Suchen

Schweizer Qualitätszulieferer 2019 Medizintechnik: Mikron Tool halbiert die Prozesszeiten

Redakteur: Matthias Böhm

Der Tessiner Werkzeughersteller Mikron Tool ist heute eine Referenzgrösse, wenn es um die Zerspanung medizintechnischer Titan- und Chrom-Nickel-Legierungen geht. Ein Beispiel: dank Mikron-Werkzeugen und neuen Bohr-Frässtrategien konnte die Fertigungszeit bei Knochenplattenimplantaten von zwei Stunden auf 48 Minuten reduziert werden. Das ist sensationell und mit ein Grund, warum DMG MORI das Unternehmen Mikron Tool als Partner im DMG MORI Qualified Product Programm aufgenommen hat. Ziel dieser exklusiven Partnerschaft ist es, massive Fortschritte im Bearbeiten schwer zerspanbarer Werkstoffe zu erzielen.

Firmen zum Thema

Bei einem solchen Knochenplattenimplantat konnte dank Werkzeugen und Frässtrategien von Mikron Tool die Bearbeitungszeit (bisher 2 h) mehr als halbiert (neu 48 min) werden.
Bei einem solchen Knochenplattenimplantat konnte dank Werkzeugen und Frässtrategien von Mikron Tool die Bearbeitungszeit (bisher 2 h) mehr als halbiert (neu 48 min) werden.
(Bild: Mikron Tool)

Mit mittlerweile 240 Mitarbeitern und einer globalen Präsenz hat Mikron Tool sein Personal in 20 Jahren fast verzehnfacht. Die Ursache liegt nicht zuletzt in den herausragenden Werkzeuglösungen, die das Unternehmen speziell für Werkstoffe in der Medizintechnik als auch Luft- und Raumfahrt entwickelt.

Das jüngste Projekt, das Mikron Tool wiederholt in die absolute Spitzenklasse vorstossen lässt, ist die extrem prozesssichere und schnelle Fertigung von Torx-Geometrien in Knochenschrauben. Marco Cirfeta (Verkaufsleiter): «Hier haben wir erstmalig neue Werkzeuge als auch den gesamten Fertigungsprozess entwickelt, um die Torx-Geometrien anforderungsgerecht zu fertigen.»

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Die bisherige Prozesszeit bei einem T10-Titan-Torx konnte so von 60 s auf 23 s reduziert werden. Noch dazu hat der D=0.4 mm Fräser eine Standzeit von 9000 statt 3000 Schrauben.

Die Entwicklungsabteilung und das Team

Solche Ergebnisse sind nicht zufällig, sie sind von langer Hand geplant und tragen die Handschrift von Markus Schnyder und seinem 240 Mitarbeiter starken Team. Hervorragend positioniert ist beispielsweise die Entwicklungsabteilung, neben zwei C.B.Ferrari BAZ stehen neu eine SPRINT 20|8, eine DMU 60 eVo und zukünftig eine DMP 70, alle von DMG MORI. Hier werden unter Leitung von Dr. Alberto Gotti (Entwicklungsleiter) sowohl Werkzeuge als auch Prozesse auf Herz und Nieren geprüft und auf Höchstleistung getrimmt.

Alberto Gotti (Entwicklungsleiter): «Mit dem modernen Maschinenpark sind wir in der Lage sowohl unsere Werkzeuge als auch die Zerspanungsprozesse stetig zu perfektionieren. Darüber hinaus verfügen wir über CAM-Systeme, mit denen wir die Fertigungsprozesse maschinenspezifisch und anwendergerecht für unsere Kunden entwickeln können. Unsere Werkzeuge sind nicht zuletzt dank unserer intensiven Forschung Spitzenklasse. Mit ihnen können nicht selten bis zu 5-fache Schnittwerte gefahren werden. Doch das Beste kommt noch: auch die Standzeiten sind oft deutlich höher.»

Die Tessiner Werkzeugspezialisten konzentrieren sich nicht nur auf die Gestaltung von Makro- und Mikroschneiden-Geometrien, sondern wissen auch, welches Hartmetall, das ideale ist für welchen Werkstoff, sie kennen die optimale Beschichtung für die Anwendungen. Dazu kommt letztlich das unerreichte und patentierte Kühlsystem der innengekühlten Präzisionswerkzeuge.

Weitere DMG MORI Maschine für Entwicklungszentrum

Kurz, die Spezialisten der Mikron Tool AG sind derzeit wohl einer der ersten Ansprechpartner, wenn es darum geht, medizintechnische Fertigungsprozesse auf absolutes Topniveau zu bringen. Markus Schnyder: «Mittlerweile hat sich bei den Herstellern die enorme Stärke unserer Werkzeug- und Fertigungsstrategien herumgesprochen, so dass die Nachfrage in diesem Segment explodiert ist. Ein grosser Dank geht an dieser Stelle an DMG MORI, die mit uns diese Technologie-Partnerschaft eingegangen sind. Aber wir müssen immer nach vorne schauen und uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Deshalb müssen wir konsequent in zukunftsgerichtete Projekte investieren. Unsere jüngste Investition ist eine DMP 70 von DMG Mori, um medizintechnische Projekte in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung weiter massiv nach vorne zu bringen und uns technologisch fest an der Spitze der medizintechnischen Zerspanung etablieren.»

(ID:46203313)