Technologiestandort Schweiz 2018 - Bühler Group

Mais sortieren, Leben retten

| Redakteur: Silvano Böni

Unter ultraviolettem Licht sind die kontaminierten Körner erkennbar.
Unter ultraviolettem Licht sind die kontaminierten Körner erkennbar. (Bild: thomas eugster)

Aflatoxin ist ein natürlicher, krebserregender Stoff, der in Mais vorkommt und schwer aufzuspüren ist. Millionen von Menschen leiden an seinen verheerenden Folgen. LumoVision, eine bahnbrechende Sortiertechnologie von Bühler, ist bedeutend besser als Vorgängersysteme. Und sie hat das Potenzial, die Lebensgrundlage vieler Menschen auf der ganzen Welt zu verändern.

Mais auf eine Verunreinigung mit Aflatoxin hin zu untersuchen, ist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aflatoxin ist ein natürlicher, krebserregender Stoff, der im Mais vorkommt. Mais ist weltweit eine der wichtigsten Futtermittelpflanzen und Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen. «Mais von Verunreinigungen mit Aflatoxin zu befreien, ist heute eine der wichtigsten Herausforderungen in der Lebensmittelsicherheit», sagt Benedict Deefholts, Senior Research Engineer Digital Technologies bei Bühler.

Deefholts ist einer der Köpfe hinter LumoVision, einer revolutionären, datengesteuerten optischen Sortiertechnologie, welche die Bühler Group entwickelt hat. Sie findet und entfernt Aflatoxin gründlicher als alle Systeme zuvor. Die Technologie ist ein Durchbruch in der langen Suche nach der Lösung für ein Problem, das verheerende Auswirkungen auf das Leben und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen hat. Aflatoxin ist mit blossem Auge nicht erkennbar. Sogar die heutigen hochmodernen Sortierer haben Probleme, diesen Stoff konsequent nachzuweisen. In Industrieländern kommen die Konsumenten kaum in Berührung mit den Auswirkungen von Aflatoxin. Bauern, Getreideverarbeiter und Lebensmittelhersteller sind sich der Gefahren bewusst und setzen eine Reihe von ausgeklügelten und kostspieligen Präventions- und Reduktionsmassnahmen ein, um den Stoff aus der Lebensmittelwertschöpfungskette zu eliminieren. Verordnungen, die diese Massnahmen sicherstellen, werden streng und konsequent eingehalten. Tritt ein Fall von Kontamination auf, wird schnell gehandelt, die Bevölkerung gewarnt und das Risiko minimiert.

Eine halbe Milliarde Menschen gefährdet

In Entwicklungsländern, wo vielerorts der selber angebaute Mais auch selber gegessen wird, bestehen solche Schutzmassnahmen nicht oder nur in geringem Mass. Millionen von Menschen essen so Mais, sie sind einer Kontamination mit Aflatoxin am meisten ausgesetzt. Das Gift gefährdet rund 500 Millionen Menschen weltweit. Es verursacht jährlich bis zu 155 000 Fälle von Leberkrebs und ist einer der Faktoren, die zu Wachstumshemmungen bei Millionen von Kindern beitragen. Derzeitige Lösungen suchen nach Anzeichen von Verunreinigungen, etwa nach verfärbten, spröden oder geschrumpften Körnern, sowie nach Staub von Bruchkorn. Diese Anzeichen sind aber kein direkter Beweis für eine Kontamination. Manche verunreinigten Körner weisen keines dieser Anzeichen auf. Um auf Nummer sicher zu gehen und die Sicherheitsstandards einzuhalten, werden zwischen 5 und 25 Prozent des Maises aussortiert.

Eine bahnbrechende Technologie

Hier kommt LumoVision ins Spiel. Im Unterschied zu konventionellen Sortierern kann sie direkte Anzeichen einer Verunreinigung mit Aflatoxin im Mais erkennen und das Risiko dank hochmoderner digitaler Technologie in Echtzeit einschätzen. Das führt dazu, dass LumoVision 85 bis 90 Prozent des verunreinigten Maises eliminiert und das bei weniger als 5 Prozent Ertragsverlust.

Die Maschine ist mit Bühler Insights verbunden, einer der ersten sicheren, hochleistungsfähigen und zuverlässigen Cloud-Plattformen in der Lebens- und Futtermittelindustrie. Bühler Insights vereint die Sortiertechnologie LumoVision mit der führenden Stellung von Microsoft mit der intelligenten Cloud-Technologie Azure. So konnte das Team von Bühler einen Schritt weitergehen und bereits während der Maisverarbeitung eine Risikoeinschätzung in Echtzeit abgeben. Die gesammelten Daten werden an die Cloud übermittelt, wo sie mit anderen Daten abgeglichen werden, wie etwa den Witterungsbedingungen, unter denen der Mais wuchs. Diese Daten werden kombiniert und so das Risiko einer Kontamination für jedes einzelne Maiskorn errechnet. Fällt das Risiko auf ein Minimum, hört die Sortierung auf, die Überwachung läuft weiter. Steigt das Risiko an, nimmt die Maschine die Sortierung automatisch wieder auf.

«Wir haben am Problem der Aflatoxinkontamination während vieler Jahre getüftelt. Jetzt haben wir auch die Technologie für eine wirtschaftliche Lösung, die uns einen grossen Schritt vorwärtsbringt», sagt Matthew Kelly, Managing Director bei Bühler Digital Technologies. Die Verunreinigung mit Aflatoxin zu reduzieren ist nicht nur ein enormer Beitrag zur Lebensmittelsicherheit, sondern verkleinert auch den wirtschaftlichen Schaden, den die Bauern und Lebensmittelhersteller durch Ertragsverlust erleiden. Und nicht zuletzt werden so weltweit weniger Nahrungsmittel verschwendet.

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