Suchen

Computer Aided Manufacturing Leichterer Berufseinstieg dank CAM-Kenntnissen

| Redakteur: Luca Meister

Dass eine CAM-Software den Neueinstieg in die Arbeitswelt erleichtern kann, denkt man vielleicht nicht als Erstes. Bei einem Projekt im Berufsförderungswerk Birkenfeld haben die Teilnehmer die Software «Esprit» angewendet und damit wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Firmen zum Thema

Schalterabdeckung.
Schalterabdeckung.
(Bild: DP Technology)

Seit seiner Gründung im Jahr 1951 ist das Berufsförderungswerk Birkenfeld Teil der Elisabeth-Stiftung des Deutschen Roten Kreuzes, die in ihrem Krankenhaus schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg mit berufsfördernden Massnahmen begonnen hatte. Jahr für Jahr werden auf diese Weise circa 600 behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen in jetzt fast 30 Berufen zu ihrer weiteren Teilhabe am Arbeitsleben befähigt.

Unter anderem bilden sie auch im Beruf des Technischen Produktdesigners aus und setzen die CAM-Software «Esprit» ein. Teil dieser Ausbildung ist es, ein Projekt von der Konstruktion bis zur Fertigung zu realisieren. Das erste grosse und interessante Werkstattprojekt war ein Designplattenspieler. Das Projekt startete mit einem weissen Blatt Papier, am Ende sollte ein funktionsfähiger und optisch ansprechender Plattenspieler fertiggestellt werden. Die Konstruktion erfolgte im CAD-Programm «Inventor». Um die Fertigung optimal auszuführen, setzte das BFW auf Esprit. So wurden die komplexen Bauteile wie zum Beispiel die Holzzargen, Schalterabdeckungen, Lagersitze und der Tonarmfuss mit Esprit programmiert.

Bildergalerie

Maschinenraumsimulation

Herr Schmidt: «Bei der Holzzarge zum Beispiel wurde der dreidimensionale Volumenkörper von Inventor in Esprit verlustfrei übernommen. Dort wurde das Modell
mit fertigungsrelevanten Informationen
wie Nullpunkt, Vorschubgeschwindigkeit, Schnittgeschwindigkeit, Schnitttiefe und Werkzeug ergänzt, um es dann zu programmieren.»

Nach der Programmierung wurde das Programm in Esprit mit der virtuellen Maschinenraumsimulation simuliert. «Dank der Maschinensimulation konnten wir uns viel Ärger an der Maschine ersparen. Es handelt sich um ein NC-Programm mit über 5000 Sätzen, das eine enorme Zeit in Anspruch genommen hätte, wenn man dieses von Hand von Anfang bis Ende programmiert hätte, wobei die Fehlerquote und somit auch die Wahrscheinlichkeit einer Kollision recht hoch gewesen wäre», bestätigt Herr Schmidt und fügt an: «Mit der Esprit-Simulation können wir nun zu 100 Prozent sicher sein, dass das Programmierte auch wirklich so auf der Maschine ausgeführt wird.»

Falsche Maschine gewählt – kein Problem

Im späteren Verlauf der Fertigung der Zarge stellte sich heraus, dass die Maschine, welche gewählt wurde, zu klein war und die Verfahrwege entlang der Achsen nicht ausreichten. «Dank Esprit konnten wir einfach die Maschine in der Software wechseln, den passenden Postprozessor auswählen und das NC-Programm für die grössere Maschine ausgeben, ohne das Bauteil neu programmieren zu müssen. Das hätte uns früher per Hand extrem viel Zeit und Nerven gekostet», stellt Herr Schmidt fest. Dieses einfache Vorgehen begeisterte auch die Teilnehmer des Projekts. «Auch uns fällt der Einstieg in die Arbeitswelt mit dem CAM-System viel einfacher und es macht auch viel mehr Spass als das trockene Programmieren an der Maschine. Die visuelle Unterstützung von Esprit ist eine grosse Erleichterung, man sieht direkt, was man programmiert. So auch die Ausgabe des Berichtes im PDF-Format, in dem der genaue Arbeitsablauf der Bearbeitung aufgelistet wird mit Informationen wie: Welches Werkzeug nutzt die Bearbeitung oder welche Schnittwerte sind hinterlegt.» <<

(ID:43552282)