Cleanroom-LR-Mate schneidet hochwertigen Käse Leckere Portion Automation

Redakteur: Silvano Böni

«Mehr Prozesssicherheit» wünschte man sich bei der Käsemanufaktur Gebrüder Eberle AG in der Schweiz und setzt jetzt zum Schneiden von Käsespezialitäten auf eine Zelle mit Fanuc-Roboter, die von Robofact konzipiert wurde. Bekommen hat das Unternehmen nicht nur die gewünschte Sicherheit, sondern auch eine grössere Flexibilität und weniger Reinigungsaufwand.

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Kein Käse: Robofact konzipierte eine Zelle mit Fanuc-Roboter, um gleichmässige Scheiben von Käselaiben abzuschneiden.
Kein Käse: Robofact konzipierte eine Zelle mit Fanuc-Roboter, um gleichmässige Scheiben von Käselaiben abzuschneiden.
(Bild: Fanuc)

Zum Glück sind Roboter nicht bestechlich. Sonst würde der LR Mate bei der Schweizer Käsemanufaktur Eberle, Gossau, schon vom Duft der frischen Käse vermutlich gehörigen Appetit entwickeln. Seine Aufgabe, möglichst gleichmässige Scheiben von Käselaiben abzuschneiden, erledigt er Schnitt für Schnitt völlig unbeeindruckt.

Dabei ist die neue Roboterzelle lediglich eine Ersatzinvestition. Bislang wurden die Käselaibe in einer reichlich komplexen mechanischen Vorrichtung geschnitten. Nachteile: wenig Flexibilität und hoher Reinigungsaufwand. Der Gewinn durch die Roboterzelle ist für Max Eberle einfach zusammengefasst: «Wir sind bei einer neuen störungsunanfälligen Technologie angekommen.»

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Geschichtete Käse, wie Nuss- oder Früchtekäse, gehören neben vielen anderen veredelten Käsesorten zu den Spezialitäten der Gebrüder Eberle AG in Gossau. Im hart umkämpften Markt für Käse sind neben Tradition immer neue Ideen gefragt, wie Max Eberle sagt. «Wir konzentrieren uns auf qualitativ hochwertige Spezialitäten und setzen sowohl bei den Produkten als auch in der Produktion immer auf Innovationen.» Zusammen mit seinem Bruder Felix Eberle führt er das Unternehmen mit 15 Mitarbeitern.

Dass die Robofact AG den Auftrag für die Automatisierung der neuen Schneidzelle bekam, hat sicherlich mit den Referenzen des Systemintegrators im Lebensmittelbereich zu tun. Aber es war sicherlich nicht «schädlich», dass beide Unternehmen in Gossau ansässig sind, wie Max Eberle bestätigt: «Das Konzept, das uns Robofact vorgelegt hat, erwies sich von Anfang an als sehr gut. Die Nähe hat insbesondere während der Projektentwicklung und bei der Inbetriebnahme geholfen.»

Ganzer Käse rein, exakte Scheiben raus

Der Zellenaufbau ist einfach. Über ein Zuführband werden die manuell aufgelegten Käselaibe von einer Seite in die Zelle eingeschleust. Auf dem Zuführband können auch mehrere Laibe nebeneinander platziert werden. Das Band positioniert den Käse bis an eine Schnittkante. Dann schneidet der Roboter eine Scheibe ab, die gezielt auf das Austragsband fällt, während das Zuführband wieder in Schnittposition getaktet wird. Die aus der Zelle geförderten Scheiben werden ausserhalb der Zelle manuell vom Band genommen und für eine Maschine bereitgelegt, in der die Scheiben in Blistern versandfertig verpackt werden.

In der Zelle arbeitet ein sechsachsiger Fanuc-Roboter des Typs LR Mate 200iD/7C mit 717 mm Reichweite und einer maximalen Traglast von 7 kg. Aus verständlichen Gründen kommt der Roboter in Cleanroom-Ausführung zum Einsatz. Denn die Zelle wird mehrmals am Tag in einer Waschstrasse gereinigt. Fabian Anderegg, Bereichsleiter Food beim Systemintegrator Robofact: «Zum einen gibt es regelmässige, vorgeschriebene Intervalle, in denen die Zelle gereinigt werden muss. Ausserdem wird sie nach jedem Produktwechsel gereinigt.»

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