Antriebstechnik

Kreuzfahrtschiffe sollen mit Brennstoffzellen fahren

| Redakteur: Katharina Juschkat

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(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)

Die Kreuzfahrtindustrie will nachhaltiger werden – und testet Brennstoffzellenantriebe für Kreuzfahrtschiffe. In zwei Jahren soll das erste Kreuzfahrtschiff mit neuem Antrieb in See stechen.

Im Zuge der CO2-Debatten haben Kreuzfahrtschiffe nicht den besten Ruf. Und schon im Jahr 2012 hat der Nabu berechnet, dass ein durchschnittliches Kreuzfahrtschiff ca. 476.850 kg CO2 pro Tag ausstößt, was über 83.500 PKWs entspräche. Auch wenn die Zeit die Zahlen fünf Jahre später in Relation rückt, bleibt festzuhalten, dass Kreuzfahrtschiffe dreckig sind.

Emissionen mit Brennstoffzellen senken

Die globale Schifffahrt, vertreten durch die International Maritime Organization (IMO), hat das Problem der Emissionen erkannt und sich ein Klimaschutzziel gesetzt. Bis zum Jahr 2050 sollen die Treibhausgasemissionen um 50 Prozent sinken. Zudem sollen die Emissionen von Abgasen vor allem in Küstengewässern deutlich reduziert werden.

Deshalb will das Projekt „Pa-X-ell2“ eine neue Generation von Brennstoffzellen für den Einsatz auf Hochsee-Passagierschiffen konstruieren. Ziel ist es, dass die Schifffahrt nachhaltiger und CO2-frei wird. Hinter dem Projekt steht die Meyer Werft in Papenburg – nach eigenen Angaben die größte Werft für den Bau von Kreuzfahrtschiffen – und der Dichtungshersteller Freudenberg Sealing Technologies als Technologiepartner.

Außerdem sind am Projekt beteiligt:

  • Lürssen Werft
  • Klassifikationsgesellschaft DNV GL
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR
  • Aida Cruises (vertreten durch Carnival Maritime)
  • Besecke
  • Epea

Brennstoffzellen in Kreuzfahrtschiffen

Die Brennstoffzelle soll Energie an Bord des Kreuzfahrtschiffes erzeugen. Sie arbeitet emissions-, geräusch- und vibrationsarm und wird mit Wasserstoff betrieben, der aus Methanol reformiert wird. Methanol als Energieträger bietet gute Eigenschaften in Bezug auf das Speichervolumen.

Nach einer Testphase an Land soll die Brennstoffzelle dann im Jahr 2021 erstmals an Bord eines Schiffes, der Aida Nova, im Betrieb getestet werden. Die Brennstoffzellen sind auf deutlich höhere Haltbarkeit ausgelegt als Zellen für den Einsatz in Pkw. Erste Tests ergeben eine mögliche Lebensdauer von mehr als 35.000 Betriebsstunden – was real möglich ist, bleibt abzuwarten.

Das Projekt wird öffentlich im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.

Flixbus mit Brennstoffzellen

Freudenberg setzt damit auf Brennstoffzellen und Batterien als Antriebe der Zukunft – und das vor allem im Heavy-Duty-Bereich, also für Busse, Bahnen, Lkw und Schiffe. Dabei liefert das Unternehmen komplette elektrische Energiesysteme einschließlich der Komponenten, Module und Subsysteme und bietet auch Hybridantriebssysteme, die Batterie und Brennstoffzelle verbinden. Erst vor kurzem hat Freudenberg mit dem Fernbus-Unternehmen Flixbus eine Kooperation begonnen, um Brennstoffzellenantriebe in Bussen zu testen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal maschinenmarkt.vogel.de

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