Neuer KISSsoft-Release: Die Highlights Mehr als einen Zahn zugelegt

Redakteur: Luca Meister

Pünktlich zur Hannover Messe erscheint der neue «KISSsoft»-Release, der unter den etlichen Neuerungen einige Highlights aufweist. Im Release 03/2015 ist die dem Anwender zur Verfügung gestellte Qualität und Detailtreue der Analyse weiter optimiert. Dies wird vor allem durch Einbeziehen von FE-Simulationen und den Ausbau der Kontaktanalyse sowie durch zahl- reiche neue Funktionalitäten ermöglicht.

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Gehäuseverformung in «KISSsys».
Gehäuseverformung in «KISSsys».
(Bild: KISSsoft)

mei. In der neuen Version von «KISSsoft» wurde die Flankenbruchberechnung gemäss ISO/DTR 19042 hinzugefügt. Diese Schadensart tritt in Form einer Rissentstehung in grösseren Werkstofftiefen auf und kann bei Stirnrädern wie Kegelrädern vorkommen.

Die Berechnungsnorm ISO/DTR 19042 wird derzeit im ISO-Komitee für Stirnräder erstellt und beinhaltet einen Rechengang für die Berechnung mit vereinfachten Lastannahmen (Methode B) sowie ein lokales Verfahren, welches es ermöglicht, die Schadensgefahr über den ganzen Zahneingriff zu analysieren (Methode A). Beide Methoden stehen dem Anwender im Release 03/2015 zur Verfügung.

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Berechnung von Kegelrädern

Bei der Optimierung von Kegelrädern ist es aufgrund der räumlichen Abdrängungen unter Last unausweichlich, Flankenmodifikationen wie Längs- und Höhenballigkeit anzuwenden sowie eine Optimierung der Tragbildlage durchzuführen. Die Beurteilung der Flankenmodifikationen erfolgt üblicherweise in einer Kontaktanalyse unter Last, welche die Lageabweichungen und die Zahnbiegungen berücksichtigt. Diese wurde nun in KISSsoft implementiert: Als Resultate werden das Tragbild, die Drehwegabweichung und Spannungsverteilung ausgegeben – sowie das Risiko des Flankenbruchs, basierend auf dem Entwurf der Flankenbruchberechnung ISO/DTR19042 für Stirnräder.

Für Kegelräder ist jetzt zudem die Auslegung für topologische Korrekturen erhältlich. Ausgehend von Messgitterdaten (im Klingelnberg- oder Gleason-Format), wird die Korrektur so berechnet, dass die Topologie des Kegelrads identisch ist mit dem Zielkegelrad. Somit ist ein Re-Engineering eines bestehenden Kegelradsatzes möglich.

Bei Differential-Kegelrädern sind aufgrund des Schmiedeprozesses viel mehr geometrische Freiheiten als bei konventionellen Bogenverzahnungen vorhanden. In KISSsoft sind nun neu in der Feinauslegung zusätzliche Parameter wie Zahnhöhen oder Kopf- sowie Fusskegelwinkel variierbar. In der Resultate-Tabelle der Feinauslegung werden zudem z.B. die Überdeckung und Entformbarkeit aufgezählt. Neu werden diese Parameter (neben den bisherigen Werten in der Mitte) auch an der Innen- und Aussenseite der Verzahnung angezeigt, sodass der Anwender seine Auslegungen an mehreren Positionen prüfen und Lösungen gezielt auswählen oder verwerfen kann.

Normen/Festigkeitsberechnung

Die Festigkeitsberechnung gemäss Lloyd’s Register:2013 ist jetzt implementiert – diese spezifische Schiffsnorm wird vielerorts als Nachweis verlangt. Die GOST 21354-87 für Fertigungstoleranzen sowie für Zahndickenabmasse nach GOST 1643-81 bei Stirnrädern sind nun ebenfalls verfügbar. Ausserdem wurden die vorhandenen Rechenmethoden um die Norm ISO 13691 («High-Speed Special-Purpose Gear Units») erweitert.

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