Mewa: Kleider rezyklieren High-Tech-Gewebe aus verschlissener Funktionskleidung

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Polyester-Baumwoll-Mischgewebe aufzubereiten und erneut zu verwenden erweist sich als besonders schwierig. Im Forschungsprojekt «TheKey» zur Kreislaufwirtschaft bei Bekleidung ist nun erstmals gelungen, unter industrienahen Bedingungen aus polyesterhaltigen Abfällen die ursprünglichen Bausteine Terephthalsäure (TA) und Ethylenglykol (EG) zurückgewinnen.

Aus Polyester-Baumwoll-Mischgewebe sollen nutzbare Werkstoffe extrahiert werden, um in einer Kreislaufwirtschaft wieder nutzbare Gewebe herzustellen.(Bild:  iStock)
Aus Polyester-Baumwoll-Mischgewebe sollen nutzbare Werkstoffe extrahiert werden, um in einer Kreislaufwirtschaft wieder nutzbare Gewebe herzustellen.
(Bild: iStock)

Schutz-, Berufs- und Sportbekleidung bestehen überwiegend aus Polyester-Baumwoll-Mischgeweben. Doch ihr Recycling bleibt schwierig. Mechanische Verfahren mindern die Qualität und ermöglichen nur eine begrenzte Wiederverwendung. Chemische Verfahren zerstören meist die Werkstoffe. Um dennoch eine Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen, befassen sich Experten im Rahmen des Forschungsprojekts «TheKey» mit dem Recycling von Bekleidungsstoffen. Inzwischen hat man einen ersten Meilenstein erreicht. Unter industrienahen Bedingungen lassen sich aus polyesterhaltigen Abfällen die ursprünglichen Bausteine Terephthalsäure (TA) und Ethylenglykol (EG) zurückgewinnen. Ihre Qualität erfüllt geltende Industrienormen und eignet sich für die Herstellung von neuem Polyester.

«Damit haben wir den Grundstein gelegt, um aus gebrauchten Textilien wieder hochwertige PET-Fasern herzustellen», erklärt Projektleiterin Dr.-Ing. Diana Wolf, Forschung & Entwicklung im Bereich Umwelt- und Verfahrenstechnik beim Projektpartner Mewa. Möglich wird dies durch ein im Projekt fortentwickeltes Verfahren. Aktuell liegt der Fokus auf der Robustheit und Reproduzierbarkeit des Prozesses sowie auf der Optimierung der zurückgewonnenen Menge. Die nächsten Schritte im Projekt widmen sich nun der Übertragung des Verfahrens auf eine kontinuierliche Verfahrensweise.

Baumwolle extrahieren schwierig

Ziel des Forschungsprojekts ist ebenfalls, die Baumwollanteile aus dem Materialgemisch in wiederverwendbarer Qualität zu extrahieren. «Sie lässt sich zwar bereits abtrennen, erreicht aber derzeit noch nicht die Qualitätsanforderungen für ein direktes Recycling in bestehende Baumwollketten», berichtet die Projektleiterin. Nun soll ein Verfahren entwickelt werden, mit dem sich die Cellulose in einer Qualität gewinnen lässt, die sich für eine hochwertige Wiederverwertung, beispielsweise im Lyocell-Prozess, eignet. «Die Möglichkeit, sowohl synthetische als auch natürliche Komponenten getrennt aus dem Mischgewebe zu extrahieren und wiederzuverwenden, adressiert eine der grossen Herausforderungen der Textilindustrie: das Recycling von Mischgeweben», erläutert Diana Wolf.

Interdisziplinär weiter forschen

Für das Forschungsprojekt haben sich acht Projektpartner mit unterschiedlichen Fachkompetenzen zusammengetan, von chemischer Verfahrenstechnik über Textiltechnologie bis hin zu Materialwissenschaften. «Wir arbeiten als Team und jeder von uns bringt sein Spezialwissen ein. Das erlaubt uns, das Projekt auch aus unkonventionellen Perspektiven zu betrachten», betont Diana Wolf. Beteiligt sind die Institute und Unternehmen Mewa Textil-Service, Jako AG, Matterr, das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein, das Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik der Technischen Universität Braunschweig, das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Klopman und Hero-Textil.

Hoch gesteckte Ziele

Am Projektende wollen die Partner eine Lösung für die Kreislauffähigkeit der Materialien vorweisen können. Bei Polyester sollen die zurückgewonnenen Monomere zu PET-Fasern verarbeitet werden können, die die gleiche Qualität wie Primärfasern aufweisen. Bei Baumwolle soll die Cellulose in hochwertigen Fasermassen aufbereitet werden, die für die Produktion neuer Textilfasern genutzt werden können. Die nächsten Schritte werden die Skalierung des Verfahrens, die Qualitätskontrolle der recycelten Materialien und die Entwicklung praxisnaher Produktionsmethoden sein. Damit rückt die Vision, aus alter Funktionskleidung wieder hochwertige Textilien herzustellen, in greifbare Nähe. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermassnahme «Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Zirkuläre Textilien» durch das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt.

(kmu)

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