Swissmechanic Wirtschaftsbarometer – Februar 2025 MEM-Industrie: Weiterhin sehr angespannte Lage

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Der KMU-MEM-Geschäftsklimaindex von Swissmechanic für Januar 2025 zeigt weiterhin eine angespannte Lage in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM). Seit mehr als 18 Monaten befindet sich das Geschäftsklima im Minusbereich, was durch eine schwache Auslandsnachfrage, den starken Schweizer Franken und gestiegene Produktionskosten verschärft wird.

Der von Swissmechanic erhobene KMU-MEM-Geschäftsklimaindex.(Bild:  Swissmechanic)
Der von Swissmechanic erhobene KMU-MEM-Geschäftsklimaindex.
(Bild: Swissmechanic)

Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von Auftragsrückgängen. Nur 18 Prozent der Unternehmen verzeichneten einen Umsatzanstieg. Die Mehrzahl der Unternehmen sieht keine rasche Besserung der Lage. An der Quartalsumfrage haben sich über 500 Firmen beteiligt – eine sehr erfreulich hohe Anzahl.

Anhaltende Margenproblematik

Besonders belastend bleibt die anhaltende Margenproblematik: 51 Prozent der Unternehmen berichten von stagnierenden oder negativen Margen. Die Produktionskosten bleiben hoch, während die Verkaufspreise häufig nicht in gleichem Mass steigen können. Ein weiteres zentrales Problem ist die stark eingeschränkte Investitionsbereitschaft: 27 Prozent der Unternehmen geben an, dass finanzielle Restriktionen Investitionen verhindern (im November 2024 waren es 25 Prozent).

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Investitionen bleiben schwierig

Die Unsicherheit in den Märkten spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider. Besonders kritisch wird die Situation für kleinere Unternehmen, die aufgrund der Margenerosion Schwierigkeiten haben, Eigenmittel zu mobilisieren und sich eine solide Finanzierungsbasis zu sichern. Nur 26 Prozent der Unternehmen planen, ihre Produktionskapazitäten im kommenden Jahr zu erhöhen, was die langfristige Entwicklung der Branche belastet.

Ausblick: Keine schnelle Erholung in Sicht

Trotz einer leichten Stabilisierung des Geschäftsklimas erwarten nur wenige Unternehmen eine schnelle Verbesserung. Lediglich 14 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Lage in den nächsten drei Monaten deutlich bessern wird. Die hohen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft, gepaart mit den strukturellen Herausforderungen der Branche deuten auf eine weiterhin schwierige Entwicklung hin.

Swissmechanic: Politik muss Rahmenbedingungen verbessern

Swissmechanic fordert von der Politik und den Wirtschaftsorganisationen, die Rahmenbedingungen für die MEM-Branche zu verbessern und KMU zu unterstützen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Investitionskraft zu stärken – beispielsweise mit einer Vereinfachung von Regulierungen.

Die Weltwirtschaft bleibt 2025 und 2026 weiterhin unter ihrem Potenzial. Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung ist aufgrund des fortgeschrittenen Lagerabbaus sowie des Drucks zu Ersatz- und Neuinvestitionen zumindest eine moderate Erholung der globalen Industriekonjunktur zu erwarten.

Dieser verhalten optimistische Ausblick wird jedoch durch zahlreiche Risiken bedroht, im Folgenden wird das makroökonomische Umfeld betrachtet.

Makroökonomisches Umfeld

Mit der Rückkehr Trumps drohen – so Swissmechanic – massive Verwerfungen im Welthandel. Gleichzeitig könnten die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten preistreibende Effekte auf die Rohstoffmärkte haben. Hinzu kommt die angespannte politische Lage in Deutschland und Frankreich. Das ungünstige Umfeld stellt auch die Schweizer Wirtschaft vor grosse Herausforderungen. Das gilt vor allem für die Exportwirtschaft.

Solide Stabilisatoren

Es gibt aber auch weiterhin solide Stabilisatoren im unsicheren globalen Umfeld. Hierzu gehören verhältnismässig klare Trends wie Kaufkraftgewinne dank rückläufiger Inflation, ein weiterhin reges Bevölkerungswachstum und tiefe Finanzierungskosten aufgrund anhaltend tiefer Realzinsen. Diese Stabilisatoren sind gewichtige Treiber für den privaten Konsum und die Bauinvestitionen.

Und auch wenn die SNB eine zu rasche Aufwertung des Schweizer Frankens verhindern dürfte, stellt der Schweizer Franken eine Bremswirkung für die MEM-Branche dar. Die ohnehin angespannte globale Nachfragesituation wird durch diese Bremswirkung weiter verschärft.

BAK: 2025er BIP-Wachstum von 1,4 Prozent erwartet

Insgesamt erwartet BAK für das Jahr 2025 ein Schweizer BIP-Wachstum von 1,4 Prozent, das sich 2026 leicht auf 1,5 Prozent beschleunigt (alle Angaben bereinigt um Sportereignisse).

Die Inflation dürfte 2025 und 2026 durchschnittlich nur noch 0,4 Prozent betragen, wozu insbesondere sinkende Strompreise und schwächere Mietsteigerungen beitragen. Die Arbeitslosenquote steigt weiter an; von durchschnittlich 2,4 Prozent im Jahr 2024 auf 2,8 Prozent im Jahr 2025 (2026: 2,9 Prozent).

(böh)

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