Simultane Bearbeitungsmöglichkeiten verkürzen Taktzeit Mehr Produktivität – Software perfektioniert Drehprozess

Von Matthias Böhm 3 min Lesedauer

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Mit der Nakamura Tome SC-100X2 hat der japanische Werkzeugmaschinenhersteller ein Drehzentrum entwickelt, das aufgrund seiner Kinematik eine 40 Prozent höhere Produktivität erreicht gegenüber der Basisversion SC-100. Das Dreh-Fräszentrum ist dermassen produktiv, dass die Verantwortlichen der VEBO Genossenschaft überzeugt sind, mit diesem Dreh-Fräszentrum wieder konkurrenzfähig zu werden gegenüber Niedriglohnstandorten.

Mathias Zavratnik (li.) und Matthias Bähler (Leitung, techn. Verkauf, VEBO  Genossenschaft) vor der Nakamura-Tome SC-100X², die bei geringer Baugrösse ein Maximum an fertigungstechnischem Potential bietet. (Bild:  Matthias Böhm)
Mathias Zavratnik (li.) und Matthias Bähler (Leitung, techn. Verkauf, VEBO Genossenschaft) vor der Nakamura-Tome SC-100X², die bei geringer Baugrösse ein Maximum an fertigungstechnischem Potential bietet.
(Bild: Matthias Böhm)

Die VEBO Genossenschaft – eine 1800 Mitarbeiter starke Unternehmensgruppe – hat mit der Investition in drei Nakamura-Tome-Dreh-Fräszentren ihre Produktion modernisiert. Die Produktions­leitung sieht gute Chancen, dank der Investitionen Fertigungsaufträge aus Asien zurück an den Werkplatz Schweiz zu holen. Hier spielt auch die jüngste Nakamura-Tome SC-100X2 eine Rolle, ein Dreh-​Fräszentrum, das bei geringer Baugrösse ein Maximum an fertigungstechnischem Potential bietet. Am SMM-Kongress wird Walter Meier (Fertigungslösungen) konkret über dieses Vorzeigebeispiel referieren.

Software verrechnet komplexe Steuerungsprozesse

Wer die überlagerten Fertigungsprozesse eine Nakamura Tome SC-100X2 beim Bearbeiten eines Dreh-Frästeils in voller Dynamik und Komplexität sieht, wird sich sagen: «Zum Glück musste ich diese CNC-Programme nicht erstellen.»

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Mathias Zavratnik, Verkaufsleiter, Walter Meier (Fertigungslösungen) AG: «Diese Aussage bringt es auf den Punkt. Und um es kurz zu machen: Nein, kein Maschinenoperateur muss sich Gedanken machen, dass die Programmierung ihn überfordern könnte. Ganz im Gegenteil. Die Programmierung verläuft absolut konventionell, sie ist grundsätzlich sehr einfach. Die spezifisch zu fertigenden Partien der Bauteile – Vorder- und Rückseitenbearbeitung – werden klassisch programmiert. Letzten Endes sorgt die im Hintergrund agierende Softwaretechnologie dafür, die Bewegungen der Achsen miteinander zu verrechnen und letztlich in Höchstpräzision auf das zu fertigende Drehteil zu übertragen.»

Die Nakamura Tome SC-100X2 verfügt über eine Hauptspindel, eine zweiachsige Gegenspindel mit X/Z-Verfahrbewegung, einen oberen Revolver und einen unteren indexierbaren Werkzeugträger. Der obere Revolver kann in X-, Y- und Z-Richtung verfahren. Diese Achs-Anordnung ermöglicht den fertigungstechnischen Überlagerungsprozess, bei dem die Rückseite eines Werkstücks zeitparallel zur Vorderseite mit nur einem Revolver – aber zwei Werkzeugen im Eingriff – bearbeitet werden kann.

Zweites Werkzeug für Rückseitenbearbeitung

Der obere Revolver arbeitet zeitgleich mit zwei verschiedenen Werkzeugen an der Haupt- und der Gegenspindel. Dazu ist am Revolver auf der gleichen Werkzeugposition ein zweites Werkzeug für die Rückseitenbearbeitung montiert. Zudem ist durch die in X-Richtung verfahrbare Gegenspindel eine Parallelbearbeitung am unteren Werkzeugträger möglich. Diese beiden simultanen Bearbeitungsmöglichkeiten verbessern die Taktzeit.

Im Vergleich zur Basisversion SC 100 sind die Zykluszeiten um bis zu 41% kürzer. Der Kunde bekomme somit den Einstieg in die Komplettbearbeitung, ohne in eine teurere 2-Revolver-Maschine investieren zu müssen. Ein weiterer Vorteil dieses Maschinenkonzepts ist seine Kompaktheit, die Nakamura Tome SC-100X2 hat einen Fussabdruck von 6 m2.

41 Prozent kürzere Zykluszeit

Das neue Nakamura-Tome-Maschinenkonzept positioniert sich zwischen der SC- und der WT-Baureihe von Nakamura-Tome. Matthias Zavratnik: «Die SC-100X2 eignet sich sowohl für mittlere als auch für grosse Serien. Eine ihrer besonderen zerspanungstechnischen Stärken ist die über die Steuerung indizierte Span­bruchkontrolle.

Dank einer überlagerten Schwingungsamplitude kann selbst bei hochzähen Werkstoffen sehr prozesssicher Spanbruch generiert werden. Das ist sozusagen die Grundvoraussetzung für eine mannarme Fertigung.»

Die Nakamura SC-100X2 ist für einen maximalen Bauteildurchmesser von 195 mm bei einer Drehlänge von maximal 400 mm ausgelegt. Die Hauptspindel mit einem Stangendurchlass von 51 mm leistet 11 kW bei 6000 1/min, die Gegenspindel 7,5 kW.

Die jüngste Nakamura-Tome SC-100X2 bringt höchste Produktivität auf kleinster Fläche, mit Fertigungsmöglichkeiten, die bisher nur mit zweitem, verfahrbarem, Revolver machbar waren.

International wettbewerbsfähig

Die Stärken – Termintreue, Liefersicherheit, Qualität – des Werkplatzes Schweiz konsequent zu nutzen, macht den Standort Schweiz letztlich zukunftsfähig. Mit der Investition in drei moderne Nakamura-Tome-Dreh-Fräszentren hat die VEBO Genossenschaft Voraussetzungen geschaffen, um international wettbewerbsfähig zu agieren.

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Mehr Infos zu diesem Thema erhalten Sie am SMM-Kongress, am 28. März im Forum der Messe Luzern. SMM

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