Produktionsfläche und Fertigungsstunden am Werkplatz Schweiz sind bekanntlich teuer. Unternehmer wie Daniel Graf von der Nachbur AG wissen daher, dass eine wirtschaftliche Präzisionsfertigung nur mit hoch qualifizierten Mitarbeitern in Kombination mit hoher Automatisierung realisierbar ist.
Während der Roboter an der Vorderseite eine Maschine mit neuen Werkstücken belädt und Fertigteile entnimmt, kann ein Bediener auf der Rückseite hauptzeitparallel die produzierten Teile aus dem Puffer nehmen und die Zelle mit Rohteilen bestücken.
(Bild: Halter CNC Automation)
«Mit unseren 105 Mitarbeitern sind wir auf die Fertigung hochpräziser Dreh- und Frästeile sowie Baugruppen inklusive Montage spezialisiert. Unsere Produktion ist von einer hohen Wertschöpfung geprägt, da zu unserem Fertigungsspektrum u. a. auch das Schleifen und Reinigen von Bauteilen sowie die Laserbeschriftung zählen. Viele verschiedene Branchen, wie z. B. die Medizintechnik, Mess- und Regeltechnik, die Hydraulik- und Elektronikindustrie sowie die Optik, bauen auf unsere hohe Qualität, und das weltweit», sagt Daniel Graf, Geschäftsführer der Nachbur AG und gemeinsam mit seiner Schwester Gabriela Mitinhaber des Unternehmens.
Präzisionsfertigung mit hoher Materialbandbreite
Das Unternehmen mit Sitz in Holderbank (Kanton Solothurn) bearbeitet im Grunde sämtliche zerspanbare Metalle wie z. B. rostfreien Edelstahl, Nickelbasislegierung, Titan, diverse Buntmetalle und, und, und. Produziert wird vor allem in kleinen und mittleren Serien in Losgrössen bis 10 000 Stück. «Bei den Werkstückdimensionen bewegt sich unsere Kernkompetenz im Bereich von 0,5 mm bis 150 mm», erklärt Daniel Graf und vermittelt einen Eindruck, was Präzisionsfertigung bedeuten kann. «Die kleinsten Bohrungen, die wir bspw. in rostfreiem Stahl einbringen können, haben einen Durchmesser von lediglich 0,05 mm. Im Vergleich hierzu ist ein menschliches Haar nahezu doppelt so dick.»
Bildergalerie
Produktionsübergreifende Automatisierung
Auf einer Produktionsfläche von 6500 Quadratmetern verfügt Nachbur über einen gleichermassen beeindruckenden wie hochmodernen Maschinenpark, angefangen von einfachen 2-Achs-Drehmaschinen bis hin zu hochkomplexen Drehzentren mit bis zu 14 Achsen. Hierzu der Geschäftsführer: «Momentan haben wir circa 60 Dreh- und Fräsmaschinen im Einsatz, die alle ausnahmslos in irgendeiner Form automatisiert sind, sei es z. B. mit Stangenladern oder direkt mit Robotern, um nur wenige Beispiele zu nennen. Darüber hinaus haben wir seit Jüngstem auch eine Lösung von Halter CNC Automation, die uns die automatisierte Bearbeitung von Sägerohlingen ermöglicht.»
Wirtschaftliche Fertigung von 30 000 Bauteilen pro anno
Den Anlass für diese Neuinvestition gab ein Grossauftrag für ein neues Produkt, den Nachbur im vergangenen Jahr erhielt: die Fertigung von rotationssymmetrischen Bauteilen aus Aluminium mit einem Durchmesser von 90 mm und einer Höhe von 100 mm mit einem anvisierten Volumen von 30 000 Stück pro Jahr.
Die Produktionskapazitäten für diesen Auftrag standen nach Aussagen von Daniel Graf eigentlich parat – eigentlich: «Wir hätten die Teile auf einem unserer Drehzentren mit Roboter fertigen können. Aber solche Anlagen sind für die Produktion hochkomplexer Bauteile ausgelegt und für diese Art von Auftrag daher im Grunde völlig überdimensioniert und unwirtschaftlich.»
Stattdessen entschied man sich, die Neuteile auf einer 3-Achs-Drehmaschine zu fertigen. «Diese Bestandsmaschine, eine Okuma Genos L2000-e, war bislang mit einem Stangenlader ausgestattet. Da der Stangendurchlass jedoch für die Dimensionen der neuen Werkstücke zu klein war, mussten wir mit Sägerohlingen arbeiten. Die Maschine aber manuell zu be- und entladen, wäre schon hinsichtlich der Stückkosten ebenfalls nicht wirtschaftlich gewesen», so Daniel Graf.
