftslageindikator in Wellen seit diesem Frühjahr seitwärts.

Hinter dem Anstieg des Geschäftslageindikators im Oktober steht eine gespaltene Branchenentwicklung. Die Aufwärtsbewegung wird getragen durch das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Zudem verbessert sich die weiterhin ungünstige Geschäftslage im Grosshandel etwas. In den weiteren Wirtschaftsbereichen trübt sich die Geschäftslage dagegen ein, d. h. im Baugewerbe und Projektierungsbereich, im Detailhandel, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Gastgewerbe.

Geschäftserwartungen heterogen, insgesamt leicht zurückhaltender

In ihren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sind die Unternehmen insgesamt leicht zurückhaltender als bisher. Doch auch hier zeigt sich über die Wirtschaftsbereiche hinweg keine einheitliche Richtung. Im Verarbeitenden Gewerbe, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, im Grosshandel und Projektierungsbereich trüben sich die Erwartungen ein. Im Gastgewerbe, Baugewerbe, Detailhandel und bei den übrigen Dienstleistungen hellen sie sich dagegen auf. Die heterogenen Ergebnisse zeigen, dass derzeit die Auftriebskraft fehlt, um weite Teile der Wirtschaft zu erreichen. Für einen Aufschwung wäre das allerdings hilfreich.

Mangel an Arbeitskräften lässt nach, Lohnerwartungen unverändert

Die Berichte der Unternehmen über einen Arbeitskräftemangel lassen in einigen Wirtschaftsbereichen nach, wie etwa bei den übrigen Dienstleistungen, im Verarbeitenden Gewerbe, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und den Projektierungsbüros. Im Gastgewerbe, Baugewerbe und Grosshandel hat sich die angespannte Situation kaum verändert.

Gefragt nach ihren Erwartungen bezüglich der Lohnentwicklung in ihren Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten in Zahlen, hat sich das Bild im Vergleich zur Umfrage im Juli wenig verändert. Im Durchschnitt erwarten die Firmen einen Anstieg der Bruttogehälter um 1.6 Prozent. Unterdurchschnittlich dürfte das Lohnplus beispielsweise im Baugewerbe und Detailhandel ausfallen, überdurchschnittlich im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe.

KOF Konjunkturumfragen

In die Ergebnisse der KOF Konjunkturumfragen vom Oktober 2024 sind die Antworten von etwa 4500 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen eingeflossen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von etwa 61 Prozent.

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