Also begab sich Nachbur auf die Suche nach einer Lösung unter den namhaften Anbietern für die automatisierte Werkstückhandhabung und erstellte im Zuge der Vergleiche von mehreren unterschiedlichen Systemen eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse. «In die engere Wahl kam hierbei auch eine Roboterzelle von Halter CNC Automation. Nachdem wir eine dieser Zellen dann im praktischen Einsatz begutachten konnten, stand die Entscheidung für eine bestimmte Lösung fest.»
Konkret handelte es sich hier um einen Halter Load-Assistant Universal Premium mit einer Robotertragkraft von 25 kg. Diese vielseitige, mobile Roboterzelle zum Be- und Entladen von CNC-Dreh-/Fräsmaschinen deckt den gesamten Werkstückbereich bis 270 mm Durchmesser bzw. Länge ab und ist als Plug-and-play-System innerhalb kürzester Zeit installiert.
Der Teilepuffer der Halter Load-Assistant besteht aus werkstückspezifischen Aufnahmen (Rasterplatten) für rechteckige und rotationssymmetrische Teile sowie Stangenmaterialien. Während der Roboter an der Vorderseite eine Maschine mit neuen Werkstücken belädt und Fertigteile entnimmt, kann ein Bediener auf der Rückseite hauptzeitparallel die produzierten Teile aus dem Puffer nehmen und die Zelle mit Rohteilen bestücken.
«Eine Maschine ist keine Maschine»
«Überzeugt haben mich die einfache, intuitive Bedienbarkeit der Roboterzelle und vor allem der drehbare Werkstückpuffer, der im Grunde eine kontinuierliche, automatisierte Fertigung ermöglicht, weil man Fertigteile entnehmen und das System mit neuen Rohlingen bestücken kann, während die Maschine läuft. Das haben viele andere Systeme nicht», meint Daniel Graf und nennt ein weiteres wichtiges Argument für seinen Entschluss: «Darüber hinaus bietet Halter mehrere Varianten des Load-Assistant an. Unsere Strategie lautet «eine Maschine ist keine Maschine». Wenn wir uns demnach für eine Lösung entscheiden, möchten wir mit ihr auch Optionen für die Zukunft sehen, wobei uns das Angebot von Halter die notwendige Flexibilität bietet.»
Stand vom 30.10.2020
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group AG, Seestrasse 95, CH-8800 Thalwil, einschließlich aller mit ihr verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de/de/smm abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Derzeit bietet Halter CNC Automation seine Beladeroboter in den Versionen Compact, Premium und Big an, die sich wiederum in die Modellvarianten «Universal» (Dreh-Fräsen), «TurnStacker» (Drehen) und «MillStacker» (Fräsen) gliedern. Die hohe Standardisierung der verschiedenen Beladeroboter ermöglicht es Kunden, die Lösungen sehr einfach und gezielt in ihrer Produktion zu integrieren.
Platzsparende Roboterzelle für die flexible, unbemannte Produktion
Zum Be- und Entladen der Drehmaschine von Okuma wird bei Nachbur eine Rasterplatte zur Aufnahme von insgesamt 68 Werkstücken verwendet. Da die Bearbeitungszeit pro Werkstück rund 2,5 Minuten beträgt, ist das Gesamtsystem in der Lage, mehr als zwei Stunden unbemannt zu fertigen. «Somit können wir pro Schicht rund 190 Teile produzieren und unseren Tagesausstoss um circa 15 Prozent steigern. Ausserdem lassen sich nun auf der Maschine auch weitere Bestandsteile aus anderen Materialien fertigen, die u. a. aus materialtechnischen Gründen nicht sehr gut als Stangenmaterialien verarbeitet werden können. Ein gutes Beispiel hierfür liefern Teile aus Inconel 625, ein höchst korrosionsbeständiges Material, das nur schwer zu zerspanen ist. Mit solchen Teilen erzielen wir durch das automatische Be- und Entladen mit dem Halter Load-Assistant eine Produktivitätssteigerung von bis zu 30 Prozent», sagt Daniel Graf und unterstreicht: «Die Investition hat sich für uns daher in vielerlei Hinsicht gelohnt, zumal sich die Roboterzelle durch ihr kompaktes Design problemlos in den bestehenden Produktionsbereich einfügt, ohne mehr Fläche zu benötigen.» - neu - SMM